Archiv der Kategorie: Aktuell

Von Juni bis August

17Sommer

Ein Sommer in den 1930er Jahren. Ein Sommer in siebzehn Jahre junger Haut. Ein Sommer eingebettet zwischen Glücksgefühlen, grosser Liebe, Sehnsucht und Abschiedsschmerz. Eine Protagonistin, die so authentisch wirkt, als wäre es die gute Freundin von nebenan. Der Klassiker, der nach 77 Jahren bei Kein & Aber diese Woche frisch erscheint.

Sich mit Frühlingsgefühlen in den Sommer träumen, sich fühlen wie damals mit siebzehn Jahren und sich freuen auf die wärmer werdenden Tage!

Noemi Lieberherr, Lernende

 

EINKAUFEN

Bald – Helen Meier – Geburtstagsfeier und Buchvernissage

Mittwoch 17. April um 17 Uhr im Festsaal der Kantonsbibliothek im Gemeindehaus, Landsgemeindeplatz 1 in Trogen

Mit Franz Hohler, Charles Linsmayer, Margrit Bürer und, natürlich, Helen Meier.

meier_def

Sie sind in vieler Hinsicht überraschend, die Märchen, die Charles Linsmayer in Helen Meiers Vorlass entdeckt hat und die sie als junge Lehrerin um 1956/57 als allererste literarische Arbeit geschrieben hat. Nixen, Drachen, Zauberer, unglücklich Liebende treten da auf, in Texten von überbordender Phantasie und erstaunlicher Sprachkraft. Und doch sind hinter der vordergründigen Lieblichkeit und Harmlosigkeit bereits jene Abgründe erahnbar, die später das Radikale, Kompromisslose von Helen Meiers Schreiben untermauern werden.

Eine wunderbare Gelegenheit, eine der interessantesten Autorinnen unserer Region zu erleben! Und von unserem Büchertisch ein Stück ihrer Klarsicht und Ausdruckskraft mit nach Hause zu nehmen.

 

 

 

 

Eine schrecklich gute Geschichte einer abscheulichen Familie

Familie.jpg

Familie Willoughby, das sind vier Kinder mit ganz schrecklich bösen Eltern. Diese Eltern gehen auf eine gefährliche Weltreise und kommen dabei ums Leben. Für die Kinder ist das eine ganz wunderbare Botschaft, weil sie mittlerweile von einem sehr liebevollen Kindermädchen betreut werden. Zur gleichen Zeit erzählt die Geschichte von Mister Melanoff, einem Milliardär, der seit langem deprimiert ist, weil seine Frau, die er nicht so besonders mochte und sein Sohn, den er umso mehr ins Herz geschlossen hatte, durch eine Lawine verschüttet worden sind und nie gefunden wurden. Dieser griesgrämige Milliardär findet eines morgens ein Baby vor seiner Haustür. Dieses kleine Mädchen erweicht sein Herz. Er lässt seine riesengrosse Villa endlich putzen, isst wieder regelmässig, kauft für das Kind alle möglichen Spielsachen und kümmert sich ganz liebevoll um das kleine Kind. Gleichzeitig werden in den Schweizer Bergen eine Frau und ein Junge aus einer Lawine geborgen. Die Frau findet die Schweizer Berge, vor allem den Postboten dort, ganz wunderbar, sie will um keinen Preis zurück. Der Sohn aber hat Heimweh nach seinem früheren Leben, vor allem sehnt er sich nach seinem Vater, der mit einer Erfindung von speziellen Schokoriegeln zum Milliardär geworden war. Man ahnt es beim Lesen mit jeder Seite mehr: Bei dieser verzwickten Geschichte führt irgendwann eins zum andern und kommt es buchstäblich zu einem Happyend, wie es im Buche steht.

Lois Lowry hat ein bemerkenswertes Buch geschrieben, dies in vielerlei Hinsicht: Da sind diese schrägen Figuren, die sich in einer altmodischen Welt so wohlerzogen und doch selbstbewusst bewegen, da ist das freche Spiel mit Klischees, vor allem, was Waisenkinder und die Schweizer Bergwelt betrifft, da sind diese vielen Übertreibungen und ein stellenweise wirklich schwarzer Humor. Durch die vielen Erzählstränge und Handlungsorte ist diese Geschichte nicht ganz einfach, sie eignet sich aber trotzdem hervorragend zum Vorlesen, weil Kinder wie Erwachsene immer wieder zum Lachen kommen und weil die verschiedenen Schauplätze durch eine klare Gliederung der Kapitel gut zu unterscheiden sind. Ein Buch für alle, die schräge, unkonventionelle und spannende Geschichten lieben. Für Kinder ab etwa 10 Jahren.

Maria Riss

Lois Lowry, Die schreckliche Geschichte der abscheulichen Familie Willoughby, dtv 2019.

 

EINKAUFEN

Kunstgewächse in Pavillons …

… am kleinen Frühling! Roman Signer, Muda Mathis & Sus Zwick, Markus Müller und Ursula Palla gestalten je einen Raum – das gibt: Ein Kunstrundgang à 4 Pavillons im Dorf Appenzell. Extraklasse!

Und für die Kids gibt’s mit, aus und rund um die Pavillons: Das Kinderkunstprogramm vom kleinen Frühling.

KLF19Freitag

Programmhäppchen Nummer drei ist angerichtet und kommt alsbald.

Es spriesst im kleinen Frühling …

… der letzte seiner Art. Und als erster liest: Lukas Linder aus seinem neusten Roman.

6Juni

Programmhäppchen Nummer zwei folgt alsbald.

 

 

 

Aprilgedicht

Der Meister A. Sade

Wenn ihr erkannt habt
dass der tiefe Orgelpunkt
den ihr tief da unten
wahrnehmt
in den Kellergewölben
der eigenen Existenz
nicht der Grundton der Angst ist
sondern eure Zugehörigkeit
zu jeder Saite
die vibriert –
versucht dann nicht
aus dieser Erkenntnis
eine Weisheit zu machen.
Denn dann verschwindet sie.

Lars Gustafsson

 

Larst Gustaffsson, Etüden für eine alte Schreibmaschine, Hanser 2019.

Rückblick – Ein Buch gibt zu reden

Im gut gefüllten Ditze Rössli haben am Donnerstagabend kulturinteressierte Appenzeller*innen und Gaiser*innen der von Marco Fritsche beschwingt moderierten Gesprächsrunde gelauscht, die zum Auftakt von «Appenzell liest» und dem BuchKunstFest «kleiner Frühling» organisiert wurde. Unterhaltsam, witzig, zuweilen ernst und immer voller Elan haben Rahel Stieger van Dam, Rahel Ulmann, Daniela Lassonczyk und Lino Pinardi das Romandebüt des Schweizer Autors Lukas Linder «Der letzte meiner Art» – unser Dorfbuch – diskutiert und Lust auf mehr geweckt. Lust darauf, den Autor persönlich am Donnerstag 6. Juni am «kleinen Frühling» kennenzulernen und ihm alle Fragen zu stellen, die noch unbeantwortet geblieben sind. Und Lust auf die vielen anderen Programmhöhepunkte, die Agathe und Carol im Anschluss an das Gespräch schon verraten haben. Wir freuen uns mit euch die Nase in Bücher zu stecken. Das Lesen geht weiter!

Livetalk mit Anastasia Zampounidis

Freitag 22. März ab 18 Uhr im Hotel Blaue Krone Brülisau
Eintritt 20 Franken, inkl. Apéro und ein Getränk

Als ersten Gast auf der blauen Couch empfängt die Blaue Krone Anastasia Zampounidis – erfolgreiche Moderatorin und Autorin. Seit zehn Jahren ernährt sie sich völlig zuckerfrei und stellt unter Beweis, wie sehr es sich lohnt auf seine Ernährung zu achten. Über ihre Karriere und ihre Bücher spricht Anastasia Zampounidis mit Moderatorin Elke Cappellari.

Anmeldung unter support@aquapresen.ch oder +41 81 740 13 93

Unsere Lernede Noemi Lieberherr macht den Büchertisch und freut sich auf einen spannenden Abend.

 

Zampu

 

Bald – Buchrunde mit Marco Fritsche

button

 

Donnerstag 21. März, 19.30 Uhr, im Rössli Postplatz in Appenzell

Moderation
Marco Fritsche

Gäste
Daniela Lassonczyk, Rahel Stieger van Dam, Rahel Ulmann, Lino Pinardi

 

Jung, alt, Frau, Mann liest „Der letzte meiner Art“ von Lukas Linder. Und erzählt davon. Marco Fritsche hakt nach, deckt auf und kitzelt heraus. Wir freuen uns auf einen fröhlich-hintersinnigen Frühlingsanfang mit euch! Denn: Appenzell liest – Gais liest mit!

Ohne Anmeldung, Eintritt frei.

 

 

Mein ich mit dir

untermenschen

Wil hat sich entschieden: Sie möchte raus aus der Stadt, auf einen Bauernhof und ihre Ruhe haben. Weg von Mutter, weg vom Lärm und endlich das machen, was sie will. Da kommt diese Anzeige von Jan gerade recht: „Bauernsohn sucht Frau. Wohnt allein. 80 HA“. Die beiden ziehen zusammen.
Mathijs Deen erzählt von zwei Menschen, die nicht wissen, wie sie sich unter Menschen wohl fühlen können. Und die in der Einsamkeit dieses Bauernhofs am Deich ihr eigene ausfüllen lassen müssen, wollen sie nicht durchdrehen. Karg, spröde und ab und zu von Stürmen durchschüttelt nähern sich die beiden an. Und finden heraus, dass sie nicht überflutet werden, wenn sie Türen öffnen.

Melina Cajochen

 

Mathijs Deen, Unter den Menschen, Mare Verlag 2019

 

EINKAUFEN

Appenzell liest ein Buch – Gais liest mit

Appenzellliest_Bank.jpeg
Drei, bereits vertieft.

Wir alle lesen Lukas Linders Buch „Der letzte meiner Art“. Lies mit! Und erfahr von Alfred von Ärmel, wie es ist, wenn die Welt nicht auf einen gewartet hat. Wenn das, was du sagst und tust so cool ist, wie der selbstgestrickte Pullover der griesgrämigen Oma. Wenn der überaus begabte Bruder die Hoffnung kommender Generationen ist. Und dir nichts anderes übrig bleibt, als ein Held zu werden, auf dass auch ein Krümelchen des Ruhmes für dich abfallen mag. Aber wie?

Ganz Appenzell und Gais soll Linder lesen, lachen ob der Verstrickungen des Alfred von Ärmel, hin und wieder ertappt auf das eigene Leben schielen und darüber plaudern und parlieren. Wir freuen uns auf dorfweite Lesewellen!

AZellliest_Kartefront

AzellliestkarteHinten

 

 

 

Märzgedicht

Examen de l’aube

Je raisonne. J’analyse.
Je me tourne dans mon lit.
Au lieu de dormir, assis,
je regarde l’aube grise.
Autrefois, dormant ainsi,
une main sous ta chemise,
je tenais ton ventre pris
comme un nid, oui, comme un nid.
Mais on a laissé la brise
prendre soin de nos soucis.

 

Gewissensprüfung im Morgengrau

Ich überlege. Ich untersuche.
Ich wälze mich in meinem Bett.
Anstatt zu schlafen betrachte ich
im Sitzen das graue Morgenlicht.
Früher einmal, als ich so schlief,
die Hand unter dein Hemd gesteckt,
hielt ich deinen Bauch umfasst
wie ein Nest, ja wie ein Nest.
Doch wir überliessen es dem Wind,
sich um unsre Sorgen zu kümmern.

Jean Cuttat

 

In: Die Lyrik der Romandie. Eine zweisprachige Anthologie, Kollektion Nagel & Kimche 2008.

doppelt geteilte Freude

Ein neues Kapitel für Rorschach.

Seit genau fast exakt einem Jahr, beliefern wir die Rorschacher Leserschaft mit Bücher. Zuerst ins gemütliche Café Treppenhaus, dann ein Stück weiter in den HPV-Laden mit den schönen Holz- und anderen Geschenken. Immer wieder mal den Bodensee anfassen können ist schön.

Nun aber dreht der Wind und eine neue Seite blättert auf.

Nicht im..

bodenseekrimi

eher

wundervollebuchhandlung.jpg

!

Rorschach bekommt eine neue Buchhandlung!

Wir lösen unsere Bücherstation per 1. März 2019 auf und übergeben das Feld mit Freude an Heike und Martin Kramer, die es wagen und damit den Buchhandel bestärken. Wir gratulieren herzlich und wünschen einen Haufen Bücherfreundinnen und Spielgefährten .

 

0001

Ein wahrer Leckerbissen!

barnes

Ganz in „Die Reifeprüfung“-Atmosphäre (der coolcoolcoole Film mit Dustin Hoffman und mit Liedern von Simon & Garfunkel) erzählt uns Barnes die Geschichte einer ersten grossen Liebe. Der 19-jährige Paul, in den Semesterferien zu Hause in der Vorstadt, verliebt sich in Susan, die fast zwanzig Jahre älter ist als er. Sie ziehen zusammen, in die Stadt, und beginnen ein ganz neues Leben. So wähnt Paul. Doch die Menschen in diesem Leben sind nicht neu, nicht unbeschrieben. Er muss erfahren, dass diese Liebe mehr verlangt, als er geben kann.

Gültige Sätze über die Liebe findet Paul nicht. Und so macht die Geschichte seiner ersten grossen Liebe und deren Ende keinen Sinn für ihn. Trotzdem lesen und hören wir mit Gewinn davon. Ein wunderbar schön trauriges Buch zum Mitschwelgen und, doch, Sätze sammeln.

Melina Cajochen

 

Julian Barnes, Die einzige Geschichte, Kiepenheuer&Witsch 2019

 

EINKAUFEN

Fröhliche Romantik

taugenichts

Die Epoche «Romantik» (ca. von 1795 bis 1848) steht für Individualität, Bewusstheit der Gefühle, Leidenschaft, Fernweh und die Hinwendung zur Natur.

Eichendorffs Klassiker entspricht der Beschreibung einwandfrei.

Ein junger Mann, der lieber Geige spielt und die Zeit geniesst, anstatt zu arbeiten, wird von seinem Vater fortgeschickt «um sich sein Brot selber zu verdienen» und so zieht der Taugenichts hinaus in die Welt um sich dort «sein Glück zu machen». Welches ihm kurz darauf wortwörtlich vor die Füsse fährt. Junge Damen in einer Kutsche sind erfreut von seinen Geigenklängen und laden den Herrn ein, mit ihnen nach Wien aufs Schloss zu fahren. Dort arbeitet er für längere Zeit und verliebt sich in ein junges Fräulein, das seine Liebe jedoch nicht gleichermassen erwiedert. So bricht er eines Morgens heimlich vom Hof auf, neuen Abenteuern entgegen.

Nach allerlei Verwirrungen, Verwechslungen und viel Glück spaziert Taugenichts eines Tages in Rom ein. Die Angebetete soll nämlich auch hier sein…

Eine beglückende Geschichte mit heiteren Aussagen über die Natur und das Leben, bereichert mit fröhlichen Gedichten – eine Geschichte für alle und besonders für die Verträumten unter uns…

 

Noemi Lieberherr, Lernende

 

Aus dem Leben eines Taugenichts, Joseph von Eichendorff, Insel Verlag mit tollen Bilder von Hans Troxler

Das tollste Schwein

Die Geschichten des so eingebildeten Schweins Eduard Speck gehören mittlerweile zu den Klassikern der neueren Kinderliteratur. Eduard Speck lebt auf einem Bauernhof und ist überzeugt davon, dass er nicht nur das schönste, sondern auch das klügste und stärkste Schwein auf Gottes Erdboden ist. In jeder der 29 Geschichten will er dies den anderen Tieren auf dem Bauernhof erneut beweisen. Leider gehen aber seine Unternehmungen wirklich jedes Mal schief. Die Tiere haben sich an seine Aufschneidereien und sein Besserwissen gewöhnt und nehmen das Ganze recht gelassen. Aber ihn necken und verspotten, das tun sie schon. Wenn er beispielsweise den Fröschen befiehlt, das Quaken ab sofort zu unterlassen, weil er seinen Schönheitsschlaf brauche, oder wenn er versucht, den Schornstein in der Küche auszufegen und dafür ziemlich derbe Schläge mit dem Besen kassiert. Alle Tiere auf dem Hof haben einen speziellen Charakter, dies hat Wolf Erlbruch in seinen Bildern in gekonnter Manier ganz wunderbar eingefangen. John Saxbys Sprache ist wunderschön, oft ironisch und mit einem schmunzelnden Unterton. Diese feinen Andeutungen und die Details, die nicht explizit im Text stehen, stellen recht hohe Anforderungen an die Lesenden. Aber was man im Text nicht versteht, das wird in den Bildern deutlich gemacht. Die einzelnen Abenteuer von Eduard Speck lassen sich unabhängig voneinander geniessen und eignen sich deshalb sehr gut zum Vorlesen. Ein spezielles und kostbares Buch für Kinder ab etwa 8 Jahren und für Erwachsene.

Maria Riss

 

file-16
John Saxby, Alle Abenteuer von Eduard Speck, mit Bildern von Wolf Erlbruch

 

EINKAUFEN