Archiv der Kategorie: Kinder- und Jugendbuch

Frisch vom Markt für Jugendliche

Maria Riss empfiehlt spannende Sommerlektüren!

dearmartinYustyce ist einer der besten Schüler seines Jahrgangs. Yustice sieht gut aus und kann auch im Sport mithalten. Fürs nächste Jahr hat er sich gar einen Studienplatz in Yale gesichert. Aber Yustice wird völlig willkürlich verhaftet und in Handschellen gelegt, obwohl er nur einem betrunkenen Mädchen helfen wollte. Denn Yustice ist schwarz. Er kommt zwar frei, weiss aber nicht, wie er mit seiner Wut umgehen soll. So beginnt er zu schreiben. Er schreibt Briefe an Martin Luther King, bittet um Rat, weil er einfach nicht weiss, wie er mit den vielen, oft kleinen rassistischen Beleidigungen im Alltag umgehen soll, und er weiss auch nicht, wem er sich anschliessen soll. Da gibt es die Gruppe der radikalen schwarzen Kämpfer, die mit roher Gewalt ihr Recht einfordern, manche von ihnen kennt Yustice seit dem Kindergarten. Da ist seine weisse Mitschülerin Sarah-Jane, die er so mag und die ihm nicht nur beim Debattieren zur Seite steht. Und da ist seine Mum, die für ihren Sohn alles tut, es aber niemals verstehen würde, wenn Yustice sich in ein weisses Mädchen verlieben würde. Egal wem sich Yustice anschliesst, er wird sich Feinde machen. Und von Martin Luther King bekommt er auch keine Antwort. Aber all die Briefe, die vielen Überlegungen, das Ordnen der Gefühle beim Schreiben, das ist trotz allem hilfreich. Und ganz zum Schluss weiss Yustice, welchen Weg er gehen will.

Gleich mit ihrem ersten Roman ist der jungen Autorin Nic Stone ein Wurf geglückt. Nicht nur, weil das Thema nach wie vor so aktuell ist, sondern auch, weil sie Yustice mit seinem Durcheinander an Gefühlen, seiner Suche nach dem für ihn richtigen Weg so glaubhaft und eindringlich beschrieben hat. Yustice gerät immer wieder zwischen die Fronten und wird bedroht. Dies ist nicht nur in Amerika so. Jugendliche werden Yustice Konflikte sehr gut nachvollziehen können. Es geht im Buch darum, seine Rechte einzufordern, sich über die eigene Haltung klar zu werden und dafür auch gerade zu stehen, ganz egal, ob man sich damit Feinde macht. Das spannende Buch sei Jugendlichen ab etwa 14 Jahren wärmstens empfohlen.

Nic Stone: Dear Martin
Aus dem Englischen von Karsten Singelmann
Rowohlt 2018
ISBN: 978-3 499-21833-0

 

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Malcolm lebt mit seinen Eltern und seinem Daemon Asta in Oxford. Er ist etwa 12 Jahre alt und ein ungemein kluger und hilfsbereiter Junge. Gegenüber dem Fluss gibt es ein Nonnenkloster, Malcolm hilft dort immer wieder aus. Eines Tages wird im Kloster ein Baby abgegeben, ein kleines Mädchen mit dem Namen Lyra. Zur gleichen Zeit passieren merkwürdige Dinge: Malcolm beobachtet einen Mord und belauscht beim Helfen in der Gaststube seiner Eltern geheime Gespräche über Macht, Krieg und Religion. Malcolm erfährt auch, wer der Vater der kleinen Lyra ist. Lyras Vater wird verfolgt und kann sich nicht um seine kleine Tochter kümmern. Malcolm verspricht ihm, was immer auch kommen möge, er werde Lyra beschützen. Man munkelt in diesen Tagen auch von einer Flut, die kommen werde, so gross, wie sie noch nie jemand erlebt habe. Es ist Malcom, der zusammen mit dem Küchenmädchen Alice das kleine Baby vor den schrecklichen Fluten rettet. In Malcolms kleinem Boot gelingt ihnen die Flucht. Um das Baby Lyra scheinen sich die Mächtigen des Landes zu streiten, deshalb wird Malcoms Boot verfolgt. Nicht nur die riesigen Wassermassen, auch bewaffnete Verfolger bedrohen das Leben der drei Flüchtenden. Alice und Malcolm haben Lyra vom ersten Moment an in ihr Herz geschlossen und verteidigen ihr Leben mit allen Mitteln. Erst ganz am Schluss, nach dem Bestehen von unglaublich vielen Gefahren, können sie Lyra endlich in die Hände ihres Vaters legen.

Philip Pullman hat einen ganz fantastischen Roman geschrieben, dies in jeder Beziehung. In welcher Zeit und Welt die Geschichte spielt, ist unklar, im Vordergrund steht aber der Konflikt zwischen mächtigen Religionsführern und den Gelehrten der Wissenschaft. Der Autor hat den Plot mit vielen fantastischen Elementen ausgestattet, so wird etwa jede Figur von einem passenden Daemon begleitet, dies macht die Lektüre zusätzlich spannend und geheimnisvoll. Auch die Beschreibungen der Figuren sind so treffend, dass Lesende Alice und Malcolm zu kennen glauben und wohl mit allen beiden gern befreundet wären. Obwohl das Buch fast 600 Seiten umfasst, würde man gerne weiterlesen, so eindrücklich ist diese Lektüre, auch wegen der vielen, aktuellen und politischen Anspielungen. Da ist es gut, dass bereits im Herbst der nächste Band «Ans andere Ende der Welt»erscheinen wird.

«Über den wilden Fluss» ist Teil der Vorgeschichte zur unvergesslichen Trilogie «Der goldene Kompass».

Philip Pullman: Über den wilden Fluss
Aus dem Englischen von Antoinette Gittinger
Carlsen 2018
ISBN: 978-3-551-58393-2

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Eine Insel zwischen Himmel und Meer

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Vor fast zwölf Jahren entdeckte der alte Osh ein kleines Boot vor der Küste. Erst beim Näherkommen sah er das kleine Baby darin. Er nannte das kleine Mädchen Crow. Seither leben die beiden zusammen auf dieser kleinen abgeschiedenen Insel im Einklang mit der Natur. Später will Crow wissen, woher sie kommt, will herausfinden, wer ihre Eltern sind und weshalb sie in einem alten Kahn ausgesetzt wurde. Osh hat zwar grosse Angst, seine geliebte Pflegetochter zu verlieren, aber er hilft bei der Suche, wo er nur kann. Die Geschichte begeistert vor allem durch die so gelungene Beschreibung der Figuren und deren warmherzige, feinfühlige Beziehung zueinander.  In einer wundervoll umsichtigen Sprache erzählt die Autorin von Crow’s Suche nach ihrer Identität, aber auch vom kargen und einfachen Leben in dieser unwirtlichen Gegend. Dies beeindruckt und berührt gleichermassen. Ein spannendes, anspruchsvolles und wunderbar stilles Buch, dessen Figuren und auch die Handlung lange nachhallen. Für Jugendliche.

 

Maria Riss

Lauren Wolk: Eine Insel zwischen Himmel und Meer
dtv. Reihe Hanser 2018

 

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Vomhimmelhoch das Schneegestöber

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Rico sagt von sich, tiefbegabt zu sein. Sein bester Freund ist der hochbegabte Oskar. Beide wohnen nun an der Dieffe 93. Mama hat den Bühl, den nettesten Polizisten Berlins geheiratet und sie hat jetzt einen so dicken Bauch, als hätte sie einen Wasserball verschluckt und trägt sehr weite Klamotten wegen der Umstände. Es ist der 24. Dezember und Rico muss unbedingt zusammen mit Oskar nochmals zu Karstadt. Wegen den Geschenken. Seit einiger Zeit hat sich Ricos Tiefbegabung echt gebessert, er könnte, wenn es sein muss, auch ganz alleine zum Kaufhaus laufen und würde den Weg zurück wohl auch wieder finden. Aber mit Oskar macht Einkaufen sehr viel mehr Spass. Unterwegs kommen sie an einem Hinterhof vorbei, den beide möglichst ignorieren. Zu viele schöne und auch enttäuschende Erinnerungen kommen hoch. Die beiden kaufen also ihre Geschenke und kämpfen sich durch den hohen Schnee heim. Aber Rico lassen die Erinnerungen an den Sommer im Hinterhof nicht mehr los, und er erzählt sie seinen Leserinnen und Lesern nach und nach. Unterdessen tobt draussen ein richtig heftiger Schneesturm. Niemand traut sich mehr raus. Auch an der Dieffe 93 geht so ziemlich alles drunter und drüber und keiner weiss, wie dieser verrückte Tag noch enden wird. Plötzlich stehen da auch frühere Freunde vom Hinterhof vor der Tür und die wieder wegzuschicken, das geht bei diesem Wetter beim besten Willen nicht. Rico und Oskar, die helfen fleissig mit am Wirbeln und am Hochhergehen und zu guter Letzt, da gibt es zwei riesengrosse Überraschungen, so richtig Vomhimmelhoch, mit denen wirklich an diesem Abend niemand gerechnet hätte.
Wer gute Laune braucht, nehme dieses Buch zur Hand. Ganz egal, wie alt man ist. Man spürt schier in jeder Zeile, wie viel Spass der Autor am Schreiben hatte und genauso geht es den Leserinnen und Lesern. Man geniesst jedes einzelne Wort, fiebert mit und lacht immer wieder zwischendurch. Und dann kommt dieses wunderfantastische Ende, das man sich genauso erträumt hat. Andreas Steinhöfel ist ein wunderbar einfühlsamer Beobachter, ein Sprachkünstler, ein in jeder Beziehung begnadeter Erzähler. Er hat seiner grossen Leserschaft mit diesem Buch ein einmalig schönes Weihnachtsgeschenk gemacht. Für Kinder ab etwa 10 Jahren.

Maria Riss

 

Andres Steinhöfel: Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch.
Mit Illustrationen von Peter Schössow – Carlsen Verlag

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Alles, alles über Berge

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Dieses neue Sachbuch ist schier allumfassend, was das Thema «Berge» betrifft. Da werden Pistenfahrzeuge präsentiert, Höhlenformationen erklärt, da gibt es Informationen zu allen möglichen Tieren, die sich auf das Leben in der kargen Berglandschaft spezialisiert haben. Da geht es um Schneekristalle, um Gletscher, um Höhenkurven oder um die Kraft des Wassers. Auf jeder Seite werden Leserinnen und Leser aufgefordert, etwas zu tun. Wanderwege einzuzeichnen beispielsweise, kleinere Experimente durchzuführen, Blätter zu analysieren oder Rindenabdrücke zu erstellen. Das Buch besticht vor allem durch die vielen informativen Bilder, die Texte sind auf ein absolutes Minimum reduziert. Ein bisschen ähnelt die Aufmachung einem Comic; so erhalten auch eher lesefaule, aber interessierte Kinder Lust auf die Lektüre. Für Bibliotheken eignet sich das Buch weniger, weil Nutzerinnen und Nutzer immer wieder ins Buch malen sollen. Für den Unterricht eignen sich die klaren Illustrationen und Erklärungen aber ganz besonders: Wenn Wissen so vermittelt wird, können Lesen und Lernen richtig Spass machen! Für Kinder ab etwa 8 Jahren und Erwachsene.

Maria Riss

Piotr Karski: Berge, Das Mitmachbuch für Gipfelstürmer, Moritz 2017.

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Abenteuer am Mississippi

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Die Geschichte beginnt in den Südstaaten von Amerika und spielt am Ende des 19. Jahrhunderts. Vier Kinder aus völlig verschiedenen Milieus haben in den Sümpfen heimlich eine Hütte gebaut und verbringen dort ihre ganze Freizeit. Beim Angeln passiert es: Sie fischen aus dem Fluss eine alte Dose mit drei Dollar drin. Die drei bestellen sich mit dem Geld beim Versandhauskatalog eine Pistole, mit passender Munition versteht sich. Als das Paket endlich eintrifft, finden sie darin aber bloss eine alte Uhr. Bald erfahren die vier, dass diese Uhr ein Vermögen wert ist, denn die Falschlieferung wird im ganzen Land gesucht. Wenn diese alte Uhr tatsächlich mehrere tausend Dollar wert ist, dann wollen die vier auch etwas davon abkriegen. Dafür muss man die Uhr aber in Chicago vorbeibringen. Also beschliessen die vier, nach Norden abzuhauen.
Diese Reise durch ganz Amerika wird für die Kinder abenteuerlich und gefährlich, zumal sie kaum Geld besitzen. Zuerst fahren sie in ihrem selbstgebauten Einbaum nach New Orleans, dann mit dem Raddampfer den Mississippi hoch, später als blinde Passagiere im Zug weiter gen Norden. Sie werden überfallen, fahren zum ersten Mal mit einem Tram, staunen über Automobile, erfahren, da der jüngste von allen schwarz ist, wie verbreitet der Rassismus in bestimmten Gegenden noch immer ist und erleben auch öfters, wie hilfsbereit Menschen sein können. Ja und am Schluss, nachdem sie sogar einen Mord aufgeklärt haben, da werden die vier doch tatsächlich steinreich.
Der italienische Autor Davide Morosinotto hat ein ganz wunderbares Abenteuerbuch geschrieben: Eine überaus packende Handlung mit vielen, unvorhersehbaren Wendungen, schrägen Typen, fernen Schauplätzen und Hauptfiguren, deren Abenteuer man am liebsten selbst bestehen würde. Und vor allem am Anfang hat man beim Lesen das Gefühl, Huckleberry Finn tauche nächstens hinter einer Hausecke auf. Besonders faszinierend sind zudem die vielen Einblicke in das Leben jener Zeit: der technische Fortschritt, das schwierige Leben der Farmer, der für alle Beteiligten schreckliche Aufenthalt in einem Gefängnis. Das Buch ist in vier Teile gegliedert, jede der Hauptfiguren berichtet von einem Teil der gefährlichen Reise. Dadurch wird die Verschiedenartigkeit der vier Abenteurer spürbar. Diese spannende Art von Road Movie wird Kinder und Jugendliche ab etwa 12 Jahren, Mädchen wie Jungen, mit Sicherheit begeistern. Das Buch eignet sich zudem dank der klaren Gliederung auch hervorragend zum Vorlesen.

Maria Riss

Davide Morosinotto, Die Mississippi-Bande, Thienemann 2017.

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Hin- und hergerissen

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Dass für Teenager das Leben nicht immer einfach ist, weiss Remy O’Malley seit ihrem zwölften Geburtstag. Ihr Stiefvater war ein gewalttätiger Tyrann der es liebte ihr und ihrer Mutter Schmerzen zuzufügen. Jahrelang musste sie ihre Gabe, ihre Heilkraft geheim halten. Als sie zu ihrem leiblichen Vater Ben O‘Malley kommt lernt sie das erste Mal in ihrem Leben, ihre ruppige Fassade zu senken und anderen zu vertrauen – und verliebt sich in Asher Blackwell. Die berühmt-berüchtigte Familie Blackwell die aus den Geschwistern  Gabriel (dem grüblerischen, unnahbaren Ältesten), Asher (dem Draufgänger und Frauenheld) und Lottie (der leicht eingebildeten Zicke) besteht ist genauso anders wie Remy. Sie sind unsterbliche  Beschützer und Remy als Heilerin eigentlich ihre Feindin. Trotz dieser Tatsache verlieben Remy und Asher sich in einander. In den vorausgegangenen Büchern (Touched Der Preis der Unsterblichkeit & Touched – Die Schatten der Vergangenheit) verliert Remy ihre Mutter, wird ihren Stiefvater los und muss hilflos zusehen (gezwungen von ihrem eigenen Grossvater) wie ihr leiblicher Vater Ben gekidnappt und ihre Stiefmutter Laura tödlich verletzt wird. Ihre Beziehung zu Asher leidet darunter, das die Erlebnisse beide zu sehr verändert haben, zudem entdecken Remy und Gabriel ihre Gefühle füreinander. Hin und hergerissen zwischen den ungleichen Brüdern muss Remy erkennen, dass sie das Kind einer verbotenen Liebe ist, denn ihre Mutter war eine Heilerin und ihr Vater ein Beschützer. Das ist auch einer der  Gründe, warum Heiler und Beschützer sie entweder für ihre Zwecke missbrauchen oder töten wollen. Wird es ihr gelingen zu überleben und die richtige Entscheidung in Sache Liebe zu fällen?

Corrine Jackson beschreibt meisterlich aus der Ich-Perspektive das Gefühlsleben ihrer Protagonistin Remy. Jeder ihrer Charaktere hat deutlich wahrnehmbar eine eigene Stimme, eine selbstständige, oftmals eigenwillige Persönlichkeit die mit Humor, Ironie und teilweise sogar Sarkasmus zu lustigen Dialogen beiträgt. Für alle Fantasy – Fans die nicht immer nur in fiktive Welten eintauchen sondern ihre fantastischen Charaktere gepaart mit Magie in der realen Welt verankert erleben wollen.

Sarah Berghändler

Corrine Jackson, Touched – Die Macht der ewigen Liebe, Thienemann 2014.

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Sternenkinder

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Daniel ist ein besonders kluger Schüler. Nur mit dem Rechnen hat er es nicht so, es gibt Zahlen, die ihm Angst machen, die Unglück bringen. Und der Sport, vor allem das Footballspielen, ist für Daniel eigentlich ein Albtraum, obwohl er in der Schulmannschaft mitspielt. Daniel ist anders und er läuft immer wieder Gefahr, von den andern ausgegrenzt zu werden. Aber er hat Gottlob einen Freund. Wenn der starke und bei allen beliebte Max an seiner Seite ist, kann ihm niemand was anhaben. Und dann findet er diesen seltsamen Zettel in seinem Schulrucksack: Ich brauche deine Hilfe. Ein anderes Sternenkind. Daniel ist verwirrt und muss sein abendliches Programm sofort ausbauen: Exakt 35-mal vom Bett ins Bad wandern, den Lichtschalter 120-mal betätigen, jede Hand mit zehn Rubbelbewegungen waschen und vieles mehr. Oft dauert sein Programm mehrere Stunden, bis er endlich einschlafen darf. Bald stellt sich heraus, dass dieser Zettel von Sara kam. Sara, die mit niemandem spricht. Sara, die stets nur mit einer Betreuerin in der Schule auftaucht. Aber Daniel wird von Sara angesprochen, sie bittet ihn um Hilfe, den Mörder ihres Vaters zu finden. Sara ist klug, Sara ist auch direkt und sie konfrontiert ihren neuen und bisher einzigen Freund mit seiner Krankheit. Daniel war bis dahin ein Meister darin, seine Zwangsstörung vor andern geheim zu halten. Sara hilft Daniel, endlich über seine Ängste zu reden. Daniel wiederum hilft seiner so ungewöhnlichen Freundin, dem mysteriösen Verschwinden ihres Vaters auf die Spur zu kommen. Dass sie dabei einbrechen, heimliche Tonaufnahmen machen und Überwachungen anstellen müssen, macht die Lektüre überaus spannend. Im Buch von Wesley King geht es nicht nur um das Tabu rund um Zwangsneurosen, es geht vor allem auch um Zivilcourage, um Freundschaft, um das «Über-sich-hinauswachsen». Der Autor litt als Jugendlicher selber unter Zwangsstörungen, dies ist sicherlich ein Grund, weshalb ihm die Beschreibung der Hauptfigur so überaus glaubhaft gelungen ist. Man versteht Daniel beim Lesen, leidet mit ihm mit, kann seine Ängste und Zwänge auch nachvollziehen. Dies alles ist verpackt in einen sehr spannenden und verzwickten Plot. Für Jugendliche ab etwa 13 Jahren.

Maria Riss

Wesley King, Daniel is different, Magellan 2017.

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Rigo und Rosa

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Rigo, das ist ein Leopard – Rosa, eine kleine Maus. Man glaubt es kaum, aber die beiden sind dicke Freunde. Sie leben im Zoo und verbringen die Tage zusammen. Dabei haben sie viel Zeit, um sich Geschichten zu erzählen, um sich Fragen zu stellen und gemeinsam über Antworten zu grübeln. Die beiden finden beispielsweise heraus, dass die Pinguine im Zoo eigentlich zweimal Geburtstag feiern könnten: einmal als das Ei gelegt wurde und einmal, als sie aus dem Ei schlüpften. Ein andermal stellen sich die beiden vor, wie sie die Welt anders erschaffen würden – eine Welt mit hohen Käsebergen, meint Rosa, das wär doch wunderschön! Oder sie denken über die Weltkugel nach, wo man hinkommt, wenn man nicht aufhört zu graben und sie staunen ob der Tatsache, dass die ganze Erde im Weltall schweben kann, obwohl sie doch so unglaublich schwer ist.

Wenn Lorenz Pauli und Kathrin Schärer zusammen ein Buch machen, dann wird das ein gutes Buch. Die vorliegende Sammlung mit 28 Kurzgeschichten bestätigt dies einmal mehr. Ganz wundervoll hat die Illustratorin das Geschehen und die Stimmungen der beiden Hauptfiguren in ihren Bildern eingefangen. Die kurzen Texte eignen sich hervorragend zum Vorlesen, zum gemeinsamen Philosophieren, zum Lachen und Geniessen für zwischendurch. Die Themen der Erzählungen sind ganz nah an dem, was Kinder immer wieder beschäftigt. Es geht um Freundschaft, um Vertrauen, es geht um Langeweile, ums Träumen und darum, dass man Geschichten immer neu und anders erfinden kann. Ein «rigoros» gutes und wunderbares Vorlesebuch für Kinder ab etwa 6 Jahren.

Maria Riss

Lorenz Pauli / Kathrin Schärer, Rigo und Rosa, Atlantis 2016.

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Mauspost

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Briefträger Maus hat keinen leichten Job. Am frühen Morgen schon zieht er los, mit einem riesengrossen Karren voll von Paketen und Briefen. Bei allen Tieren muss Briefträger Maus vorbei, bei der Elster, bei den Hasen, beim Maulwurf, bei den Ameisen, bei Familie Krokodil und vielen andern. Überall klingelt Briefträger Maus und überall wird er freudig empfangen und begrüsst. Das allerletzte Päckchen, es ist mittlerweile Abend geworden, das bringt Briefträger Maus seinem Sohn Tommy mit, der hat heute nämlich Geburtstag. Ein Bilderbuch, das diesen Namen wirklich verdient. Kleine Betrachterinnen und Betrachter werden ihre helle Freude daran haben, all diese Wohnungen und Häuser von innen zu betrachten. So viele Details kann man entdecken. Im Haus der Fliege beispielsweise hat es auch Möbel an der Decke, bei den Hasen türmen sich die Stockbetten und beim Krokodil, da steht alles unter Wasser, weil das schlaue Tier mittels Trichter eine Bewässerungsanlage eingebaut hat. Ein wunderbares Entdeckerbuch, das schon ganz kleine Kinder – und ältere ebenso – begeistern wird.

Maria Riss

Marianne Dubuc: Briefträger Maus. Beltz 2016.

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Elin im Sturmland

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Die Geschichte spielt im Jahr 2060 in Schweden. Nichts ist mehr, wie es einmal war. Schnee gibt es schon lange nicht mehr, dafür werden die Menschen von heftigen Stürmen geplagt, roter Sand bedeckt immer wieder die Landschaft. Elin ist etwa 16 Jahre alt. Sie und ihre Familie haben der Regierung getrotzt, sind nicht in die grossen Städte gezogen und leben auf einem der verstreuten Höfe. Tag und Nacht müssen die Überwachungskameras laufen, ständig sind sie unter der Kontrolle der Mächtigen. Und dann passiert es: Auf dem Ritt nach Hause werden Elin und ihr Bruder überfallen. Elin hat ihre Armbrust dabei und kann sich wehren. Ihr Bruder Vagn aber wird entführt. Sofort macht sich Elin auf die Suche nach ihrem geliebten Bruder. Dies ist lebensgefährlich. Nicht nur die Entführer, eine verfeindete Familie, machen ihr zu schaffen, es ist auch die Armee und die Polizei und das Gefühl, niemandem wirklich trauen zu können.

Mats Wahl hat ein absolut spannendes, packendes Buch geschrieben, das Jugendliche beider Geschlechter gleichermassen begeistern wird. Und dies bereits ab der ersten Seite. Das Buch besticht nicht nur durch die enorme Spannung, besonders beeindruckend ist auch die Zeichnung der Figuren gelungen. Elin und Vagn könnten nebenan wohnen, so glaubhaft und nachvollziehbar sind ihre Handlungsweisen. Obwohl die Geschichte in ferner Zukunft spielt und vieles fremd erscheint, stellt der Autor beklemmende Bezüge zu unserer heutigen Welt her. Das Buch ist aus diesem Grund sehr viel mehr als bloss ein Abenteuerbuch oder Fantasy Roman. Mats Wahl gehört zu den wichtigsten Autoren der modernen Jugendliteratur. Mit diesem Buch, das unbedingt in jede Bibliothek gehört, beweist er dies einmal mehr. Bereits ist der zweite Band erschienen: Sturmland. Die Kämpferin.

Maria Riss

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Wenn mein Mond deine Sonne wäre

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Max ist etwa acht Jahre alt und wohnt in einer kleinen Stadt. Sein Grossvater wohnt im gleichen Ort, nur leider im Pflegeheim, hinter verschlossenen Türen. Max hat Sehnsucht nach seinem Grossvater, überall in seinem Körper. Diese Sehnsucht wird so gross, dass Max an einem Sommermorgen ganz früh aufsteht, einen Rucksack packt und sich zum Pflegeheim aufmacht. Heute ist der Tag, heute wird er mit Grossvater ausreissen und einen Ausflug machen. Max kennt den Türcode der Pflegestation längst und Max liebt seinen Grossvater so sehr, dass er an diesem Tag auch mutig genug ist. Die Flucht gelingt. Dass Fräulein Schneider, schnell wie ein Wiesel, ebenfalls durch die offene Tür schlüpft, das merken Max und Grossvater erst auf dem Weg zum Bus. Endlich erreichen sie die wunderschöne Wiese am Stadtrand. Sie setzen sich ins Gras und reden, der alte Mann und sein Enkel Max. Fräulein Schneider hat es eher mit dem Tanzen. Wundersame Sprünge vollführt sie im Sonnenlicht, schliesslich war sie früher Balletttänzerin. Es ist klar, dass die drei gesucht und schliesslich gefunden werden. Auch wenn die Erwachsenen böse sind und schimpfen, dieser Ausflug, die Nähe und das Gespräch mit dem Grossvater, die grosse Freude über die Weite und den Geruch dieser Wiese, all das wird Max nie vergessen, sein ganzes Leben nicht. Es geht um Liebe in dieser Geschichte, um Erinnerungen, es geht ums Loslassen, um Vertrauen und Geborgenheit. Und zwischendurch, wie könnte es bei Andreas Steinhöfel anders sein, kann man beim Lesen auch immer wieder schmunzeln.

Das Buch enthält eine Hör-CD, auf der Andreas Steinhöfel diese wunderbare Geschichte in überaus gekonnter Manier vorliest. Zwischendurch lässt er Leserinnen und Leser verweilen, da gibt es mit Musik gefüllte Nachdenk- und Imaginationspausen. Man kann, von Musik begleitet, die Bilder anschauen und den Text nachwirken lassen. Andreas Steinhöfel beweist mit diesem so wunderbar gestalteten kleinen Buch einmal mehr, was für ein grossartiger Erzähler er ist. Es sind die kleinen Worte, die treffenden Bilder, die das ganze Geschehen so beschreiben, dass man als Leserin oder Leser selber auf wundersame Weise an diesem Ausflug teilnimmt. Die einfache, poetische Sprache, die fantastischen Bilder von Nele Palmtag und die Musik von Prokofjew und Bizet helfen mit, dass man all das, was zwischen den Zeilen versteckt ist, besser verstehen kann. Für Kinder ab etwa 6 Jahren, für Grossväter und Grossmütter, für alle, die zwischendurch innehalten möchten.

Maria Riss

Andreas Steinhöfel: Wenn mein Mond deine Sonne wäre, Carlsen Verlag.

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Ungeheuer glücklich

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Die Geschichte beginnt in einem kleinen Dorf. Alle Menschen dort leben glücklich und zufrieden, abgeschottet vom Rest der Welt. Eines Morgens bemerken die Dorfbewohner mit Schrecken, dass einige ihrer Felder einfach leergefressen sind. Voller Panik machen sie sich auf die Suche nach dem Übeltäter und entdecken ein riesengrosses Ungeheuer, das sich im nahen Wald versteckt hat. Alle bewaffnen sich und gemeinsam fangen sie das Ungeheuer ein. Seltsamerweise wehrt sich das riesige Tier gar nicht, man könnte fast behaupten, es freue sich über seine Festnahme. Dem ist auch tatsächlich so, das Ungeheuer ist nämlich glücklich, endlich in Gesellschaft zu leben. Als dann ein schlauer Professor gar eine Maschine erfindet, die das Feuer des Untiers in Strom verwandeln kann, entwickelt sich eine innige Freundschaft zwischen den Menschen und dem riesigen friedfertigen Tier. Bis eines Tages eine Schar Räuber auftaucht, die das Ungeheuer stehlen wollen. Bei Überfällen ist sein Feuer ja von unermesslich grossem Nutzen. Es kommt aber alles gut. Kinder wie Erzählende können aufatmen und die Geschichte gleich noch einmal von vorn beginnen. Das Bilderbuch besticht nicht nur durch die überaus spannende Geschichte, die vor allem auch Jungen begeistern wird. Es sind auch die wundervollen Bilder, die kräftigen Farben, die mutigen Pinselstriche und die oft gewagten Perspektiven, die dieses Buch so faszinierend machen. Max Velthuijs war einer der ganz grossen niederländischen Bilderbuchmacher. Kinder wie Erwachsene werden sich freuen, dass der Verlag sich entschlossen hat, einige seiner Bücher in Neuauflagen wieder herauszubringen. Für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Maria Riss

Max Velthuijs: Das gutherzige Ungeheuer. NordSüd 2015.

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Ein Hilfeengelzebra

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Hanna wird am frühen Morgen von einem heftigen Niesen geweckt. Sie kann es einfach nicht glauben: Es ist ein verschnupftes, niesendes Zebra, das unter ihrem Bett liegt. Das Zebra ist wohlerzogen und stellt sich auch gleich vor: «Gestatten, Bräuninger ist mein Name.» Hanna nimmt Zebra Bräuninger runter in die Küche, es hat nämlich Hunger und mag Nutellabrote ganz besonders. Die beiden Papas von Hanna staunen nicht schlecht, als sie das Zebra am Küchentisch sitzen sehen. Aber Bräuninger ist sehr nett und artig, Papa Paul und Papa Konrad müssen sich also keine Sorgen machen. Nach dem Frühstück gehen Hanna und das Zebra zur Schule. Erst vor Kurzem ist Hanna hierhergezogen. Dank Bräuninger an ihrer Seite steht sie endlich im Mittelpunkt, alle wollen das Zebra streicheln. Weil Zebra Bräuninger überaus klug und gebildet ist, darf es in der Schule bleiben. Zumindest vorerst. Aber am Abend verabschiedet sich Bräuninger von Hanna, es muss weiter, da gibt es noch so viele Kinder, die zwischendurch ein Zebra nötig haben.

Diese Geschichte ist schräg, zugegeben. Und zwischendurch muss man sich beim Lesen das laute Lachen verkneifen. Gleichzeitig erzählt der Autor aber auch von einem Mädchen, das es momentan nicht eben leicht hat und alle Unterstützung braucht, die es kriegen kann. Dank Bräuningers Besuch in der Schule findet Hanna sogar einen Freund, der, wie sich am Schluss herausstellt, nicht nur wegen dem Zebra am nächsten Morgen an Hannas Gartentor wartet. Das wundervoll illustrierte Buch wird viele Kinder zum Lesen verlocken und die erwachsenen Vorleserinnen und Vorleser werden ebensolchen Spass an der Lektüre haben.

Maria Riss

Markus Orths / Kerstin Meyer: Das Zebra unterm Bett. Moritz 2015.

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Spannung mit Kopfrauschen

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Als es eines stürmischen Herbstnachmittags an die Hintertür zum Leseclub der Buchhandlung Blätterrauschen klopft, ahnen Oliver, Iris und Rosa nicht, dass sie bereits mitten in einem großen Abenteuer stecken. Denn der Junge vor der Tür kommt aus der Zukunft. Und es dauert eine Weile, bis er versteht, dass er sich nicht in einem virtuellen Spiel befindet, sondern gegen seinen Willen in die Vergangenheit gereist ist –– ins 21. Jahrhundert! Oliver, Rosa und Iris geraten gemeinsam mit Colin in eine gefährliche Zeitschleife. Und müssen feststellen, dass sie alle Figuren eines Komplotts sind, in dem es um nicht weniger geht als um ihr Leben –– und um unser aller Zukunft!

Oliver, der eigentlich keine Bücher mag, Iris, das Superhirn, und die etwas dramatische Rosa gehören dem Leseclub der Buchhandlung Blätterrauschen an. An einem stürmischen Tag sind die drei die einzigen, die zum Leseclub kommen. Auf einmal erscheint in der Hintertür der mysteriöse Junge Colin. Die Freunde sind anfangs verwirrt und wissen nicht, was es mit Colin auf sich hat, bis sie erfahren, dass er aus der Zukunft ist. Er ist dank eines Spiels ins 21. Jahrhundert zurückgereist.Und schwupps – ohne es zu wollen, befinden sie sich in einem Abenteuer.
Das Buch spielt sowohl in der Gegenwart, als auch in der Zukunft. Ich finde es ja immer spannend, zu lesen, wie die Welt in den nächsten Jahrhunderten aussehen wird. Dieses Buch beschreibt eine Möglichkeit, die mir realistisch vorkommt. In einer Zeit wie der heutigen, in der sich alles rasend schnell entwickelt, macht es meiner Meinung nach Sinn, sich mit der Zukunft zu beschäftigen, auch wenn man wahrscheinlich nur schwer vorhersagen kann, was später wirklich passieren wird.
Zusätzlich zur Zukunft gab es im Buch noch einige andere Welten und der Autorin ist es gelungen, dass man das Gefühl hat, es gäbe Zwischenwelten. Wer weiss, vielleicht ist das ja wirklich der Fall. 😀

Die drei Portagonisten fand ich ein bisschen ulkig, aber sie haben gut zusammen gepasst.

Tendenziell ist das Buch für Jüngere geschrieben, aber das hat mich nicht gestört. Man merkt zwar, dass die Sätze einfach geschrieben sind und die Charaktere kindlich handeln, allerdings hält das Buch auch für etwas ältere Leser einige Überraschungen und unerwartete Wendungen bereit.
Und auch dem besonderen Cover sieht man nicht an, dass es für 10-jährige gedacht ist. Es zeigt viele kleine und interessante Details, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht.

Alles in allem kann ich sagen: Dank der spannenden Handlung und intererssanten Protagonisten konnte mich das Buch begeistern.

(Emma D.)

America entscheidet sich

 

Am 19. Februar ist endlich der 3. Band der Selection-Reihe erschienen! Ihr werdet mir recht geben, wenn ich sage, dass nicht nur ich mich unheimlich auf das Buch gefreut habe. Ich habe es mir direkt am darauffolgenden Tag gekauft und in meiner Buchhandlung war es schon fast ausverkauft. Noch an der Bushaltestelle habe ich mit dem Lesen begonnen und es innerhalb eines Tages durchgelesen.

Besonders zu erwähnen sind ja bei der ganzen Reihe die wunderschönen Cover. Auch dieses ist sehr gelungen und passt gut zu den anderen. Jetzt aber zum Inhalt.
Von den 35 Mädchen, die anfangs am Casting teilgenommen haben, sind nur noch vier übrig: America, Elise, Celeste und Kriss. Die vier Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein können und sich anfangs gar nicht mochten, entwickeln sich in diesem Buch stark weiter und America ist nicht mehr die Einzige, die einem nett erscheint. Denn die Protagonistin America kommt aus eher schlechten Verhältnissen und setzt sich daher auch gegen die Armut im ganzen Land ein. Das macht sie nicht nur beim Volk von Illeá beliebt, sondern auch beim Leser.
America kämpft immer noch mit ihren Gefühlen. Soll sie sich für ihre grosse Liebe Aspen entscheiden oder doch für Prinz Maxon, der sehr charmant und freundlich ist? Die Autorin hat Americas Unsicherheit sehr gut ausgedrückt und man fiebert mit ihr mit. Ich persönlich bin ja ganz klar von Anfang an Team Maxon, aber leider liess sich America nicht von mir beeinflussen. 🙂 Der Prinz ist nämlich höflich, freundlich und hat auch ein paar sehr interessante Seiten, die man alle im Verlauf der drei Bücher kennen lernt. Aspen dagegen kommt immer sehr schroff und besitzergreifend rüber. Je weiter das Buch fortschreitet, desto sicherer wird sich America und entscheidet sich dann auch.
Wie sie sich entschieden hat? Ich verrate es euch nicht, aber es war wirklich ein rührendes Ende mit einigen Strapazen und viel Spannung auf den letzten Seiten, denn Americas Entscheidung bringt viele Hindernisse mit sich…
(Emma D.)

Ein neuer Muchamore Roman

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Jay spielt Gitarre und schreibt Songs – doch seine Familie und ein miserabler Drummer verhindern seinen grössten Traum: Rockstar zu werden. Summer hat für kaum jemand anderen Zeit als ihre schwerkranke Grossmutter. Doch Summers Stimme ist dazu gemacht, Millionen zu begeistern – wenn ihr Lampenfieber es zulässt. Dylan liebt nichts mehr als das Nichtstun. Erst als der Rugby-Coach seiner Schule ihm Beine macht, tritt Dylan widerstrebend einer Band bei – und entdeckt sein Talent. Alle drei stehen kurz vor dem grössten Wettkampf ihres Lebens. Und sie spielen um alles …

Ich war sehr gespannt auf das Buch, da ich noch nie ein Buch in diesem Stil gelesen hatte. Das Cover passt meiner Meinung nach zum Titel, aber nicht zum Inhalt, der nur halb so dramatisch ist, wie der Titel es vermuten lässt.
Die Protagonisten des Buchs sind die drei Jugendlichen Jay, Summer und Dylan. Jay wächst in einer Grossfamilie auf, der oft ein bisschen Geld fehlt. Er versteht sich gut mit seiner Mutter und seinem Stiefvater, zu seinen Halbbrüdern ist das Verhältnis aber eher schwierig. Kriminalität spielt in seiner Familie eine Rolle, aber sie versuchen, das Beste aus der schwierigen Situation zu machen. Von allen dreien mochte ich ihn am liebsten. Summer, die eine atemberaubende Stimme hat, wohnt nicht bei ihren Eltern, sondern bei ihrer schwerkranken Grossmutter. Finanziell geht es den beiden nicht gut und die kranke Grossmutter beansprucht viel von Summers Zeit. Im Gegensatz zu den beiden anderen geht es Dylan gut, seine Familie hat genug Geld. Allerdings hat Dylan ein Problem damit, an einer Sache dran zu bleiben. Immer wieder verbaut er sich Chancen. Doch alle drei haben etwas gemeinsam: Sie lieben die Musik!
Die Handlungsstränge bleiben lange getrennt. Anfangs erfährt man sehr viel über die Charaktere und wie sie leben. Deshalb hielt sich die Spannung anfangs in Grenzen und ich fand es erst nicht so toll. Doch je weiter das Buch vorschreitet, desto spannender und actionreicher wird es. Die Handlung kommt ins Rollen und das Treffen der drei kommt immer näher…
Der Schreibstil ist angenehm  und flüssig zu lesen, nach den kleinen Anlaufschwierigkeiten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es endet zum Glück nicht in einem Cliffhanger, aber dennoch bin ich sehr gespannt, was im 2. Band passieren wird.
(Emma D.)

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