Ein zartes Licht im Nebel

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Die junge Protagonistin lässt uns an ihrem Leben teilhaben, man glaubt sie zu kennen, aber irgendwie auch nicht. Die Stimmung des Ortes Sokcho; kalt, neblig, befremdlich, etwas einsam und bedrückt, spiegelt sich in den Gefühlen der Ich-Erzählerin. Sie arbeitet in einer Pension ohne viele Gäste und einem undankbaren Chef. Ihre Mutter, die Fischstandbetreiberin, möchte sie am liebsten schon gestern verheiratet haben und dennoch bemuttern. Die junge Frau möchte eigentlich weg von hier, weiss jedoch nicht wohin, weshalb und wann.

Durch einen französischen Künstler und dessen andere Sichtweise auf Sokcho und das Leben im Allgemeinen, verändert sich in ihr etwas. Der Nebel in ihr und um sie herum wird etwas gelichtet, sie sieht etwas klarer in die Welt und auch für uns Leser scheint Sonne durch.

Klein und fein. Sehr detailreich und gefühlvoll, von Elia Shua Dusapin geschrieben und mit dem Robert Walser Preis ausgezeichnet.

Noemi Lieberherr

Ein Winter in Sokcho, Elisa Shua Dusapin, Blumenbar 2018

 

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Sanfter Advent

Illu __Verve flanieren__ sw ok

Donnerstag, 29. November 2018 in Appenzell
Auftakt beim Platteneck um 17.30 Uhr
Die Läden sind bis mindestens 21 Uhr geöffnet

 

Mit einem ruhigen und feierlichen Zeichen des Zusammenkommens möchten wir gemeinsam in den Advent einsteigen. Wir laden alle ein, bei einem besinnlichen Auftakt im Dorfkern von Appenzell dabei zu sein.

In den Läden löschen die Lichter für eine halbe Stunde. Die Geschäftsleute, Mitarbeitende und Gäste begeben sich – wie ein feiner Sternmarsch – mit einem Licht in der Hand zum Platteneck. Da ist eine kleine Gruppe von kirchlichen und weltlichen Persönlichkeiten versammelt, die je einen Weihnachtsgedanken mit uns teilen. Kerzen brennen und feine Musik erklingt. Zu dieser Stunde werden die traditionellen Adventssterne erstmals leuchten, die im Dorf seit vielen Jahrzehnten Weihnachtsstimmung verbreiten. Nach der kurzen Zeremonie gibt es Licht in den Geschäften und die Läden sind wieder geöffnet und bleiben an diesem Abend mindestens bis 21 Uhr offen. Kunden und Gäste sind eingeladen, einen Rundgang zu machen.

Da und dort können Sie ein spezielles Schaufenster entdecken, denn einige wurden eigens für diesen – feinen Adventsauftakt gestaltet und werden nach der Feier eröffnet. Sie waren im Hinblick auf das besinnliche Zusammenkommen für eine gewisse Zeit abgedeckt. Dabei kommt vielleicht etwas Überraschendes oder Zusätzliches zum Vorschein, das die Aktion «sanfter Advent» bereichert, für eine begrenzte Zeit bestehen bleibt oder durch die Weihnachtszeit begleitet.

Wir freuen uns auf Ihr Dabeisein!

Illu __sanfter Advent__ sw ok

Kanadakrimikunst

Kiefern

Im beschaulichen Dorf Three Pines macht sich Unbehagen breit: Mitten auf dem Dorfplatz steht eine schwarz verhüllte Gestalt, bewegungslos und stumm. Dann wird eine Leiche gefunden. Armand Gamache, Polizeichef von Québec und Wochenendaufenthalter in Three Pines, schaltet sich in die Ermittlungen ein. Und er muss dabei mit Samthandschuhen vorgehen, will er die zweijährige verdeckte Operation, bei der er alles, alles aufs Spiel setzt, nicht gefährden.

Dorfkrimi, Actionthriller, grosse Politik und internationaler Drogenhandel, Gerichtsdrama, Rachefeldzug und und und … in der Geschichte «Hinter den drei Kiefern» laufen zwischen zwei Buchdeckeln eine Menge unterschiedlicher Krimifäden zusammen. Und es funktioniert tadellos. Meine Krimiempfehlung für den Winter!

Melina Cajochen

Louise Penny, Hinter den drei Kiefern, Kampa Verlag 2018

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Novembergedicht

NACHTS, ALLEIN
ein kriminalgedicht

schritte ..
es sind schritte!

schritte, schritte ..
schritte sind es nicht –

schritte, schritte, schritte ..
sind es nicht schritte?!

schritte, schritte, schritte, schritte ..
schritte sind es!!

gerhard rühm

Aus: konkrete poesie, Reclam Verlag 2018.

Bald – Lesung auf Französisch und Deutsch

Donnerstag 25. Oktober 2018, 19 Uhr, Bibliothek des Gymnasiums St. Antonius

jamessacre

James Sacré trägt seine Gedichte vor. Und wir hören zu und trinken ein, zwei Glas Wein und Wasser. Wir freuen uns auf französisch-deutsche Inspirationen!

Ohne Anmeldung, Eintritt frei, mit Apéro.

Lesen im Fenster, schau!

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Ein Schaufenster
voll mit Büchern
und ein freier Sessel für Sie

 

Wählen Sie ein Buch aus, lesen Sie 30 Minuten in unserem gemütlich eingerichteten Schaufenster, bei einer Tasse Tee oder Kaffee, und nehmen Sie Ihr Buch mit nach Hause!

Von Jung bis Alt – Im November von Montag bis Sonntag jeden Nachmittag zur vollen Stunde. Gerne mit Anmeldung.

 

 

Merci …

… pour la visite, Delphine!

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Oktobergedicht

von draussen
beim blick nach innen
wackelt jeder finger
der eingang trägt lange hosen
und hängt rum
keine antithese
alles erlaubt
in liebe und auslese
aber nimm dich in acht, baby
vor zuneigung bei verhüllten fenstern
und denk dran zigaretten
mitzubringen
denn du könntest
sehr leicht zu dem schluss kommen
dass ein draussen
noch weiter hinausführt
und ein innen
einfach zum anderen

Bob Dylan

Aus: Bob Dylan, Planetenwellen. Gedichte und Prosa, Hoffmann und Campe 2017

Wie ich auf die Welt kam

Selten habe ich mich über eine literarische Neuentdeckung so sehr gefreut, wie über Irena Brežnás Buch «Wie ich auf die Welt kam – In der Sprache zuhause», kürzlich erschienen im Rotpunktverlag. Geboren 1950 in der Tschechoslowakei, gehörte sie zu den 13 000 Tschechoslowaken, denen der Schweizer Bundesrat 1968 Asyl gewährte. Kaum angekommen in der Schweiz, stürzte sie sich in das Erlernen der neuen Sprache und begann wenig später ihr Studium in Slawistik, Philosophie und Psychologie an der Universität Basel. Ziemlich schnell musste die damals 18jährige feststellen, dass es Länder gibt, «wo man sich durch Schlagfertigkeit und Sprachfarbe die Gunst des Gastlandes sichert, in der Deutschschweiz aber sind die Fremden eher willkommen, wenn ihre Sprache farblos und gebrochen ist. Ein allzu glattes Hochdeutsch wird als Überlegenheitsgebärde dechiffriert. In Dialekt hinkende Fremde sind willkommener als die auf Hochdeutsch tänzelnden.» Irena Brežnás Fremdsprachenbegeisterung hat diese und ähnliche Entdeckungen nicht aufgehalten, sondern vielmehr angespornt: «Die sprachliche Unvollkommenheit gar als Vorteil für Neuschöpfungen zu nützen, blieb eine überwältigende Entdeckung. Als ich den Sprachwechsel vollzog, gab es keine «Migrantenliteratur» und ich kann mich nicht erinnern, von jemandem zum Schreiben in der fremden Sprache ermutigt worden zu sein.»  Und so versammelt der vorliegende Band wunderbar poetisch geschriebene literarische Reportagen aus verschiedenen Stationen in ihrem Leben. Erschütternd sind die Erzählstücke aus Krisengebieten wie Tschetschenien, in denen sie als Kriegsreporterin unterwegs war, spannend ihre genauen Beobachtungen zur politischen Lage in Weissrussland oder der Slowakei und nie, und dafür bin ich besonders dankbar, schreibt sie im Sinne einer oberflächlich «engagierten Literatur». Dafür sind ihre Reflexionen, die Auseinandersetzung mit dem Heimatsbegriff und der Fremdheitserfahrung, die in allen Reportagen anklingen zu tiefgründig, persönlich und durchdacht. Ihre Rolle als Chronistin nimmt sie ernst, denn «wenn Vergangenes und Jetziges klar beim Namen genannt wird, wird die Zukunft ein aufrichtiges Antlitz haben».

 

Anna-Lena Fässler

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Bücherabo für Entdeckerinnen und mutige Leser

Persönlich ausgewählt, nach Ihren Wünschen gestaltet, überraschen wir die Abonennt*in mit einer Neuheit aus unserem Sortiment.

Handstand-A6

 

1 Jahr jeden Monat 1 Buch (für 360 Fr., mit Versand 420 Fr.)
oder
1 Jahr jeden zweiten Monat 1 Buch (für 180 Fr., mit Versand 210 Fr.)

 

 

MannimBad-A6_V2

Verweilen zwischen Zeilen … zum Verschenken an Ihre Liebsten,
Freunde und Verwandten.

Howto-A6

 

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Darf’s ein bisschen mehr sein?

Ja, Ja, JA!

 

buck

„Das Buch der vergessenen Artisten“ von Vera Buck, weil sie mit wunderbar frischer Sprache ganze Lebens- und Zeiträume erfasst. Wunderbare 746 Seiten in 998 Gramm.

 

harati

„Die Katze und der General“ von Nino Haratischwili, weil sie unser Zeitungswissen über Tschetschenien und Georgien aufpolstert. Köstliche 763 Seiten in 814 Gramm.

 

krechel

„Geisterbahn“ von Ursula Krechel, weil sie uns zurückhaltend und nah dran auf eine Fahrt durch hundert Jahre Geschichte schickt. Leckere 638 Seiten in 794 Gramm.

 

INTERNET-SHOP

Was vielleicht eigentlich gerade los ist

Und immer wieder fragen Autorinnen: Wie ist das denn so, gerade jetzt, in diesen Zeiten, zu leben? Wir flitzen im Eiltempo auf dieser kleinen Kugel herum, hasten von Projekt zu Projekt, erobern die Welt mit dem Flugzeug, mit Tempo und Wucht, können alles wissen (ein bisschen) und alles ausprobieren (fast grenzenlos). Und dann sitzen wir in einem Wartesaal eines Flughafens, neben Amar zum Beispiel, könnten ihn berühren und – wissen nichts.
Lisa Halliday schafft es in «Asymmetrie» dieses Weltgefühl einzufangen, ohne platt darauf hinzuweisen. Mit hinreissender Sprache (tolle Übersetzung, lieber Hanser Verlag!), klugem Aufbau und weiteren Konstellationen, durch die es zwischen den Zeilen nur so wuchert, stellt Halliday Fragen, wie in einer Welt der gefühlten totalen Vernetzung persönliches Glück aussehen kann. Und was Politik damit zu tun haben könnte. Vielleicht … oder was ist es denn, was Ihnen entgegenwuchert, was schlingt sich um Ihre Gedanken? Bitte lesen und mit mir darüber parlieren! Es wäre mir eine Freude.

Melina Cajochen

Lisa Halliday, Asymmetrie, Hanser Verlag 2018

 

ZUM INTERNET-SHOP

Septembergedicht

hongkong

darf ich es sagen
hongkong du riechst
nach seit längerem nassem
papier mancherorts
strenger nach hund
deine palmen aus fleisch
deine düfte aus pilz

deine blüten aus fisch
sieh die dünnhäutigen
hochhäuser haben
himmel eingeatmet
sind nun sehr beschlagen
die wolken schwerer
als wolken wie fels
die himmel bergketten
die nachtfalter fledermäuse
und die fledermäuse gross
wie zerfetzte regenschirme
hongkong deine bauten
machen sich als sterne
den hang hinauf
die menschen dagegen
wie von ungefähr
auf den fähren dem wasser
zwischen china und china

Raphael Urweider

Aus: Raphael Urweider, Wildern, Hanser Verlag 2018.

Eine Bücherstation zieht um

Unser Projekt „Von Dorf zu Dorf“ macht die Runde. Wir erfreuen uns an Bestellungen, an den neu entstehenden Kontakten zu den anderen Dörfler und Dörflerinnen und kennen inzwischen die schönsten Wege von einem Dorf zum anderen. Von Oberegg bringen wir jeweils den Zvieri mit, in Heiden kann man gleich noch den feinen Essig von Terra Verde ins Einkaufswägeli legen und in Trogen gibt’s frischgepressten Süssmost.

Ab 1. September 2018 neu: Die Bücherstation Rorschach wechselt vom Café Treppenhaus in den Verkaufsladen der Institution HPV an der Hauptstrasse 83 in Rorschach.

Die ganztägigen Öffnungszeiten kommen uns sehr entgegen und die Vision der HPV Institution – das Bilden, Beschäftigen und Begleiten von Menschen mit Behinderung zu einem selbstbestimmten und gemeinschaftlichen Leben – möchten wir unterstützen. Der Verkaufsladen ist eine Fundgrube von Schätzen. Handgefertigtes Holzspielzeug, selbstgenähte Kinderschuhe, originelle Taschen und Accessoires aus Kork, spezielle Spielausgaben (zum Beispiel für alle Dog-Liebhaberinnen), aber auch alle Formate und Farben der Freitag Handy-Hüllen. Menschen mit Behinderung haben dort die Möglichkeit zu arbeiten und im Kundenkontakt zu sein. Das birgt schöne, überraschende Begegnungsmomente und macht Freude.

Wir freuen uns, dass Susanne Wolff und ihr Team bei uns auf den Traktor springen!

HPV-Laden Rorschach

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Unsere anderen Bücherstationen

Heiden – Naturladen Bionat
Rehetobel – Volg
Oberegg – Feinbäckerei Bischofberger
Trogen – Gasthaus Schäfli
Teufen – Bäckerei Café Böhli

Lesen ist nicht (kinder)leicht!

10. September 2018
19.30 Uhr
Volksbibliothek Appenzell

 

Eine spannende, informative Veranstaltung zum Thema Leseförderung

 

Liebe Eltern und Grosseltern

Leseerziehung ist ein Prozess. Dieser ist vor allem dann erfolgreich, wenn Erwachsene Kinder beim Lesen begleiten und sich mit ihren Lesestoffen auseinandersetzen. Entscheidende Weichen dafür werden in der Familie gestellt.

Damit die Lesemotivation bei Kindern erhalten bleibt, braucht es zudem ein möglichst differenziertes Angebot an Lesestoffen. Die Bandbreite der unterschiedlichen Interessen und Vorlieben ist sehr gross.

Maria Riss, ehemals Dozentin an der Pädagogischen Hochschule FHNW – und sicher vielen bekannt als engagierte Mitarbeiterin im Bücherladen Appenzell – wird auf verschiedene Fragen rund um die Leseentwicklung von Kindern und Jugendlichen eingehen, sie wird Einblicke in neuere Studien ermöglichen und aktuelle Bücher für Kinder und Jugendliche vorstellen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung der Kantons- und Volksbibliothek Appenzell

Biologie des Geistesblitzes

Büchertisch zum

Impulsvortrag von Dr. Henning Beck

henning

MITTWOCH, 29. AUGUST 2018
19.30 Uhr
Kunsthalle Ziegelhütte
Ziegeleistrasse 14, CH-9050 Appenzell

 

Dr. Henning Beck ist Neurowissenschaftler, Science Slammer und Autor. Mit seinen humorvollen, frischen, modernen und unterhaltsamen Vorträgen füllt er Saal um Saal. Er ist einer der gefragtesten Wissenschaftsredner und wirft einen spannenden Blick hinter die Kulissen der fehlerhaftesten und gleichzeitig innovativsten Struktur überhaupt auf der Welt: dem Gehirn.

Er spricht über..

  • Biologie des Geistesblitzes – WIE SIE DAS UNMÖGLICHE DENKEN
  • Wie ein Geistesblitz entsteht und was im Gehirn bei kreativen Ideen passiert
  • Was neue Ideen ausmacht und warum sie mit Denkmustern brechen müssen
  • Warum uns neue Perspektiven neugierig machen und wie wir originelle Lösungen
    entwickeln
  • Mit welchen Tricks wir die besten Ideen anlocken, erkennen und anderen vermitteln
  • Welches Umfeld wir für neuartige Lösungen brauchen und wie wir so denken wie nie zuvor

 

Hinweis Heinrich Gebert Kulturstiftung:
http://www.hgebertka.ch/besucher/agenda/detail/calendar/2018/08/29/event/tx_cal_phpicalendar/impulsvortrag_von_dr_henning_beck/
Homepage Dr. Henning Beck (mit Trailer zum Vortrag):
https://www.henning-beck.com/vortraege/

INFORMATIONEN:
Kosten: Ticket CHF 25 (red. CHF 15) – inkl. Eintritt, Vortrag und Ausstellungsbesuch
Türöffnung 18.30 Uhr – Beginn 19.30 Uhr
Vortragsdauer: ca. 60 Minuten
Anmeldung unter info@kunsthalleziegelhuette.ch oder 071 788 18 60
Verpflegung: Snacks und Getränke sind vor und nach der Veranstaltung im Museumsbistro erhältlich; Nachtessen nur gegen Voranmeldung (info@kunsthalleziegelhütte.ch oder 071/ 788 18 60)

Wir freuen uns, euch dort zu treffen, zu plaudern, zu blättern, zu hirnen..

Bücherladen Internet-shop oder neu bestellen via Whatsapp: 077 484 09 48