Archiv der Kategorie: Bücher – Für Sie gelesen

Weihnachtsgans mit Schneemann

Wie sich die Weihnachtsgans vor dem Ofen rettete

Wie sich die Weihnachtsgans vor dem Ofen rettete

Wolf, Fuchs und Wiesel wollen in diesem Jahr ein besonders festliches Weihnachtsessen zubereiten. Fuchs macht sich auch gleich mit einem grossen Sack auf die Jagd nach einem geeigneten Braten. Das Abenteuer beginnt, als er mit der Beute zu seinem Bau zurückkehrt. Gans, kaum dem Sack entlassen, schimpft gleich mächtig los. Fuchs solle gefälligst aufräumen, bevor er Damenbesuch erhalte. Fuchs gehorcht und putzt den Bau sauber, so lange bis alles glänzt. Als Wiesel und Wolf eintreffen, macht die Gans ihnen sofort klar, dass man eine Weihnachtsgans zuerst mästen und füttern müsse. Ja, das leuchtet ein. Aber nur Gans kann kochen, sie übernimmt das Kommando in der Küche, lässt die andern Gemüse rüsten und Geschirr spülen. Beim Mau-Mau spielen nach dem feinen Essen gewinnt Gans immer, weil sie halt am besten schummeln kann. Aber so viel Spass, hatten die drei schon lange nicht mehr. Gans übernimmt im Bau auch an den folgenden Tagen das Zepter. Da wird gebastelt und ein Baum geschmückt, da werden Plätzchen gebacken und Tannenzweige aufgehängt. Ein Leben ohne Gans, das können sich Wiesel, Wolf und Fuchs schon bald gar nicht mehr vorstellen. Und mit dem Braten, da warten sie doch lieber noch ein Jahr. Dies auch, weil alle drei keinen Schimmer davon haben, wie man einen solchen Gänsebraten überhaupt gart.  In den Bildern wird deutlich, wie einfallsreich Gans agiert, und wie gerissen sie die andern überlistet. Präzise geben die Bilder nicht nur die verschiedenen Charaktere und Gefühle wider, spürbar wird auch die Stimmung im Fuchsbau, die mit jedem Tag besser und gemütlicher wird, seit Gans hier wohnt. Gans hat Mut, Durchsetzungskraft und ist sehr viel klüger als alle andern, das wird die meisten Kinder begeistern. Das humorvolle und durchaus auch spannende Bilderbuch empfiehlt sich für Kinder ab etwa 4 Jahren.

Schöne Weihnachten, kleiner Schneemann!

Wolfgang Hänel: Schöne Weihnachten, kleiner Schneemann

Die Kinder haben einen wunderschönen Schneemann gebaut – fast. Leider werden sie nicht ganz fertig, weil sie ins Haus gerufen werden, um Weihnachten zu feiern. So steht der kleine Schneemann im Hof, ohne Rüebli-Nase und ohne Hut. Besonders traurig ist er nicht, ihn nimmt es einfach Wunder, was denn dieses Weihnachten eigentlich ist. Er macht sich deshalb auf, um schlauer zu werden. Die meisten Tiere, die er fragt, wissen auch nicht richtig Bescheid. Sie erzählen von Bäumen in Häusern und von extragrossen Hundeknochen. Ein kleiner Hase schenkt dem kleinen Schneemann dafür endlich eine Nase und meint, das mache man an Weihnachten so. Erst ein Eichhörnchen ist genauso neugierig wie er. Gemeinsam wollen sie der Sache auf den Grund gehen. Unterwegs treffen sie weitere Schneemänner, die sich ihnen anschliessen. Beim Haus einer Familie machen sie Halt. Sie schauen durchs Fenster und staunen ob dem Lichterglanz. Natürlich werden sie von den Kindern entdeckt und so kommt es, dass der kleine Schneemann am Schluss nicht nur eine wunderschöne Mütze auf dem Kopf, sondern auch einen wunderschönen, selbstgestrickten Schal um den Hals trägt.

Wolfgang Hänel hat eine fröhliche, unbeschwerte Weihnachtsgeschichte in 24 kurzen Kapiteln geschrieben. Susanne Göhlich hat ebenso heitere Bilder dazu gemalt. Eine unbeschwerte, vielleicht etwas gar niedliche Weihnachtsgeschichte, die aber an keiner Stelle kitschig wirkt. In dieser Zeit tun solche Geschichten zwischendurch ja auch ganz gut. Ein ideales Vorlesebuch für Kinder ab etwa 5 Jahren.

Maria Riss

Das Flüstern der Bäume

Eine Familie, vier Generationen—schicksalhaft verbunden mit den Wäldern Kanadas.

Dieses Buch ist eine pralle Saga über die Familie Greenwood. Sie beginnt im Jahr 2038 und wird dann rückwärts erzählt bis zu den Urgrosseltern der Waldführerin Jacinda und wieder zurück in die Zukunft.Jacinda Greenwood arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island. Sie weiss nichts über ihre Vorfahren und glaubt, dass der gleiche Namen ein reiner Zufall ist. Eines Tages steht ihr Ex-Verlobter vor der Tür und hat das Tagbuch von Jacindas Grossmutter im Gepäck. Stück für Stück entblättert sich ihre Familiengeschichte. Da ist ihr Vater, ein Zimmermann—den sie leider nie kennegelernt hat. Die Geschichte seiner Mutter Willow, Jacindas Hippie-Grossmutter, die mit ihrem Sohn im VW Bus herumtourt und jeden Baum persönlich schützen möchte und mit dem Erbe der Greenwods nichts zu tun haben möchte. Und dann ist da Everett, ihr Urgrossonkel-ein Landstreicher, der ein ausgesetztes Baby im Wald findet als er Ahornsirup zapfen will. Everett sitzt 38 Jahre im Gefängnis für einen Mord, den er nicht begangen hat. In dieser Zeit wird Everetts Bruder, der blind ist, zu einem der grössten Holzmagnaten Kanadas.

Was die Greenwoods alle verbindet—ist der Wald. Er bietet Auskommen, ist Zuflucht und Grund für Verbrechen und Wunder, für Unfälle, Entscheidungen, für Opfer und Fehler.

Ein grossartiger Abenteuerroman, Spannungsroman, Familienroman, Naturroman. Ein fliessender Schreibstil, grossartige Dialoge, kurze, abwechselnde Kapitel. Mich hat diese Geschichte vollends in seinen Bann gezogen und dies von der ersten Seite an. Es gibt noch viel mehr Figuren in diesem Buch, pralle Geschichten, die sich wie Jahresringe eines Baumes aneinanderreihen und zusammen ein grosses Ganzes bilden!

Ein grossartiger Schmöker für lange Winterabende!

Carol Forster

Das Flüstern der Bäume“ von Michael Christie, Penguin Verlag

Alles begann mit einem Schwur

Viel zu lange blieb der deutschsprachigen Welt dieser chinesische Epos aus der Feder des Autoren Jin Yong verwehrt, obwohl dieses monumentale Werk zusammen mit Büchern wie «Der Herr der Ringe» zu den Grundsteinen des Genres Fantasy gehört.
Dieser erste Band der Serie begeistert nicht nur in seinem Überfluss an gelungenen Charakteren, sondern entführt den Lesenden in eine Welt, in der das Alte China mit der fantastischen Welt der Wulin verschmilzt. Diese stolzen, schrulligen und ehrbaren Meister des Kung-Fu, mit ihren geheimnisvollen Kräften und geheimen Lehren werden auch «Genre-Neulinge» in ihren Bann ziehen.

Alles begann mit einem Schwur.
Ein Schwur der ewigen Bruderschaft zweier Meister der Wulin, die kurz vor der Geburt ihrer Söhne gemeinsam den Tod finden. Der Schwur aber soll das Leben der Meister überdauern und auch für ihre Söhne gelten, welche noch in den Bäuchen ihrer Mütter getrennter Wege gehen.
Einer dieser Söhne mit Namen Guo Jing wächst zusammen mit seiner Mutter in der mongolischen Steppe, im engsten Kreise des jungen Dschingis Khan auf. Dort beginnt seine abenteuerliche Reise in die Welt der Kung-Fu Meister, die das gespaltenen Kaiserreichs zum Erbeben bringen. In eine Welt die von Stolz, Ehre und Redlichkeit geprägt wird. Guo Jing, dessen loyale und friedfertige Natur nicht immer ganz seinen trägen Verstand wettmachen, findet sich auf einmal, ohne zu wissen wie ihm geschieht, in Gesellschaft der Grössten Meister der Wulin wieder.
Unfreiwillig verstrickt in Machenschaften, die ihn bis zum Kaiserpalast führen, begegnet er sagenumwobenen Gestalten, dem gemeinen Volk und Schritt für Schritt auch seinem Schicksal.

Jin Yong gelingt es, seine Leser mit Leichtigkeit durch ein komplexes Geflecht aus Charakteren und Vorkommnissen zu führen. Ohne Anstrengung befindet man sich auf einmal mittendrin im Geschehen, lacht, schaudert und bangt zusammen mit dem gutmütigen, dussligen Helden und seinen Freunden mit. Eine perfekte Lektüre für lange Wintertage an denen man sich sehnt, einfach abtauchen zu können.

Can Tolga

Bestellen und loslesen : „Die Legende der Adlerkrieger“ von Jin Yong, Heyne Verlag, 2020

Wie die Blätter fallen

Es ist ein bunter Bücherherbst, unermüdlich rascheln Neuerscheinungen in unseren Bücherladen. Langersehntes, Überraschendes und Unentdecktes.

Das man nicht alles lesen kann, ist eine schmerzliche Wahrheit, der frau sich besonders als Buchhändlerin täglich aufs Neue stellen muss. Was also lesen? Was weglassen? Was gibt Richtung und Entscheidungshilfe dieser Fülle beizukommen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Konsequent nur Bücher über 500 Seiten lesen. Ein gesamtes Verlagsprogramm durchbeissen. Nur Autor*innen lesen mit Jahrgangsquersumme 7 – oder umgekehrt.

In diesem Herbst habe ich mich für das Farbspektrum Blau-Violett-Rosa-Rot entschieden. Erleichtert durch die Einschränkung, konnte ich entspannt und fast ohne Angst etwas zu verpassen, in ein wunderbares Spektrum an Welten eintauchen, und immer wieder beglückt nach Luft schnappen.

Hier möchte ich euch einige Glücksgriffe – in farblicher Reihenfolge – nicht vorenthalten.

Joachim Meyerhoff – Hamster im hinteren Stromgebiet – gelbe Schrift auf Dunkelblau

Hat hier jemand das Glück diesen Autor noch nicht zu kennen? Anders gefragt, hat jemand des Glück ihn schon zu kennen? Immer wenn ein neues Buch von Joachim Meyerhoff erscheint, scheint plötzlich die Sonne.
Hier haben wir bereits den fünften Teil seiner Autobiographie – und das mit knapp fünfzig. Seine Bücher tragen wunderschöne Titel wie „Wann wird es endlich wieder so wie es nie war“ oder „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ oder „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“. Auch der neue Titel „Hamster im hinteren Stromgebiet“ ergibt beim Lesen plötzlich Sinn. Alle seine Bücher erzählen aus verschiedenen Lebensetappen und was diese verbindet, ist das Leben, dass (bei Herr Meyerhoff vielleicht besonders) immer gleichzeitig Komödie und Tragödie ist. Er hat ein absolutes Gespür diese Gegensätze zu verbinden und ist ein brillanter Fabulierer. Er zelebriert das Scheitern und die eigenen Unzulänglichkeiten (in allen Bereichen). Und zwar so gut und gelungen, dass man es schier mit Erfolg verwechselt und es einen zutiefst anheimelt. Seine Figuren leben von einer Komik und der darunter liegenden Wahrhaftigkeit.
Sein neustes Buch erzählt von seinem neusten, vielleicht einschneidensten, Kapitel aus seinem Leben. Mit 51 erfährt der Schauspieler einen Schlaganfall, der sein Leben radikal in eine andere Perspektive rückt.

Mit seiner ausgefeilten Sprachakrobatik turnt er auch durch diese existenzielle Thematik und die verschiednenen Tränenarten fliessen ineinander.

Jane Gardam – Robinsons Tocher – gelbe Schrift auf hellerem Blau, Gischt

Jane Gardam hatte einst meinen romantischen Traumberuf: reisende Bibliothekarin in so einem schönen alten Bus. Heute ist 92 Jahre alt, schreibt und lebt in England.

Im Alter von 43 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Buch, doch im deutschsprachigen Raum ist sie erst 2015 richtig angekommen, endlich und Gott sei Dank! Mit der Romantrilogie «ein untadeliger Mann» hat sie sich in viele Herzen geschrieben.
Dies überhaupt möglich gemacht, hat die Autorin Isabel Bogdan, die bis jetzt jedes Buch von Jane Gardam übersetzt hat. Die Unmöglichkeit ein Buch zu übersetzen hat sie definitiv überwunden und trifft den raffinierten, klugen und witzigen Ton der Autorin zwischen den Zeilen.

Das neue Buch von Jane Gardam ist somit aus dem Jahr 1985 und darin zeitlos. Wir tauchen ein ins England 1904 und unsere Heldin ist Polly Flint, sechs Jahre alt und bereits auf der Schwelle eines neuen Lebens. Ihr Vater ist ein Seemann und damit meist abwesend, ihre Mutter ist kurz nach der Geburt gestorben. Nun soll Polly zu ihren frommen Tanten ins gelbe Haus am Meer ziehen. Es ist windig und unwirtlich und auch das Leben mit den Tanten ist geprägt von Kargheit, pragmatischen Handgriffen und religiösen Beschäftigungen. Es gibt kaum Unterhaltung, doch es gibt Bücher. Und lesend entwickelt sich die junge Polly zu einer unabhängig denkenden Frau, einer stillen unbeugsamen Rebellin. Besonders ein Buch Robinson Crusoe. Es dient ihr als Kompass für alle Lebenslagen. Denn auch sie sieht sich auf einer einsamel Insel. Die Brücken in sich selbst und zu anderen Inseln, anderen Menschen aufzuspüren ist Jane Gardam‘s grosse Gabe. Ihre Figuren erschafft sie prägnant und mit grosser Zärtlichkeit. Ihre Gabe, Situationen einzufangen, den Witz und die Treffsicherheit darin, ist etwas vom Wunderbarsten.

Wir begleiten Polly Flint bis fast an ihr Lebensende, als alte Frau – das fast ein ganzes Jahrhundert umspannt. Ein Lebensweg, auf dem sie Liebe, Enttäuschung, Depression, rettende Freundschaft kennenlernt und ihre Bestimmung finden wird.

Ein beglückendes Buch, ein unverkennbarer Tonfall und ein grosser Trost auf das Inseldasein.

Ronya Othmann – die Sommer – wir geraten in blauviolette Spähren

Eins der beeindruckensten Bücher in diesem Herbst heisst „die Sommer“ und geschrieben hat es Ronya Othmann. Es ist ihr erstes Buch, aber sie ist ja auch erst 27!
Sie weiss von was sie redet, denn die Hauptfigur Leyla teilt mit der Autorin die gleichen Lebensumstände. Leben in Deutschland mit Wurzeln im syrischen Kurdistan. Jeden Sommer ihrer Kindheit verbringen sie im kleinen Dorf, nahe an der türkischen Grenze, der Heimat des Vaters.

Im ersten Teil des Buches reisen wir Sommer für Sommer mit Leyla zu ihren Grosseltern, Cousinen, Tanten und Onkeln. Der Gegensatz zu ihrem „normalen“ Leben ist gross. Man ist nie alleine in einem Raum, das Leben ist geprägt von Natur und dem Alltag für das Leben zu sorgen. Leyla fühlt sich dort zuhause, ja heimisch bei der allwissenden Grossmutter und ist zugleich auch immer wieder fremd, denn sie ist ja doch die aus Alemania, die noch ein anderes Leben lebt. In Deutschland ist es andersrum und genauso, man fragt sie warum sie denn nach Sibiren geht, wenn sie von Syrien spricht. Das Gefühl, dass die beiden Welten auseinanderdriften, wächst in ihr stetig heran.

Das Leben ihrer Familie in Kurdistan ist seit Generationen geprägt von Flucht, Unterdrückung und Gewalt. Eine Minderheit, ein Volk dass immer mehr von Auslöschung bedroht ist. Die Geschichte dahinter, die politische und auch die persönlichen Schicksale erfahren wir durch verschiedene Figuren erzählt. Ronya Othman gelingt es mit einer Sprache, die gleichzeitig distanziert und darin eine Lebendigkeit und Emotionalität entwickelt, die Vielschichtigkeit von Zugehörigkeit und Heimat aufzuspüren.

Im zweiten Teil darf Leyla nicht mehr nach Syrien reisen, es herrscht Bürgerkrieg. Nur noch aus Medienschlagzeilen erfahren wir von den Gräueltaten und haben dabei bereits eine neue Perspektive eingenommen. Denn nun kennt auch die Leserin die Menschenleben, die sich dahinter ausbreiten.

Das Buch wirft hochaktuelle Themen und Fragen auf und schafft was Literatur eben kann – es macht betroffen und involviert und eröffnet eine neue Perspektive. Mit ihren Texte möchte Ronya Othmann fast Verlorenes konservieren und Geschichten aus einer in Europa bisher wenig berücksichtigten Perspektive erzählen. Und das gelingt ihr atemberaubend.

Candice Carty-Williams, Queenie, und ein entschiedenes Pink!

Ein Buch, welches mich brutal mitgenommen und auf den letzten Seite so glücklich gemacht hat heisst: „Queenie“, geschrieben von Candice Carty-Williams und in London ein Furorebuch.

Queenie ist der Star des Buches – eine junge jamaikanische Britin, die in der Liebe und dem Leben gerade gar kein gutes Jahr hat. Startschuss für die Geschichte gibt ihr Freund, er trennt sich abrupt, bzw. verlangt nach einer schwammigen Pause ohne grosse Erklärung.

Queenie muss ausziehen und ihre Welt bricht zusammen. Sie verliert den Boden unter den Füssen und braucht das ganze Buch, bis sie ihn wieder spürt. Der Freund, die Trennung ist nicht das eigentliche Problem. Vielmehr ein Auslöser, der Schieflagen aufgedeckt und einen Prozess möglich macht. Es ist sehr hart zuzulesen, wie Queenie eine schlechte Entscheidung nach der anderen trifft. Sie verliert sich komplett im Verlust und Schmerz, sucht vergeblich Trost auf Datinplattformen und verfehlt ihre eigenen Bedürfnisse präzise. Auf verschiedenen Ebenen kann sie sich nicht liebevoll und stärkend begegnen und der lange verinnerlichte Glaubenssatz „ich bin nicht genug“ prägt ihren Lebensalltag.

Oft kriegt sie zu hören, sie sei zu laut, zu empfindlich – wenn zum Beispiel der Onkel ihres weissen Freundes einen rassistischen Witz macht und sie sich wehrt: „war doch nicht so gemeint, entspann dich!“

Das Buch ist sehr politisch – Was heisst es heute als junge schwarze Frau in London zu leben? Die Alltäglichkeit von Rassismus, in seiner Beiläufigkeit und Subtilität ist unmittelbar spürbar. Als Gegensatz zur schwerwiegenden Thematik steht der leichtfüssige, spritzig-freche lustige Ton, der diese Lektüre zu einem Lesevergnügen par excellence verzaubert. Man braucht kein Buchzeichen – es liest sich in einem Zug.

Der Weg einer jungen Frau, die in ihre Stärke findet und sich aus Abhängigkeiten und Machtverhältnissen befreit. Eine Geschichte über Freundschaft, nicht zuletzt mit sich selber. Sehr persönlich und zugleich universell, ein Buch das den Blick für Neues, Anderes öffnet und darin Vertrautes wiederfindet.

Paolo Maurensig, Der Teufel in der Schublade, jetzt wird es rot und ein bisschen blutig

Das Buch ist so gut wie es dünn ist – also sehr! Ein auf 128 Seiten komprimierter 736seitiger Schmöcker vom italienischen Autor Paolo Maurensig.

Wie der Umschlag zeigt, es geht um den Teufel, einen Fuchs und eine Schublade. Eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte, bzw. ein einer Schublade in einer Schublade… Der Erzähler, ein Verleger, findet auf seinem Dachboden ein ungesehenes Manuskript, in welchem ein weitere junger Verleger von einer unfassbarer Geschichte erzählt, die ihm wiederum ein Priester berichtet hat.

Dies ist ein beglückender Erzählkniff – denn die Erzähler wechseln sich immer wieder ab und bald stecken wir schon mitten in der Geschichte.

Ein kleines namenloses Dorf in der Schweiz, hier genannt Dichtersruh, wird Schauplatz wahnwitziger Ereignisse. Aushängeschild und Touristenattraktion des Ortes ist ein einstiger Ritt und Übernachtung Goehtes in einem der Gasthäuser. Alle drei im Dorf werben damit und das erfolgreich. Dieser wichtige Besuch hat bis heute Eindruck hinterlassen, denn jede und jeder der Bewohner*innen fühlt sich schriftstellerisch berufen. Dies völlig ohne Ambitionen auf Erfolg – Absagen werden stolz eingerahmt und die Stimmung in der Bevölkerung könnte man als zufrieden bis ausgelassen beschreiben. Bis… Eines Tages ein renommierter Verleger aus Luzern anreist- mit ihm greift auch die Tollwut der Füchse um sich – und der Priester kommt rasch zur Überzeugung: der Teufel höchst persönlich. Allzubald findet die Idee eines Goethe-Preises Anklang und Anlauf von manuskriptbeflissenen Dorfbewohnern, denn der Preis ist nicht gering. Mit der Idylle ist es bald vorbei – das Dorf spaltet sich in die Abgelehnten und die noch nicht Abgelehnten. Ein Spektakel aus Neid, Misstrauen und Gier bahnt sich an und man ist erinnert an „der Besuch der alten Dame“ von Dürrenmatt, „die schwarze Spinne“ von Gotthelf oder eben „Faust“ von Goehte. Ein grosses Lesevergnügen, das nicht zuletzt durch den Erzählkniff angetrieben wird. Durch die verschiedenen Erzähler baut sich bis zur letzten Seite eine Spannung auf und auch die Frage, kann man dem Erzähler trauen, bzw. welchem? kommt nicht zu kurz!

In diesem Sinne, Vanja Hutter

Die Marschallin

Zora del Buono, geboren 1962, ist Architektin, Schriftstellerin und Mitbegründerin des wunderbaren Mare-Verlages, Sie lebt in Zürich und Berlin. Sie hat schon ein paar Bücher veröffentlicht—so zum Beispiel:“ Das Leben der Mächtigen—Reisen zu alten Bäumen“ ( Naturkunden Verlag) und mit diesem lebensprallen Familienroman beschert sie uns nun einen intimen Einblick in ihre eigene Familiengeschichte.

Die Autorin erzählt die Geschichte ihrer Grossmutter, die ebenfalls Zora del Buono hiess und ihre Familie mit eiserner Hand und viel Weitsicht und zum Teil eigenartigen Ansichten regiert hatte, Insgeheim wurde sie „Die Marschallin“ genannt—frei nach Marschall Tito, den sie glühend verehrte.

Nun aber der Reihe nach:

Die Slowenin Zora lernt ihren späteren Ehemann, den Radiologieprofessor Pietro Del Buono am Ende des 1.Weltkrieges kennen. Sie folgt ihm nach Bari in Süditalien. Die beiden überzeugten Kommunisten führen ein grossbürgerliches Leben in einem von Zora entworfenen Palazzo. Dennoch engagieren sie sich beide für den politischen Widerstand gegen Mussolini. Zora ist herrisch, temperamentvoll, intelligent und begabt. Sie bewundert Josip Broz Tito, dem sie Waffen ins damalige Jugoslawien zu liefern versucht und dem ihr Mann einmal, sogar zweimal, das Leben rettet. Ihre drei Söhne Manfredi ( der Vater der Autorin), Greco und Davide erzieht sie mit strengem Regiment. Die wechselnden Hausangestellten sind ihr selten gut genug. Oftmals sind es Mädchen aus ihrer Heimat Slowenien, die sich um den Haushalt und um die Kinder kümmern. Als die Söhne so um die 17 Jahre alt sind, setzt sie alles daran, diese vom Krieg fernzuhalten. Die künftigen Schwiegertöchter sind ihr allesamt suspekt und die Enkel und Enkelinnen liebt sie mit einer kritischen Distanz.Der Palazzo der Del Buonos ist ein offenes Haus. Ständig gehen Leute ein und aus. Es gibt Abendessen und Einladungen, Freunde der Familie und Familienmitglieder kommen zu Besuch und abendelang wir über Politik,Medizin, Kunst und Kultur diskutiert. Zora ist eine durch und durch faszinierende Frau, die ihr Leben kompromisslos und geschickt gelebt hat.

Am Ende des Buches lesen wir einen eindrucksvollen Monolog der alten Zora—die in einem Altersheim in Slowenien ihren Lebensabend verbringt—über ihr gelebtes Leben. Ihr Mann Pietro hingegen verbringt seine letzten Jahre demenzkrank in Bari in einem Pflegeheim.

Die Marschallin ist eine grandiose Familiengeschichte mit einer zum Teil widersprüchlichen aber durch und durch faszinierenden Hauptakteurin Wir erleben die Geschichte der Familie Del Buono vom Jahr 1919 bis 1948 und dann den Zora-Monolog im hohen Alter im Jahre 1980. Del Buono schrieb man früher mit einem grossen D in Del—was auf eine adelige Herkunft hinweist. Erst die Söhne der kommunistischen Zora haben später das grosse D durch das kleine d ersetzt.

Entdecken Sie die grossartige Autorin Zora del Buono ( mit kleinem d) !

Carol Forster

Loslesen: „Die Marschallin“ von Zora del Buono, erschienen im Beck Verlag 2020

Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn

Dass es viel unbekanntes Wissen über Hühner gibt, merkt man schon beim Lesen der Inhaltsübersicht. Auf den ersten Seiten gibt es einen Überblick über verschiedene Rassen und deren Merkmale. Auch ein Ei sieht je nach Hühnerart völlig anders aus, genauso wie die Form der Kämme am Kopf. Zum Lernen gibt es viel, beispielsweise, dass ein Huhn gleichzeitig in verschiedene Richtungen schauen kann, weil es die beiden Augen unabhängig voneinander bewegen kann. Oder dass ein Huhn der Rasse «Jersey Giant» fast einen Meter gross wird. Eine Doppelseite ist den so unterschiedlich gemusterten Hühnerfedern gewidmet, eine andere gibt Auskunft darüber, was Hühner zum Leben brauchen, damit man möglichst viele Eier einsammeln kann.

Das vorliegende umfangreiche Buch bricht definitiv mit allen Vorstellungen, die Lesende sich über ein Hühner-Sachbuch machen. Man weiss nicht genau, ob man nun ein Kunst-, ein Bilder- oder Sachbuch in Händen hält. Wer sich bisher noch nicht für Hühner interessiert hat: Nach dem Lesen und Betrachten dieses Buches wird sich das mit Sicherheit ändern. Ganz egal wie alt man ist, ganz egal, ob man über Hühner schon Bescheid weiss oder nicht. Man kommt aus dem Staunen einfach nicht mehr heraus. Ein einmalig schönes Familienbuch mit fast 80 Seiten, das aber auch in keiner Schulbibliothek fehlen sollte.

Maria Riss

Barbara Sandri / Francesco Giubbilini: Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn. Wissenswertes über unser liebstes Federvieh. Verlag Kleine Gestalten 2020.

Bildgewaltiges Lesevergnügen

Allerlei Neuheiten tummeln sich dieser Tage im Bücherladen, beinahe sieht man vor lauter Büchern die Regale nicht mehr. Bücherwürmer frohlocken – die Herbstneuheiten sind da!
Auch die Welt der Comics und Graphic-Novels schläft nie. Die Künstlerischen Ausdrucksweisen und der Ideenreichtum all dieser Neuheiten sind kaum zu beschreiben. Kurz – die Qualität treibt Comicliebhaberinnen und Comicliebhabern die Tränen in die Augen.

Aus dieser wahren Flut der Buchstaben- und Bilderwonne, möchte ich Ihnen drei Titel ans Herz legen, die das meine höher schlagen lässt.

Heiligtum (Xavier Dorison / Christophe Bec)

Beginnen wir mit einer Neuheit, die streng genommen keine Neuheit, sondern beinahe ein Klassiker ist. Die drei Alben der Serie «Heiligtum» erscheinen erstmals als Gesamtausgabe, die sich sehen lässt.
In diesem nautischen Abenteuer stösst die USS Nebraska, ihres Zeichens eines der modernsten Uboote in der Flotte der US-Navy, im Jahre 2029 auf ein seltsames Signal in der Tiefe, dem es nachzugehen gilt. Nebst des Wracks eines sowjetischen Unterseeboots aus den späten 1950ern stösst die ausgesandte Crew auf eine uralte Tempelanlage, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint.
Mit einem unbekannten Grauen konfrontiert – und den zwischenmenschlichen Komplikationen einer Extremsituation – beginnt der Kampf ums Überleben.
Komplex, bildgewaltig und bedrückend lässt das nahtlose Zwischenspiel der beiden Künstlern Bec und Dorison Lesende wohl an keiner Stelle kalt.

Wild West Band 1: Calamity Jane (Jacques Lamontagne / Thierry Gloris)

Neue Western müssen sich immer einer kritischen und eingefuchsten Leserschaft stellen. Zu viele Geschichten wurden zu oft und auf zu ähnliche Weise erzählt.
«Wild West» braucht sich aber keinesfalls zu verstecken. Mit «Calamity Jane» wird einer schillernden Persönlichkeit des wilden Westens auf erfrischende Weise Tribut gezollt.
Nach dem tragischen Verlust ihrer Eltern versucht Calamity Jane den Kopf über Wasser und sich aus Schwierigkeiten rauszuhalten. Als Hausangestellte eines Freudenhauses lassen diese aber nicht lange auf sich warten. In die Schuld des Bordellbetreibers geraten, scheint ihr Schicksal vorbestimmt. Wild Bill, der berüchtigte Kopfgeldjäger, glaubt eine unbändige Kraft in Calamity Jane zu erkennen. Wird es ihm gelingen, in ihr das Feuer zu entfachen, das ihre Fesseln sprengen könnte?
Dem Künstlerpaar gelingt es. das Leben der eigenwilligen Protagonistin mit einer Mischung von historischen Fakten und glaubhafter Fiktion nachzuerzählen.
Der Band eignet sich nicht nur für Fans des Genres, viele werden sich vom spannenden Plot und den eindrücklichen Bildern begeistern lassen.

Gideon Falls Band 4: Die Pentoculus-Maschine

Diese Serie ist in jeder Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung.
Stilistisch einzigartig und mit erzählerischer Brillanz spielt diese Geschichte mit Konventionen, Genres und nicht zuletzt, den Lesenden. Mit dem ersten Band «Die schwarze Scheune» beginnt eine Odyssee, welche die Leserschaft nicht mehr loslässt.
Auf der einen Seite lernen wir den neurotischen, von einer Psychose geplagten, Einzelgänger Norton kennen. Dieser durchwühlt den Müll der Stadt auf der Suche nach Nägeln und Holzsplittern. Warum weiss er nicht genau, nur dass es wichtig ist und er nicht damit aufhören kann. Auf der anderen Seite folgen wir dem Pater Fred, der weit aufs Land verbannt in einem kleinen Kaff in einer grossen Einöde die grosse Langeweile befürchtet. Doch in Gideon Falls tun sich Abgründe auf, die den Pater alle Langeweile vergessen lassen.
Wie hängen die beiden Geschichten zusammen? Was passiert in Gideon Falls? Und was hat all das mit dieser mysteriösen schwarzen Scheune zu tun?
Ziehen Sie sich warm an, Gideon Falls lässt einem nicht mehr los.

Can Tolga

Ein Mann für alle Fälle

Er heisst Hans, dieser Mann für alle Fälle. Hans hat einen wirklich tollen Job: Er arbeitet für den Präsidenten, erledigt für ihn gewissenhaft alle anfallenden Arbeiten, auch wenn ihm diese manchmal nicht gar so sinnvoll erscheinen. Wenn Hans alles zur vollen Zufriedenheit des Präsidenten ausführt, darf er in absehbarer Zeit auf den Koffer des Präsidenten aufpassen. Dieser Koffer ist äusserst wichtig, denn ein roter Knopf daran kann die Welt zum Explodieren bringen. Auf dem Nachhauseweg trifft Hans auf einen, der ihm verflixt ähnlichsieht. Dieser Typ nimmt ihm nicht nur Schlüssel, Portemonnaie und Uniform ab, sondern auch den Job beim Präsidenten. Hans geht zur Polizei, aber beweisen, dass er, er selber ist und der andere ein Lügner, das gelingt Hans einfach nicht. Erst im Detektivbüro von Fräulein Cadmium findet er Unterstützung. Er will wieder sich selber sein und diesen fiesen, äusserst gefährlichen Betrüger stellen, um ihn hinter Gitter zu bringen. Weil das Land zugleich von einer fremden Macht bedroht wird, spitzt sich die Lage zu. Hans und Fräulein Cadmium müssen den Betrüger und vor allem den Koffer des Präsidenten unbedingt schnellstmöglich finden. Sonst, ja sonst fliegt vielleicht tatsächlich die ganze Welt in die Luft.
Einfachheit und bewusstes Weglassen sind wohl die Hauptmerkmale dieser so kunstvollen Graphic Novel. Auch bei der Farbgebung setzt der Autor bewusst Akzente. Manche Bilder sind schwarzweiss, andere mit einem flächigen Pastellton koloriert und mitunter werden gewisse Figuren mit kräftiger Farbe akzentuiert. Der Plot ist überaus spannend und leider auch aktuell, die kurzen Sätze in gut lesbarer Handschrift mit den Bildern verwoben. Auch Lesende, die sonst kaum je zu Comics oder Graphic Novels greifen, werden dieses Buch mit seinen 138 Seiten nicht nur gern zu Ende lesen, sondern ihren grossen Spass daran haben. Für Kinder ab etwa 8 Jahren genauso wie für Erwachsene.

Maria Riss

Øyvind Torseter, Ein Mann für alle Fälle, Gerstenberg Verlag 2020

lesen, empfehlen, verkaufen!

Endlich ist es wieder soweit!

Zum zweiten Mal überhaupt und zum ersten Mal im neuen Bücherladen findet unser Kinderprojekt statt. Acht Kinder aus Appenzell und Umgebung haben Bücher gelesen und Empfehlungen dazu geschrieben.

Kinder und ihre individuellen Leseinteressen wahrnehmen, ihre ganz persönlichen Meinungen über Gelesenes ernst nehmen, waren und sind oberste Ziele dieses Projekts. Vor allem an den beiden Verkaufstagen, wird zudem das Gespräch über Gelesenes im Zentrum stehen.

Wir hoffen und freuen uns auf möglichst viele Besucherinnen und Besucher an der Vernissage am Freitag 11. September um 17 Uhr im Bücherladen
Begleitet von musikalischen Leckerbissen der Musikschule Appenzell.

An den beiden Samstagvormittagen – 12.9 & 19.9. – stehen die Kinder hinter dem Ladentisch und freuen sich sicherlich über zahlreiche Kundinnen und Kunden.

 

Maria Riss

Kinder_Flyer_20ABlogKinder_Flyer_20Bblog

 

Unsere heissen Sommertipps!

Bücher lesen im Liegestuhl, Bücher mittragen im Rucksack, Bücher im Zug verschlingen, Bücher zum Weiterträumen unters Kopfkissen legen. Wir brauchen Bücher in jeder Lebenslage! Hier sind unsere Reisebegleiter der letzten Wochen. Auf zu kurvigen Leseabenteuern und grenzenlosen Entdeckungsreisen!

 

Carol Forster empfiehlt..

Sommer_CF

„Da sind wir“ von Graham Swift

Eine Dreiecksgeschichte im Varietémilieu der späten Fünfzigerjahre. Ein bezaubernder, flirrender Ausflug ins Seebad Brighton in Begleitung eines Zauberers, eines Entertainers und der entzückenden Evie White.
„Die Liebe ist ein schreckliches Ungeheuer – Illustre Schweizer Paare“ von Franziska Schläpfer

Aussergewöhnliche Persönlichkeiten, ungewöhnliche Liebesgeschichten. Franziska Schläpfer hat in Archiven gestöbert, unzählige Tagebücher gelesen, mit Nachkommen gesprochen und erzählt uns in ihrem neuesten Buch von starken Charakteren, die ihre Leidenschaft auf Augenhöhe lebten, im Guten wie im Schlechten. Corinna Bille und Maurice Chappaz, Anne-Marie Blanc und Heinrich Fueter und einige mehr. Ein aufregender Blick auf schillernde Schweizer Paare.
„Unter Blumen“ von Regula Engeler

Zeitgenössische Fotografie verbunden mit Liebeslyrik des 9. Jahrhunderts von Wen Tingyun. Eine künstlerische Begegnung von Ost und West. Bilder und Texte treten in einen Dialog und verdeutlichen die entgrenzenden Eigenschaften von Kunst. Erschienen im wunderbaren Vexer Verlag St.Gallen.
„Flugs in die Post“ von Patrick Leigh Fermor

Wir reisen im Zeitraum von siebzig Jahren in den Briefen von Patrick Leigh Fermor quer durch die Welt und erleben seine Abenteuer mit. Rumänien, Griechenland, England, Afrika, Italien. Paddy schrieb unermesslich viele Briefe an seine Frau, an seine Freundinnne und Freunde und an seine Geldgeber. Er war ein Bonvivant, ein Abenteurer, Journalist, Schriftsteller und ein unersättlicher Genussmensch. Grossartig. Danke lieber Dörlemann Verlag.
„Eine Frau in New York“ von Vivian Gornick

»Eine Frau in New York« ist das zutiefst ehrliche Bekenntnis Vivian Gornicks, der Grande Dame der amerikanischen Frauenbewegung, zu einem selbstbestimmten, unkonventionellen Leben, eine mutige Annäherung an das Fremde, eine Ode an wahre Verbundenheit und eine Liebeserklärung an diese kräftezehrende und zugleich so vitalisierende Stadt: New York.
„Die Farben des Feuers“ von Pierre Lemaitre

Oder doch nach Paris? Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs regieren Habgier und Neid in den Straßen von Paris, und so bahnt sich ein Komplott an, um das mächtige Bankimperium Péricourt zu Fall zu bringen. Doch Alleinerbin Madeleine weiß die Verhältnisse in Europa für sich zu nutzen, und dreht den Spieß kurzerhand um. Für Madeleine ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Um ihres Sohnes willen beginnt sie ihren ganz persönlichen Rachefeldzug zu planen.

 

„Gone Baby Gone“ von Dennis Lehane

Nichts für schwache Nerven. Dorchester, das Arbeitierviertel von Boston. Kenzie & Gennaro ermitteln in einem Entführungsfall. In „Gone Baby, Gone“ steht das Kindeswohl im Mittelpunkt, manchen liegt es so am Herzen, dass sie ein Kind, die vierjährige Amanda, entführen. Die Mutter, Helene McCready, ist Drogen, Alkohol, dem Fernsehen und falschen Freunden mehr zugeneigt als ihrer Tochter. Die Schwägerin, mit Helenes Bruder verheiratet, sorgt sich mehr um den Verbleib ihrer Nichte als die Mutter, die ihre Trauer vor allem vor der Reportermeute zur Schau stellt. Die Polizei rückt mit Hundertschaften aus, und findet keine Spur der Kleinen. Sie scheint samt ihrer Puppe vom Erdboden verschwunden zu sein. Deshalb engagiert die Tante das Privatdetektiv-Duo Patrick Kenzie & Angela Gennaro.

 

Anna-Lena Fässler empfiehlt…

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Für Reisehungrige, die diesen Sommer zumindest in Gedanken verreisen möchten:
„Brot, Salz und unsere Herzen“ Edith Durhams Reise durch die Bergwelt Albaniens  und „Insel Europa“  von Annemarie Schwarzenbach – zwei eindrückliche Reisepionierinnen, die ihre Abenteuer und Eindrücke packend festgehalten haben.
„Schwarze See – eine Reise um das Schwarze Meer“ von Jens Mühling – er erzählt von einem Meer zwischen den Trennlinien Europas und führt uns vor Augen, dass alle Grenzen letztlich fliessende sind und ein „Klassiker“ der Reiseliteratur: „Die Erfahrung der Welt“ von Nicolas Bouvier.

Für Lesehungrige:
„Hilma af Klint – Die Menschheit in Erstaunen versetzen“ von Julia Voss – endlich eine ausführliche Biographie über die lange verkannte Pionierin der abstrakten Malerei – ein wunderbares Zeit- und Frauenportrait.

Für Abenteuerhungrige:
Tru & Nelle G. Neri – eine absolut liebenswerte Kinderbuchentdeckung über die Freundschaft von Nelle Harper Lee und Truman Capote in einem heissen Südstaatensommer.

 

Can Tolga empfiehlt…

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Mooji lädt ein zu entdecken, das unser Herz „Weiter als Himmel, grösser als Raum“ ist.
Für alle die sich nicht vor einer Reise nach innen scheuen.

Für die Kleinen, Mittel- und ganz Grossen ein reinstes Lesevergnügen.
Ob liebevoll und gewitzt mit „Die Wahrheit über alles – der kleine Spirou“, exotisch mit
„Marsupilami – Tumult in Palumbien“, oder tollpatschig mit „Percy Pickwick – Just married“ – für alle ist etwas dabei.

Utterly amusing and nonetheless very informative„Mythos“ by Stephen Fry is compelling and witty.

„Meddling Kids“ by Edgar Cantero, what a mad and lovable book. A rollercoaster ride through genres and emotions, one can only love this imaginative, unsettling and lovable tale.

 

Vanja Hutter empfiehlt…

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Für alle, die „Weit weg von Verona“ ihre Füsse über die Mauer baumeln lassen wollen, in Gesellschaft der schlagfertigen und klugen 14-jährigen Jessica.

Für die „Spartaner“ unter uns, genügsam mit schlankem Buch, unersättlich an blitzschnellem Dialogabtausch.

Für solche, die wissen wollen „Warum ich nicht länger mit Weissen über Hautfarbe spreche“, um nachher dringend darüber zu reden.

Für die Ausloterinnen und Forscher einer „Geografie der Freiheit“ . Ein John-Berger-Projekt“ vom Vexer Verlag St. Gallen, dessen Spezialforschungsgebiet unter anderem der Tümpel ist. www.vexer.ch

Utopist*innen vor. Die Welten von Emmanuelle Bayamack-Tam rütteln die Eigenen in neues Licht. Willkommen in „Arkadien“.
„Nicht mein Ding“ würde ich niemals von diesem Buch sagen. Lustig und todtraurig, dazwischen eine Brücke der kleinen, feinen Wunder.

 

Maria Riss, bereits in die Ferien gedüst, empfiehlt…

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„Alles genau so in echt passiert“ von Anke Kuhl

Anke Kuhls Illustrationen sind schlicht umwerfend. Mit ganz wenigen Strichen bringt sie in den kurzen Comics alles zum Ausdruck, was Kinder bewegt: Angst, Eifersucht oder Glückseligkeit. Das Buch eignet sich zum Erzählen oder Vorlesen, zum Lernen einer differenzierten Bildersprache, zum Lachen, Vergleichen und Diskutieren. Für Kinder ab etwa 6 Jahren.
„Sammy. Die unglaublichen Abenteuer einer kleinen Maus“ Henry Cole

Die Spannung in dieser Geschichte beginnt gleich auf der ersten Seite und bleibt bis ganz zum Schluss erhalten. Es ist wirklich schier unglaublich, was dieser Mäuserich mit seiner so mutigen Freundin Fiona alles erlebt. Ein wunderbar, spannender Lese- und Vorlesespass mit fantastischen Bildern. Zum Vorlesen ab 6, zum Selberlesen ab etwa 8.
„Endling. Die Suche beginnt“ Katherine Applegate

Das Buch «Endling» ist Fantasy vom Feinsten. Hier stimmt einfach alles: Die treffend gezeichneten Figuren mit ihren verschiedenen Charakteren, die Schilderung der mystischen Welt und ihrer Fabelwesen, die zahlreichen klugen Dialoge und der spannende Plot. Ein wunderbar ergreifendes und spannendes Lesevergnügen für Kinder ab etwa 12 Jahren.

„Heldenhaft“ Andreas Thamm

Zwei Jungs, beide etwa 16 Jahre alt, wohnen in einem kleinen Kaff und träumen nicht nur von grossen Abenteuern, sondern auch von der ersten Liebe. Und dann zieht Lea ins Dorf und plötzlich wird alles anders, realer. Die Geschichte ist in einer Sprache geschrieben, die sich locker liest und die doch sehr treffend das grosse Gefühlsdurcheinander junger Erwachsener beschreibt. «Heldenhaft» lohnt sich zu lesen, nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene, die ihrer eigenen Jugend nachspüren wollen.

 

Das wirkliche Leben

Unser neues Büchermagazin ist da, liegt auf und hält nicht zurück mit tollen Büchertipps von Buchhändler*innen aus der ganzen Schweiz!

daswirklicheleben

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Was wir voneinander wissen

Kürzlich hat Andrea Köhler bei ihrer Besprechung des Romans „Mutter. Chronik eines Abschieds“ in der NZZ festgehalten, dass „Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter die vielleicht ambivalenteste überhaupt [ist].“ und die Mutter in jüngerer Zeit zu einem der „bevorzugten Themen der autobiographischen Selbsterkundung von Frauen geworden ist“.

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Auch am Anfang von Jessie Greengrass` Roman „Was wir voneinander wissen“ steht die Frage „Soll ich noch einmal Mutter werden?“ In Anbetracht dieser lebensverändernden Entscheidung blickt die namenlose Ich-Erzählerin (es handelt sich nicht um einen autobiographischen Roman) zurück auf das  eher kühle Verhältnis zu ihrer eigenen Mutter, das erst an Tiefe und Wärme gewann, als diese schwer an Krebs erkrankte und auf die Pflege der Tochter angewiesen war – geschildert intensiv, ehrlich und ohne Pathos. Und auch den Einfluss der dominanten Grossmutter, einer Psychoanalytikerin, die Tochter und Enkeltochter gleichermassen zu analysieren versuchte, zieht sie in ihre Betrachtungen hinein. Sie selbst empfindet ihre Mutterschaft als „Gratwanderung, ihr [der Tochter] genug von meiner Liebe zu geben, dass sie sich ihrer bewusst ist, aber nicht zu viel, um sie nicht an mich zu binden; sie wissen zu lassen, dass diese Liebe da ist, doch ihre Grösse nicht zu betonen, und wenn ich sie ermutige, sich von meinem Blick zu lösen, kostet es mich viel Mühe, meiner Sehnsucht nach ihr nicht nachzugeben…“

Der Roman dreht sich aber nicht nur um das Mutterwerden und –sein, sondern, wie der Titel besagt, auch um die Fragen, was wir überhaupt voneinander wissen, wie wir zu unseren Erkenntnissen gelangen und wie diese uns dabei helfen, Entscheidungen zu treffen. Dabei interessieren die Ich-Erzählerin bei ihrer philosophischen Selbstanalyse nicht die äusseren Fassaden, sondern die tieferen, oft versteckten Schichten. Geschickt verwebt die Autorin mit wunderbar fliessender, bildreicher Sprache die drei bedeutenden Erlebnisse im Leben der Erzählerin mit drei auf den ersten Blick ganz unterschiedlichen Wissenschaftsdiskursen: Wilhelm Conrad Röntgen gelang es als Erstem, Körper mit Strahlung zu durchleuchten. Sigmund Freud hat mit seiner Psychoanalyse Menschen und ihre Motive versucht zu durchschauen und John Hunter sezierte sein Leben lang Körper und legt damit die Grundlage für den zuerst erfolglosen Kaiserschnitt. Im Verlauf der Lektüre beginnt man die allen zugrundeliegende Motivation, Dinge freizulegen und erfahrbar zu machen, nachzuvollziehen. Alle erfahren schlussendlich auf unterschiedliche Weise, dass der Preis der Erkenntnis, die Entzauberung eines Wunders ist.

Anna-Lena Fässler

Jesse Greengrass, Was wir voneinander wissen, Kiepenheuer & Witsch, 2020.

 

 

Zur Sprache bringen. Empfehlunen für junge Leserinnen & Leser

Kinder- und Jugendbücher stellen immer wieder sehr aktuelle Themen in den Fokus. Auch zum momentanen Geschehen in den USA. Vier lohnenswerte Titel stellen wir genauer vor.

Rosaparks Rosaparks_Buch

Im letzten Herbst ist ein wunderbares, leicht verständliches Bilderbuch für kleine Kinder über die Lebensgeschichte von Rosa Parks, der bekannten afroamerikanischen Bürgerrechtlerin, erschienen. Besprechung „Rosa Parks“ aus der Reihe „Little people – big Dreams“ .

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jason-reynolds-2019 nichtsokay_buch

Im Jahr 2016 hat der erfolgreiche afroamerikanische Autor Jason Reynolds ein Buch geschrieben, das die derzeitigen Ereignisse in den USA genau auf den Punkt bringt. Besprechung „Nichts ist okey!“ von Jason Reynolds

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nicstone dearmartin_buch

Nic Stone berichtet in ihrem ersten eindrücklichen Jugendroman von Yustice, einem jungen Schwarzen, der Briefe an Martin Luther King schreibt und ihn um Rat bittet. Besprechung „Dear Martin“ von Nic Stone.

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athomas thehateyougive_buch

Angie Thomas schreibt über die sechzehnjährige Starr, die trotz ihrer schwarzen Hautfarbe eine weisse Schule besucht. Der beeindruckende Roman hat es auf Anhieb auf Platz 1 der New York Times-Bestenliste geschafft. Besprechung  „The hate u give“ von Angie Thomas.

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Wassertänzer

wassertänz

Ta-Nehesi Coates, Autor, Journalist und Menschenrechtskämpfer, liefert mit „Der Wassertänzer“ seinen ersten Roman und enttäuscht mitnichten.
Es ist beinahe unmöglich, sich dem von der ersten Seite an entstehenden Sog dieser atemberaubenden, kraftvollen sowie magischen Vorbürgerkriegsgeschichte zu entziehen.

Wir werden Zeuge des Lebens eines gewissen Hiram Walker. Er ist zugleich Sklave und Sohn des Plantagenbesitzers Howell Walker, welcher Hirams Mutter verkauft als dieser erst 9 Jahre jung ist.
Durch dieses nie überwundene Trauma entwickelt Hiram die Gabe, sich an alles, jedes kleinste Detail jeder Minute und Stunde seines Lebens erinnern zu können. An alles, ausser an seine Mutter. Hin- und hergerissen zwischen der Hoffnung einer Zukunft auf der Plantage seines Vaters und der Flucht in die Freiheit, beginnt Hirams Weg, welcher ihn in den „Untergrund“ führt, eine Freiheitsbewegung, die ihren eigenen Extremen folgt. Wird Hiram die Kraft haben sich seinen Erinnerungen zu stellen und die Geheimnisse zu lüften, die in ihm schlummern?

Coates gelingt es scheinbar leichtfüssig mit seiner berührenden, von Klarheit schillernden Prosa eine Geschichte zu erzählen, die durch wundervolle Charaktere besticht und doch, durch ihre Tiefe, die Leser*innen in dunkelste Abgründe führt.
Schonungslos entfaltet sich die Realität, welche durch die Sklaverei geschaffen wurde. Die beabsichtigte Trennung von Familien und deren traumatische Folgen, die Ohnmacht und die Unbeugsamkeit der Menschen, denen das grösste Unrecht wiederfahren ist.

Ein grosses Buch einer wichtigen Stimme, dessen Lektüre nur ein Gewinn sein kann.

 

Can Tolga

Ta-Nehesi Coates, der Wassertänzer, Blessing Verlag 2020

Mitlesen, Anlesen, Auflesen, VORLESEN!

Zum heutigen Vorlesetag 27. Mai 2020

Vorlesen soll Spass machen, nicht nur den zuhörenden Kindern, sondern auch Vorleserinnen und Vorleser. Frisch erschienen und wunderbar geschrieben ist das Buch: „Als ich die Pflaumen des Riesen klaute“ von Ulf Stark. 

 

Vorlesen_pflaume

In Ulfs kleinem Dorf lebt ein Riese. Unheimlich ist dieser hünenhafte Oskarsson, schaut immer mürrisch in die Gegend und spricht kaum ein Wort. Nur wenn Mama bei offenem Fenster Klavier spielt, da werden die Augen des Riesen ganz sanft. Ulf und sein bester Freund Bernt haben Angst vor diesem Oskarsson. Da helfen auch die ganzen Hypnosekünste nicht, die Bernt immer wieder ausprobiert. Um sich die Zeit in diesem nie enden wollenden Sommer zu vertreiben, stellen sich die beiden gegenseitig Mutproben. Ulf ist nur bedingt begeistert und trotzdem fasziniert davon. Die neuste Aufgabe, die erfordert wirklich all seinen Mut: Er soll in Oskarsson Garten Pflaumen klauen. Es stürmt an diesem Tag, alles wirbelt durcheinander, vielleicht ist dies mit ein Grund, weshalb Ulf zum ersten Mal mit Oskarsson spricht und etwas Wichtiges entdeckt: Grosse mürrische Menschen müssen nicht immer böse sein, möglicherweise sind sie nur so einsam, dass sie das Reden verlernt haben. Wie Ulf und Bernt es schaffen, dass Oskarsson plötzlich ziemlich nett ist und ihnen sogar beim Bau einer Hütte hilft, das sei hier noch nicht verraten, zu schön ist es, diese Geschichte selber nachzulesen.
Der leider verstorbene schwedische Autor Ulf Stark bleibt sich auch in seinem letzten Buch treu. Er ist bekannt für seine wunderschöne Sprache, für seinen Witz und für seine so liebenswerten Figuren. Man spürt beim Lesen die Wärme, das Licht, aber auch, dass manchmal Schatten zum Leben dazugehören. Und zwischendurch, da kann man immer wieder kichern. Das Buch erzählt von Lausbuben, die, wie sollte es anders sein, ein butterweiches Herz haben. Eine witzige, spannende und gleichermassen berührend poetische Geschichte, die sich hervorragend für vergnügliche Vorlesestunden eignet. Für Kinder ab 8 Jahren genauso wie für Erwachsene.

Urachhaus 2020, ISBN: 978-3-8251-5222-2

 

Weitere tolle Vorleseempfehlungen von Maria Riss, unsere Spezialistin für Kinderbücher,  finden Sie hier !

 

Unser Vorleser

Der TV-Entertainer aus dem Appenzell (und ehemaliger Bücherladennachbar) ist ein umtriebiger Tausendsassa. Für den Vorlesetag fand er trotzdem Zeit – schliesslich liegt ihm das Vorlesen ebenso am Herzen wie uns. Marco Fritsche liest Jugendlichen ab 12 Jahren aus Sunil Manns Jugendbuch «Totsch» (da bux) vor.

Regie und Kamera hat Carol Forster übernommen, die Buchhändlerin des Bücherladens Appenzell, wo Marco Fritsche vorliest.

 

 

Hier geht’s direkt zum „Totsch“ im Bücherladen Internet-Shop