Archiv der Kategorie: „kleiner Frühling“ 2021

Treibhaus, alles andere als heisse Luft!

Der Kleine Frühling liegt hinter uns und blüht weiter. Für den fulminanten Auftakt unseres Festival hätte planmässig Dorothee Elmiger und Marion Regenscheit die Bühne gehört. Leider waren im April Veranstaltungen noch nicht möglich und schweren Herzens mussten wir die Lesung absagen. Dass wir die zwei in unseren geballten Grossefrauenprogrammblumenstrauss für Pfingsten packen, war sofort klar, die Frage war nur noch wie…

Dorothee Elmiger und die Literaturvermittlerin Marion Regenscheit haben sich trotzdem getroffen, extra für uns und über Dorothees neues Buch „Aus der Zuckerfabrik“ geredet, gefragt, gelesen, geschnitten und eine exklusive Tonaufnahme geschaffen. Am kleinen Frühling konnte ihnen zugehört werden, bequem im Sessel und in Treibhauswärme.

Falls ihr das verpasst haben solltet, gibt es die Gelegenheit, das Gespräch bis Ende Juni HIER nachzuhören – es lohnt sich!

Das Buch dazu (und auch alle anderen Bücher von Dorothee Elmiger) haben wir griffbereit im Bücherladen.

Marion Regenscheit ist Mitbegründerin und -wirkende des Literaturpodcast’s eins.sieben.drei – auch unbedingt reinhören: ein aufregendes neues Format für aller Gattung Literatur und wie wir darüber denken und reden können.

www.kleiner-fruehling.ch

Verlegerinnen & Künstlerinnen

Der Kleine Frühling blüht noch weiter.. wunderbare Erinnerungen, Sätze, Begegnungen hallen nach und lassen uns beglückt auf unser Pfingstfest zurückblicken. Bis am Sonntag 6. Juni laden Gässchen, Weier, Schaufenster, Brunnen, Keller zum Entdecken ein. 15 + 1 Künstlerinnen haben Ihre Werke im Dorf platziert.

Erkunden Sie auf eigene Faust, lassen Sie sich treiben oder von Agahte Nisple durch die Gassen führen. Kunstführer liegen an den Kunststationen und im Bücherladen auf. Führung entweder am Samstag 15 Uhr (Treffpunkt Bücherladen) oder auf Anfrage (tel. 079 601 15 67 Agathe Nisple, Gruppenführungen bis 15 Personen für 100 chf)

Im Bücherladen finden Sie die Spuren unserer drei Liebglingsverlegerinnen, ihr Verlagsprogramm in unserem Büchervorhang präsentiert. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

zum Dörlemann Verlag

Zum Rotpunktverlag

zum Ink Press Verlag

kleiner Frühling – es ist so schön!

Es ist immer noch kleiner Frühling, hurra! 15 + 1 Künstlerinnen erobern den Dorfkern, doch nicht auf touristisch attraktive Orte haben sie es abgesehen. Sie gehen weiter, in Hinterhöfe und Treppenaufgänge, in Garagen und auf Balkone. Allein mit dem Kunstführer in der Hand oder mit Agathe Nisple machen wir uns auf die Runde. Durchs Dorf schlendernd schweben, fallen, purzeln uns Dinge an – stehen bleiben!

«15+1 KÜNSTLERINNEN»

Besuchen Sie die Kunstorte bis 6.6.21


Öffnungszeiten der Kunstorte in Innenräumen täglich 11 – 17 Uhr


ÖFFENTLICHE KUNSTFÜHRUNGEN
Samstag, 29. Mai 15 Uhr
Sonntag, 30. Mai 11 Uhr
Samstag, 5. Juni 15 Uhr

Besammlungsort Bücherladen Appenzell


KUNST-SONDERFÜHRUNGEN
Anmeldung Agathe Nisple,
Tel. 079 601 15 67, oder mail@kulturstation-appenzell.ch

kleiner Frühling – es war so so schön!

10 FRAUEN TEILEN LESEFREUDE

So viel Kraft kann aus Büchern fallen! Und treffen sie auf fruchtbaren Boden, treiben sie Blüten, die ein ganzes Leben begleiten können. Zehn Frauen aus Appenzell, Aussen und Innen, teilten mit uns Bücher, die Mut machten, kitzelten, begeisterten, Bilder bauten, empörten, … . Und Nicola Steiner führte uns gekonnt und mit Begeisterung an die Vorleserinnen und deren ausgewählten Autorinnen heran.

Frauen schreiben nicht anders, zitierte Nicola Steiner, Frauen lesen anders. Nämlich enorm vielfältig, nah am Leben und engagiert. Was es für Frauen heissen kann, Türkin zu sein, was vom Ende her besehen ein gutes Leben sein könnte, die Anrufung des Bären, das Unglück im erreichten Ziel, das Entsetzen des zweiten Weltkrieges, weshalb wir Raum einnehmen sollen beim Reden, eine Ode an die Sinnlichkeit und wilde Liebe, die über Generationen geliebte Astrid Lindgren, ein junges Leben im Ausprobieren – es lebt, das Buch, durch solche Leserinnen.

Ein Glück, dass es länger dauerte, als eigentlich geplant. Ein Glück, diese geteilte Lesefreude!

HILDEGARD KELLER, ZORA DEL BUONO, ANNA STERN, SAMIRA EL-MAAWI, MERAL KUREYSHI, DRAGICA RAJCIC HOLZNER

Was passiert, wenn zwei verschiedene Stoffe gemixt werden? Oft weiss man das vorher nicht. Und das kann sehr reizvoll sein. So planten wir unsere Rapid-Lesungen (die Rapide sind leider virusbedingt in der Garage geblieben) mit viel Gefühl und wenig Ahnung, wie das Resultat aussehen wird: Wir paarten sechs Frauen für drei Lesungen auf der Bühne im Kunstmuseum Ziegelhütte.

IRIS WOLFF LIEST

Es riecht nach feuchter kühler Erde, Holunderblütenwinde tanzen um die Nase. Iris Wolff verzaubert mit Buch und Wesen. Wer nach dieser Lesung nicht „Die Unschärfe der Welt“ verschlingen will, immer wieder reinstürzen will, der hat kein Herz. Es ist so: Wir sind total begeistert vom Buch – und auch ein wenig verliebt in die Autorin!

LICHT FÜR HERZ UND KOPF

Sonnengeküsste Frühlingstage lassen auf sich warten. Nichtsdestotrotz konnten sich die Gäste des kleinen Frühlings, dem alle zwei Jahre stattfindenden Buch-Kunst-Fest des Bücherladen Appenzells und von Agathe Nisple, mit Musik und ausgefeilten Gedanken zu gegenwärtigen gesellschaftlichen Umbrüchen Herz und Kopf erhellen lassen. Am Sonntag spielten für den kleinen Frühling in der Kunsthalle Ziegelhütte Madlaina Küng and Friends, danach sprach die Moderatorin der Fernsehsendung „Sternstunde Philosophie“, Barbara Bleisch, mit der Philosophin Eva von Redecker darüber, wie Revolution heute aussehen könnte.

Die vielseitige Bassistin Madlaina Küng nahm die Gäste des kleinen Frühlings mit auf einen Spaziergang durch ihre eigene musikalische Geschichte, die ihren Anfang in der Formation „Geschwister Küng“ nahm. Begleitet wurden sie und die Zuhörer:innen von zwei ihrer Freunde, Catarina Marquez an der Bratsche und Antoine Bellier am Flügel. Der Spaziergang fing gemächlich an, zu Tönen klassischer Musik aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, unter anderem von Carl Ditters von Dittersdorf. Die tiefen Stimmen der Bratsche und des Bass bliesen sanft die letzten Wolken davon, die letzten Regentropfen hasteten von Klaviertönen begleitet weg. Mit Jazzstücken wie „Autumn Leaves“ beschleunigten sich die Schritte, der Rhythmus. Am Schluss, die Rückkehr zur Volksmusik, die Einkehr, dem Besuch in einer Wirtschaft ähnlich, eine Eigenkomposition von Madlaina Küng mit Rugguseli-anmutenden Teilen. Ein genussvoller musikalischer Sonntagsspaziergang, der beweist, wie wichtig es ist, Musik live zu hören, damit Töne wieder wie Sonnenstrahlen über die Haut streichen können.

Dann, als ob die Zuhörer:innen von Musik an den Stammtisch oder in den Salon begleitet worden wären, begann ein Gespräch über die Möglichkeit von einem guten Leben. Eva von Redecker, die Autorin von „Revolution für das Leben“, stellte sich Barbara Bleischs präzisen Fragen. Ein Gespräch mit Tiefe und Weite, überlegten Analysen und hoffnungsvollen Ausblicken, ein Gespräch, das aufzeigte, welch Licht sorgfältig über Gesellschaft nachdenkende Menschen in Köpfe bringen können. Wo könnte die Gemeinsamkeit der Klimastreiks, der Proteste NiUnaMenos und Black Lives Matter liegen?, fragte Barbara Bleisch zu Beginn. Darin, dass sie Revolutionen fürs Leben und nicht für irgendwelche individuellen Rechte sind. Eva von Redecker führte aus, dass wer sich auf diese Weise fürs Leben einsetzt, sich eigentlich gegen die Sachherrschaft von Lebendigem engagiert. Gegen das Recht also, mit seinem Eigentum alles machen zu können, was man will, bis hin zur Zerstörung. Was wir hier bei Tierrechten als selbstverständlich empfinden, soll zum Beispiel ausgeweitet werden auf das Recht auf Gesundheit, auf sauberes Wasser und vieles mehr. Freiheit wäre so durch die Gestaltung der gemeinsamen Welt zu finden und nicht in der Ausbeutung des Eigentums zum bloss eigenen Nutzen. Barbara Bleisch hakte nach und klar: Das Buch ist auch ein Plädoyer für die Überwindung des Kapitalismus. Was genau überwunden werden soll, nannte von Redecker die Profitorientierung und das Konkurrenzdenken, weil mit solchen Grundprinzipien des Wirtschaftens die Gewinne meist Wenigen zufallen und die Kosten, oder Abfälle, auf die Gemeinschaft abgeschoben werden. So düster die Gegenwartsanalyse mitunter schien, Eva von Redecker hält die Menschheit nicht für einen hoffnungslosen Fall, ist nicht der Meinung, dass bloss eine blutige Revolution den Karren aus dem Dreck ziehen kann. Gerade in den oben genannten Protesten, wie auch in ungezählten privaten Initiativen, sieht sie eine neue Solidarität sich formieren, die pflegt statt beherrscht, die regeneriert statt erschöpft und teilhat statt verwertet. Und so die Angst vor Veränderung überwindet. Obwohl Eva von Redeckers Mutter meinte „Evchen, sag doch nicht Kommunismus“, beschreibt ihr Buch doch eine Idee eines Wirtschaftens, das mehr an einer Gemeinschaft orientiert ist, mehr weltweite Zusammenhänge im Blick hat und weniger totale Gewinner und Verlierer produziert. Vielleicht hat Eva von Redecker es so geschafft, durch genaue Analyse auszuformulieren, was die mehrheitlich jungen Leute, die sogenannte neue Generation, die auf der Strasse ihre Stimme erhebt, für ihr Leben geändert haben will. Weil sie sich eine Zukunft für sich, ihre Mitmenschen und ihre Kinder vorstellen können wollen.

Kleiner Frühling live!

Keinen Sitzplatz bekommen? Sei trotzdem mit dabei – wir zeigen unser Programm via Live-Stream. Folge uns auf Instagram und klick dich und deine FreundInnen dazu. Hier gehts zum aktuellen Programm: Kleiner Frühling – grosse Frauen

Auf geht’s!

KLEINER FRÜHLING – GROSSE FRAUEN – HELLE FREUDE

Der kleine Frühling findet statt – in der Kunsthalle Ziegelhütte. Der Kurator Roland Scotti bietet uns das Gastrecht an. Welch ein Glück solche Freunde zu haben! Das Festival ist AUSVERKAUFT – kommt uns trotzdem besuchen, im Bücherladen, an den 15 + 1 Kunstorten im Dorf und im Kunstmuseum Appenzell. Bis bald, wir freuen uns auf euch!

 Programm kleiner Frühling 2021

Weiterlesen, Weiterblühen

Wir planen zuversichtlich und tatenfroh unseren „Kleiner Frühling – Grosse Frauen“. Als Auftakt dazu schon im April – Lesung mit Dorothee Elmiger (aus der Zuckerfabrik), moderiert von Marion Regenscheit, am Freitag 9. April 2021 im Bücherladen.

Laufend die neusten Infos unter: Kleiner Frühling

„Kleiner Frühling“ – Save the date!

Wir sind schon mitten in der Planung und vorfreuen uns riesig auf unser
Buch Kunst Fest „KLEINER FRÜHLING“
an Pfingsten 2021!

„Kleiner Frühling – Grosse Frauen“ – Save the date!

21. – 24. Mai 2021