Archiv der Kategorie: Dies und das

WE MADE IT – Von ganzem Herzen ein ozeangrosses Dankeschön!

Unser Traum wird Wirklichkeit – dank euch, dank eurem Vertrauen in uns und unsere Arbeit! Wir sind überglücklich und überwältigt, von so vielen Freundinnen und Freunden, Verwandten, Zugewandten, Bücherliebhaberinnen und Bücherladenfreunden unterstützt zu werden auf dem Weg in unser neues Abenteuer. Wir freuen uns riesig, euch alle nächstes Jahr in den neuen Räumlichkeiten zu treffen. Kommt vorbei auf einen Schwatz, einen Kaffee, ein Glas Prosecco und lasst euch von unseren Bücherschätzen verführen. Lesen wir weiter, denn Lesen verbindet, schafft neue Denkräume und öffnet Herzen und Welten! Wir stossen mit euch an!

Carol Forster, Anna-Lena Fässler, Vanja Hutter, Maria Riss, Noemi Lieberherr

Alte Zöpfe abschneiden

haare

Im Bücherladen liegt ein Flyer auf, der auffällt. Ein Haarzopf schlängelt sich über das Papier, „Alte Zöpfe abschneiden“ steht da geschrieben. Und sogleich taucht das berührende Buch „Der Zopf“ von Laetitia Colombani in meiner Erinnerung auf.

Smita, Giulia und Sarah haben eigentlich nichts gemeinsam: Sie leben in unterschiedlichen Welten, geografisch und auch was ihren Alltag betrifft. Wie drei Stränge eines Zopfes führt Laetitia Colombani diese drei Leben, in denen Haare auf unterschiedliche Weise eine Rolle spielen, zusammen. Und zeigt so, dass Unterstützung über verschiedenste Grenzen hinweg Leben ändern kann. Der Autorin ist eine wunderbare Geschichte darüber gelungen, wie schön es sein kann, wenn die Verbundenheit aller durch die Globalisierung fühlbar wird.

Und was hat es nun mit dem Flyer auf sich?
Die Naturcoiffeuse Edith Ulmann schneidet alte Zöpfe ab um Frauen und Kindern, die aufgrund von Krankheit ihre Haare verloren haben, eine Freude zu machen. Mit dem Verlust des Kopfschmuckes geht oft auch ein Stück Weiblichkeit, Sinnlichkeit und Identität verloren – das möchte Edith zusammen mit den Haar-Spenderinnen zurückschenken. Die Zöpfe werden zu haarcreation in Basel geschickt, wo sie zu schönen Haarteilen verarbeitet werden. Was es dazu braucht: ein bisschen Mut, frisch gewaschene Haare und eine Haarlänge von mindestens 20cm. Der Haarschnitt rundherum ist kostenlos.
Also hin und weg mit dem alten Zopf! Und vielleicht die ein oder andere goldene Kuh schlachten, die es sich in unserem Kopf bequem gemacht hat. Fürs neue Jahr die Chance zu haben, unbequem zwackende und störende Glaubenssätze zu entsorgen, kann befreiend sein. Das hilft sehen und sich freuen an dem, was ist. Und lässt uns so ein Teil der Fülle des Lebens sein.

 

Melina Cajochen

 

Wann und wo: Donnerstag 28. November 2019 von 18.30 bis 21.00 Uhr an der Jakob Signerstrasse 5 in Appenzell

Wie: ohne Anmeldung hin!

Bei Fragen: ei-genart@bluewin.ch

Ich liebe Bücher und Bücherregale über alles

Letzthin war ich bei meiner Tochter zu Gast. Immer, wenn ich bei jemandem eingeladen bin, interessiert mich das Büchergestell ganz besonders. Dies nicht im Sinne von «Sag mir, was du liest und ich sag dir, wer du bist». Ich mach mich eher auf die Suche nach Lektüren, die ich kenne und solche, die ich gerne mal lesen würde. Im Bücherregal meiner Tochter herrscht ein heilloses Durcheinander, die Bücher stehen kreuz und quer und die Tablare sind alle randvoll. Ich habe sie dann gefragt, ob sie die alle gelesen habe. «Nein, um Himmels Willen», meinte sie, «dann wären diese Regale ja schrecklich langweilig». Zugegeben, das hat etwas.

Das Regal meiner zweiten Tochter, einer gelernten Buchhändlerin, sieht wunderbar aus. Vor allem wohl deshalb, weil sie all ihre Bücher nach Farben geordnet hat. Sie findet einzelne Bücher problemlos, ich dagegen wäre hoffnungslos überfordert, wenn ich da einen Titel finden müsste.

Bei mir selber sehen die Regale nochmals anders aus, meine Bücher sind geordnet, nach dem Alphabet der Autorinnen und Autoren, wie es sich gehört. Wenn ich allerdings mein Regal mit andern geordneten Büchergestellen vergleiche, fällt doch etwas auf: Mein Büchergestell sieht sehr viel bunter aus. Dies wohl deshalb, weil in meinem Regal auch die Bücherschaffenden von Kinderbüchern ihren Platz im Alphabet bekommen haben. Und so kommt es, dass neben einem dicken Wälzer von Paul Nizon, die Bücher von Christine Nöstlinger stehen oder neben all den weissen Büchern von Siegfried Lenz, Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter ihren Platz gefunden haben. Weil für mich Kinderliteratur keine kleine Literatur für Kleine ist, weil sich literarisches Schreiben an keine Altersgrenzen hält und es aus meiner Sicht einmalig schöne und wunderschöne Texte für Kinder gibt.

Ich liebe Bücher und Bücherregale über alles. Ich freu mich im neuen Laden aufs Einräumen, aufs Sortieren und Gestalten. Und ich freu mich ganz besonders darauf, dass die vielen Titel, die im Bücherladen so dicht gedrängt aneinander standen, nun endlich genug Platz und Luft bekommen.

Und keine Angst, wir werden ordentlich einräumen, fein säuberlich nach Autorinnen und Autoren geordnet oder bei Sachbüchern nach Themen, wir werden eine grossräumige Kinder- und Jugendbuchabteilung gestalten, um all die vielen Bücher und Kostbarkeiten viel besser präsentieren zu können. Sie werden auch im neuen Laden «Ihr» Buch finden und sollte ein Titel fehlen, besorgen wir Ihnen das gewünschte Buch wie eh und je in kürzester Zeit.

Freuen Sie sich mit uns auf all die wunderschönen neuen Regale, die wir dank der vielen Zuwendungen auf der Plattform wemakeit bestellen konnten. Freuen Sie sich mit uns auf die wohlgeordneten Bücher und auf das spezielle, gemütliche Ambiente an der Hauptgasse 10.

 

Maria Riss

Alles neu…

macht der… machen wir!

Wir bauen um, ziehen um, in ein neues grösseres Ladenlokal. Soweit so bekannt.

Aber nicht nur äusserlich bekommt der Bücherladen einen neuen Touch. Auch innerlich: wir tauschen unser praktisches, altbewährtes, internes Bestell- und Bibliografie Programm aus. Ein modernes, komplett anderes System wird uns ab Anfang nächsten Jahres (hoffentlich) bereichern.

Die Neuerungen in den folgenden Monaten kommen Schlag auf Schlag. Auch eine neue Kasse wird uns dann herausfordern.

Wir freuen uns auf all die Veränderungen, doch das neue System wird uns (und unsere Kund*innen) in der ersten Zeit wohl einiges an Geduld und Nerven kosten. Aber: wemakeit!

Sie dürfen ab Mitte Januar nicht nur unseren neuen Laden besuchen, sondern jetzt schon mithelfen, dass der neue Laden gemütlich und im besten Licht erstrahlt, denn unser Crowdfunding Projekt schreitet in die Zielgerade ein und es sind noch weitere tolle Belohnungen dazugekommen:

Ein grossartiges Bild von der Künstlerin Sabine Fässler-Luger wartet auf ein Zuhause. Acht weitere Male „einschliessen und geniessen“ laden zum Schmökern ein und 11 signierte Bücher freuen sich gelesen zu werden.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und bedanken uns jetzt schon herzlich für die über 40 000 Fr. die wir mit Ihrer goldigen Unterstützung für den Ladenumbau finanzieren konnten.

 

Noemi Lieberherr

 

V102

Wie wir ja längst wissen, manche Dinge kommen dann eben halt doch anders.

Das sportliche Vorhaben, die 700seitigen Abenteuer des Dr. Shiwago nicht in 700, sondern 40 Tagen zu lesen, deutet auf eine zuversichtliche Lesetruppe.
Bereits aus den Startlöchern vorpreschend, auf zu einer rasanten Bestellung, damit möglichst rasch losgelesen wird – muss man schon wieder alles neu denken.
Denn: V102. Aus buchhändlerischer Fachsprache übersetzt heisst das: Titel fehlt vorübergehend. Vorübergehendes ist oftmals schwer zu fassen, und auch hier kann es bedeuten, morgen oder in zwei Wochen kann es kommen, gehen. Letzteres ist die Lieferzeit für den Dr. Shiwago. Für die disziplinierten LeserInnen unter uns vielleicht kein Thema. Doch wollen wir auch die ausgedehnten und kurzangebundenen Belesenen in unserer Lesegruppe. So kurzerhand der Umschwenk auf: „Die Frau die liebte“ von Janet Lewis. Charmante 144 Seiten. Der Doktor wird ins neue Jahr vertagt.

Weiterhin am Samstag 21. Dezember bei Pia um 19 Uhr, Anmeldung via mail@buecherladen-appenzell.ch

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in Vorfreude, Vanja Hutter

 

Beim Muschelessen über Muschelessen sprechen – Gute Bücher für dicke Leser

Schuberts Winterlieder.
Muschelnudeln mit Speck, Pilzen und Crème double
Zwei Salate
Wein, Bier, Wasser, Tee und Kaffee
Und Süsses dazu

Worte marschieren über den Tisch, mäandern auch mal
Der Anfang ist blass, die Mitte grandios, der Schluss ok
Wie Muscheln sterben (und Hummer bei Foster Wallace)
Wie Väter waren und sind
Was Mütter tun sollten. Und vielleicht nicht können
Was tatsächlich notwendig ist und hinreichend zumal

So oder so:
Der Tyrann muss weg
Punk.

Melina Cajochen

 

BUCH VIER

Das Buch für die nächste Runde „Gute Bücher für dicke Leser“ ist gewählt: Dr. Shiwago von Boris Pasternak. Sprechen wir darüber! Am 21. Dezember um 19 Uhr bei Pia. Gerne anmelden über mail@buecherladen-appenzell.ch.

Gleich bestellen und loslesen mit Ausgabe „schön-alt“ oder „elegant-neu“

 

Warum nicht…

..Bach?

Das Konzept Musik und Literatur miteinander in Verbindung zu setzen, begeistert uns spätestens seit wir an unserem Buch Kunst Fest «Kleiner Frühling» begonnen haben, literarische Matinéen mit Musik zu umrahmen. Daher freuen wir uns besonders, dass wir Ihnen gleich drei tolle Bach-Belohnungen anbieten können! Denn Bach geht eigentlich immer.

Wie wäre es zum Beispiel mit Bachs wunderschönen Cellosuiten, persönlich für Sie gespielt in unserer neuen Buchhandlung? Sarah Weilenmann, geboren in Zürich, hat unter anderem in Boston und Wien Cello und Barockcello studiert und ist seit mehreren Jahren Cellistin des Pacific Quartet Vienna, mit dem sie europaweit und in Asien auftritt. Sie nimmt den Weg nach Appenzell auf sich, um Sie drei Abende lang (29. Februar, 1. März, 16. Mai) in Bachs Klangwelt zu entführen. Was für eine exquisite Freude!

pacific_strings-5278Sarah Weilenmann mit ihrem Cello

Musikgenuss pur bietet das Klavierrecital von Sir András Schiff am 9. Februar in der Tonhalle Maag in Zürich. Der Ausnahmekünstler spielt aus Bachs «Das Wohltemperierte Klavier» BWV 870-893. Er selbst meint zu Johann Sebastian Bach: «Die westliche Musik erreicht einen absoluten Gipfel bei und mit Bach».

Mit gutem Gewissen können wir Ihnen auch unser drittes «Bachangebot» ans Herz legen. Wer es lieber mit Pauken und Trompeten mag, der sollte Bachs «Weihnachsoratorium» auf keinen Fall verpassen. Am 17. Dezember wird der «Klassiker» in der Tonhalle Maag in Zürich vom Collegium Vocale Gent unter der künstlerischen Leitung von Christoph Prégardien aufgeführt und wir haben noch acht der begehrten Tickets!

An dieser Stelle möchten wir der Hochuli Konzert AG ganz herzlich für die sechzehn Tickets danken, die sie uns grosszügig für unser Crowdfunding zur Verfügung gestellt haben! Es ist schön, so gute Freunde zu haben!

Hier gehts zu unserer Zügelaktion – wemakeit.ch

Platz für Mischa

Mischa ist eine ruhige Natur. Sensibel, elegant, zurückhaltend und unaufdringlich aber immer da, wenn er gebraucht wird. Er hat ein untrügliches Gespür für die Nöte seiner Mitmenschen und einen geduldigeren Zuhörer muss man erst einmal finden. Mischa hat ein depressives Syndrom und ein krankes Herz – wahrscheinlich ein Geburtsfehler, aber das ist nicht das eigentliche Problem bei Mischa, einer der sympathischsten Nebenfiguren, die mir bis jetzt über den Weg gewatschelt ist.

Mischas Geschichte ist schlicht und einfach zu alt für uns und unseren Bücherladen. Die deutsche Erstausgabe von Andrej Kurkows Roman „Picknick auf dem Eis“ erschien 1999. Seit da sind schätzungsweise eineinhalb Millionen deutschsprachige Bücher veröffentlicht worden (ganz so genau möchte ich das gar nicht wissen), ein Bruchteil davon in unserem Bücherladen gelandet und dennoch zu viele, um so schöne Geschichten wie die von Viktor und Mischa ständig zu beheimaten.

Darauf freue ich mich fast am meisten in unserem neuen Laden. Platz zu haben für ein paar mehr Klassiker und Lieblingsbücher. Und wenn dann Kundin Karenina oder Kunde Stoner auf der Suche nach einer witzigen, intelligenten, nicht angestrengt antirealistischen aber auch nicht wirklich traditionellen Geschichte sind, die nebenbei noch von einer wunderbar speziellen Freundschaft erzählt (denn wer kann schon von sich behaupten, mit einem Pinguin namens Mischa befreundet zu sein), dann weiss ich, welches Buch ich heraussuchen werde.

 

Anna-Lena Fässler

Warum kein..

..Schnitzel mit Schnitzler?

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oder Bananensplit mit Frau Yoshimoto?

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Wir haben uns eben überlegt. Da wir nebst lesen auch unglaublich gerne essen und wir Freunde haben, die unglaublich gerne und fein kochen – warum nicht alles in einen Topf schmeissen für einen Buchgenuss durch Kopf und Bauch?

Die Bücherladen-Lesegruppe stellt sich Ihnen zur Verfügung: Wir lesen und sprechen gemeinsam mit Ihnen über Ihr Lieblingsbuch oder ein Buch, über das sie gerne diskutieren möchten. Und geniessen ein Essen, das so im Buch gekocht, verspeist oder durch das Buch inspiriert wurde. Vielleicht gibt’s die weisse Suppe aus «Stolz und Vorurteil» von Jane Austen? Buchgespräche mit Buchspeisen in guter Gesellschaft an einem schönen Ort – ein grosses Vergnügen für lesefreudige GeniesserInnen.

 

Felix_VexerVerleger Josef Felix Müller an der Frauenfelder Buch- und Druckkunstmesse 2018

Andere LeserInnen mit gutem Geschmack verweisen wir gern auf den bibliophilen Schmaus, der Ihnen der Verleger Josef Felix Müller bei „Vesper mit Vexer“ auftischt.

Seit 1985 publiziert der Vexer Verlag aus St.Gallen Kunstbücher und Editionen von Kunstprojekten. Viele bekannte Schweizer Autoren und Künstlerinnen finden sich im Verlagsprogramm – Roman Signer, H.R. Fricker, Anastasia Katsidis, Peter Liechti, Monika Dillier. Und solche hinter den Landesgrenzen hinaus genauso. 2016 ist Vera Ida Müller, Tochter und Künstlerin, in den Verlag eingestiegen und schafft und schöpft in Berlin Buchprojekte. Erweitert das Verlagsprogramm mit internationalen Neuentdeckungen. Immer wieder wird ausgelotet, was kann ein Buch, der Raum zwischen zwei Deckeln als Forschungsfeld. Oft überraschend und immer verführerisch.

Bei „Vesper mit Vexer“ lädt Sie der Verleger und Künstler Josef Felix Müller ins Hinterzimmer der Bücherwelt ein. Warum und wie Bücher machen? Er erzählt aus der Verlagsgeschichte und -arbeit und zeigt seine Lieblingsbücher aus dem Vexer Verlag. Und auf Wunsch zeichnet er bei dem feinen Apéro Ihr Portrait blind in ein Lieblingsbuch. Noch Fragen? Gerne sammeln und dann stellen.

hier gehts zum Vexer Verlag

und hier zu unserem Zügelprojekt wemakeit

…Neue Woche, neue Belohnungen, neues Glück!

tagtraumdeuter, gedankenspielsucht, blütezeitraubend und und und

Unsere Schatztruhe des Hauses ist das „Tröckli“ der Appenzeller Lyrikerin Andrea Maria Keller. Das „tagediebesgut“ ist eine inspirierende Fundgrube und Spielplatz der Gedankenpurzelbäume. 99 Karten. 99 Worte gibt es zu entdecken, wegzuschicken, aufzustellen, durchzublättern. 10 signierte Tröcklis sind ab sofort als Belohnung auf wemakeit.ch abzustauben!

 

EG

Wir sind freudig überrascht, dass der Strom begeisterter Einschliesser und Geniesserinnen nicht abreisst. Menschen, die gerne mehrere Stunden in einer Buchhandlung verbringen, sind uns sowieso sehr sympathisch. Aufgrund der grossen Nachfrage, starten wir eine zweite Runde „Einschliessen&Geniessen“ auf wemakeit.ch.

 

 

Zum Glück haben wir kein Klavier im fünften Stock

Dass es das Wort «zügeln» im Hochdeutschen nicht gibt, finde ich unbegreiflich.
Stattdessen Umziehen. Das Kleid, Gehäuse wechseln. Passt schon auch.

In meinem Leben bin ich sechsmal umgezogen. Ich habe eine Freundin, die ist schon achtzehnmal und Lucia Berlin, eine meiner Lieblingsautorinnen, ist schon mehr als fünfundzwanzigmal gezügelt. Fast schon zügellos.

Zügeln könnte das Verb von Züg, also Zeug sein. Das Zeug, dass man wieder und wieder halt doch mitnimmt. Das Zeug, dass man dann aussortiert, das Zeug auf das man sich besinnt, für das man sich von neuem bewusst entscheidet.
Das Zeug, das Leben ist.

Zügeln braucht Taktik. Ab wann kannst du die Leselampe einpacken? Erst ganz am Schluss natürlich. Am Zügeltag.

Das Zügeln von Büchern wird auf verschiedene Arten praktiziert. Die Geister scheiden sich in Kisten und Taschen. Für mich die erprobt idealste Methode, sind zwei Migros-Säcke ineinander (Stabilität) und dann mit Bücher gefüllt, nicht zu voll! Kisten schiessen so in den Rücken.

In unserer Branche herrscht sie, die Kiste, jedoch vor. In der Nacht werden darin die Bücher geliefert und am Morgen daraus ausgepackt. Jedes Buch geht durch unsere Hand, um seinen Platz im Laden zu finden. Die Menge der Bücher in Relation mit den zur Verfügung stehenden Regallängen und Tischtiefen, führt zu gut versteckten Bücherschauplätzen. Es lohnt sich somit in jede Ritze zu schauen, es könnte ein Buch drin stecken.

Darauf freue ich mich so im neuen Bücherladen – ein Buch für sich, die Ränder unberührt vom Buchnachbar.

Und aufs Auspacken. Einreihen. Das neue Kleid anprobieren, abändern. Die neuen Gänge einlaufen. Abläufe neu denken. Neues Licht. Altbekannte Gesichter. Ungeplantes. Unverhofftes.

Und auf das Zügeln selbst. Zusammen Kisten tragen geht so viel ringer.

 

Vanja Hutter

 

Warum nicht..

..ein Lachen an der Wand? Die Appenzeller Künstlerin Vera Marke hat uns fünf davon in den Laden gebracht und unterstützt unsere Zügel-wemakeit-Aktion damit auf beglückende Weise.

lachen

Anagramm von Vera Marke, Edition Marke
CHANEL Nº 2218, 2016
Öl auf Karton, 14,8cm x 21cm, verpackt

Lachen und viele andere Sachen haben wir erfunden, gesammelt und bekommen, um den Bücherladen am neuen Ort zu ermöglichen.
Dass wir selber nebst dem Lesen noch zu anderen Dingen kommen, ist erstaunlich und erfreulich. Zum Beispiel im Falle Anna-Lena. Bevor sie überhaupt lesen konnte, spielte sie schon auf der Geige. Die Appenzellermusik ist ihr, von Zürich herkommend, bald ans Herz gewachsen. Zusammen mit ihrem Mann Benjamin und dem Musikanten Hans sind sie seit einigen Jahren quasi unsere Bücherladenhausmusik.

Annabe

Wenn Sie Lust auf ein beschwingtes Kennenlernen unseres neuen Ladens haben, dann sollten Sie sich die Losi im Laden nicht entgehen lassen. Fürs leibliche und seelische Wohl ist gesorgt.

der Link zu unserer Zügelaktion: wemakeit.ch

Wir machen es – wir ziehen um – wemakeit.ch!

 

Liebe Freundinnen und Freunde des Bücherladens

Liebe Kundinnen und Kunden

Vor beinahe dreissig Jahren habe ich den Bücherladen am Postplatz beim Ditze Rössli eröffnet. «Hier liest doch keiner» hiess es damals, was natürlich nicht stimmte. Der Laden wuchs kontinuierlich und schon nach vier Jahren zogen wir um an die Poststrasse 1. Der Laden war nicht mehr aus dem Dorf Appenzell wegzudenken. Nun, nach dreiundzwanzig Jahren am Schmäuslemarkt, haben wir uns entschlossen, den Schritt an die Hauptgasse 10 zu wagen. Die Platzverhältnisse sind eng geworden, wir können die schönen Bücher oft nicht frontal präsentieren, die Bürosituation hinter den Kulissen ist seit je her beengt und irgendwie provisorisch. Und doch haben wir immer gerne hier gearbeitet und tun es noch heute.

Wieso also weiterziehen? Als das stimmige Ladenlokal der ehemals Klarer AG frei wurde, war uns sofort klar, dass wir die Gelegenheit packen und mit Büchern neues Leben in die Gemäuer bringen  möchten. Der Bücherladen muss im Dorf bleiben. Mit meinem jungen, hochmotivierten, mitdenkenden und schlicht grossartigen Team schien es plötzlich möglich, den grossen Sprung an die Hauptgasse zu wagen. Wir nehmen unsere Bücher mit, den Esprit und unsere gute Laune, lassen die alten Gestelle zurück, setzen unsere Bücher neu in Szene und freuen uns riesig über mehr Raum und mehr Luft und einen Neuanfang. Wir sind überzeugt, hier den Ort gefunden zu haben, an dem der Bücherladen Zukunft hat.

Dass eine Buchhandlung eine solche Veränderung nicht einfach so aus der eigenen Tasche finanzieren kann, liegt auf der Hand. Dennoch machen wir den Schritt, denn wir wissen, dass unsere Kundschaft mitziehen wird. Und mit Ihrer Hilfe über unsere Crowdfundingkampagne auf wemakeit.ch sind wir in der Lage, dieses Abenteuer gutgelaunt anzugehen und durchzustarten. Ziehen Sie mit uns mit, lesen Sie weiter, tauchen Sie ein in die Literaturen dieser Welt, reisen Sie in Büchern, machen Sie Halt in unserer schönen Buchhandlung, die eine Oase der Inspiration ist. Wir freuen uns auf Sie!

Ihre Carol Forster

 

Die ganze Crowdfundingaktion mit kreativen Belohnungen und Finanzierungsideen auf wemakeit.ch – vielen Dank für Ihre Unterstützung!

 

Neueröffnung am 18. Januar 2020 – Hauptgasse 10

 

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Die Bücherladenlesegruppe und die Wände

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In fast schon Jagdhütten-Atmosphäre bei Armin im Marktplatz trafen wir uns Bücherladenlesegruppenmitglieder und beschäftigten uns mit der Wand in „Die Wand“. Unter Anderem. Heiss diskutiert wurden Fragen wie: Ist die Wand eine Katastrophe oder eine Erlösung? Ist Frau um die es geht, besser dran ohne Menschen? Und wir selber, würden wir durchdrehen oder anpacken? Was wissen wir denn noch vom Anpflanzen, Melken und Überleben? Ist das beunruhigend oder völlig ok? Liegt in der harten Arbeit ein Glück, dass wir suchen sollten? Fünf verschiedene Ausgaben desselben Buches, sechs mitunter unterschiedliche Meinungen – es pulsiert und weckt, das Buchgespräch!

Gute Bücher für dicke Leser – weiter geht’s am Dienstag 12. November, um 18.45 mit
Das Muschelessen“ von Birgit Vanderbeke. Also Buch holen, anmelden, lesen und mitschwadronieren. Wir freuen uns auf euch! Ort geben wir alsbald bekannt.

 

Melina Cajochen

Gute Bücher für dicke Leser, 2te Runde

Geschätzte Leserinnen, werte Leser

Unser Leseklub geht in die zweite Runde!
Die Lektüre ausgewählt hat diesmal Erwin Bolli, Stammkunde und Ladenfreund. Er hat es schon einmal gelesen, möchte wieder und vor allem freut er sich, endlich darüber
zu reden.

Und zwar über..

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Marlen Haushofer, die Wand

 

Wir treffen uns am Mittwoch 9. Oktober um 19 Uhr, mit Plättli irgendwo in Appenzell – Ort wird noch bekanntgegeben
Anmeldung gern via Bücherladen Telefon oder Mail

 

direkt bestellen im Bücherladenshop

Wir freuen uns, bis bald!