Archiv der Kategorie: Aktuell

Wir machen es – wir ziehen um – wemakeit.ch!

 

Liebe Freundinnen und Freunde des Bücherladens

Liebe Kundinnen und Kunden

Vor beinahe dreissig Jahren habe ich den Bücherladen am Postplatz beim Ditze Rössli eröffnet. «Hier liest doch keiner» hiess es damals, was natürlich nicht stimmte. Der Laden wuchs kontinuierlich und schon nach vier Jahren zogen wir um an die Poststrasse 1. Der Laden war nicht mehr aus dem Dorf Appenzell wegzudenken. Nun, nach dreiundzwanzig Jahren am Schmäuslemarkt, haben wir uns entschlossen, den Schritt an die Hauptgasse 10 zu wagen. Die Platzverhältnisse sind eng geworden, wir können die schönen Bücher oft nicht frontal präsentieren, die Bürosituation hinter den Kulissen ist seit je her beengt und irgendwie provisorisch. Und doch haben wir immer gerne hier gearbeitet und tun es noch heute.

Wieso also weiterziehen? Als das stimmige Ladenlokal der ehemals Klarer AG frei wurde, war uns sofort klar, dass wir die Gelegenheit packen und mit Büchern neues Leben in die Gemäuer bringen  möchten. Der Bücherladen muss im Dorf bleiben. Mit meinem jungen, hochmotivierten, mitdenkenden und schlicht grossartigen Team schien es plötzlich möglich, den grossen Sprung an die Hauptgasse zu wagen. Wir nehmen unsere Bücher mit, den Esprit und unsere gute Laune, lassen die alten Gestelle zurück, setzen unsere Bücher neu in Szene und freuen uns riesig über mehr Raum und mehr Luft und einen Neuanfang. Wir sind überzeugt, hier den Ort gefunden zu haben, an dem der Bücherladen Zukunft hat.

Dass eine Buchhandlung eine solche Veränderung nicht einfach so aus der eigenen Tasche finanzieren kann, liegt auf der Hand. Dennoch machen wir den Schritt, denn wir wissen, dass unsere Kundschaft mitziehen wird. Und mit Ihrer Hilfe über unsere Crowdfundingkampagne auf wemakeit.ch sind wir in der Lage, dieses Abenteuer gutgelaunt anzugehen und durchzustarten. Ziehen Sie mit uns mit, lesen Sie weiter, tauchen Sie ein in die Literaturen dieser Welt, reisen Sie in Büchern, machen Sie Halt in unserer schönen Buchhandlung, die eine Oase der Inspiration ist. Wir freuen uns auf Sie!

Ihre Carol Forster

 

Die ganze Crowdfundingaktion mit kreativen Belohnungen und Finanzierungsideen auf wemakeit.ch – vielen Dank für Ihre Unterstützung!

 

Neueröffnung am 18. Januar 2020 – Hauptgasse 10

 

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Ultimativ

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Eugen de Bodt und sein Team sind gefordert, und wie. Der Mann der Bundeskanzlerin wird entführt. Später geht es der Frau des französischen Präsidenten ebenso. Beide müssen Fingeer lassen und die Regierungen der beiden big player in Europa sind mit nicht erfüllbaren Forderungen konfrontiert. Ganz nebenbei verlieren russische Staatsbeamte in halb Europa seltsamerweise ihr Leben und ein deutscher AKW-Cheftechniker steht arg unter Druck. Soweit so unübersichtlich. Soweit so Christian von Ditfurth. „Ultimatum“ sein neustes Buch lebt von der Verwirrung, den Dialogen und dem Zusammenspiel von de Bodts Team. Herzerfrischen arrogant und vollkommen unorthodox ermittelt de Bodt, lässt dabei schnell einmal den einen oder anderen unfähigen Minister über die Klinge springen und löst – natürlich – den Fall.

 

Christian von Ditfurth stellt mit seinen schnell erzählten, auf vielen Ebenen spielenden Geschichten von einem System, das angreifbar ist, an seine Grenzen stösst und auch am Schluss nicht unantastbar bleibt. Jede der knapp 500 Seiten ist Spannungsaufbau pur. Dass dann am Schluss der Schluss zwar schlüssig ist, aber etwas allzu stürmisch kommt, ist nicht weiter schlimm. Wer danach auf den Geschmack gekommen ist – „Ultimatum“ ist bereits der fünfte Fall von Eugen de Bodt.

Reto Pfändler

 

Ultimatum, Christan Ditfurth, C. Bertelsman 2019

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Die Bücherladenlesegruppe und die Wände

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In fast schon Jagdhütten-Atmosphäre bei Armin im Marktplatz trafen wir uns Bücherladenlesegruppenmitglieder und beschäftigten uns mit der Wand in „Die Wand“. Unter Anderem. Heiss diskutiert wurden Fragen wie: Ist die Wand eine Katastrophe oder eine Erlösung? Ist Frau um die es geht, besser dran ohne Menschen? Und wir selber, würden wir durchdrehen oder anpacken? Was wissen wir denn noch vom Anpflanzen, Melken und Überleben? Ist das beunruhigend oder völlig ok? Liegt in der harten Arbeit ein Glück, dass wir suchen sollten? Fünf verschiedene Ausgaben desselben Buches, sechs mitunter unterschiedliche Meinungen – es pulsiert und weckt, das Buchgespräch!

Gute Bücher für dicke Leser – weiter geht’s am Dienstag 12. November, um 18.45 mit
Das Muschelessen“ von Birgit Vanderbeke. Also Buch holen, anmelden, lesen und mitschwadronieren. Wir freuen uns auf euch! Ort geben wir alsbald bekannt.

 

Melina Cajochen

Familienbande

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Ob mit oder ohne Geleitwort von Ljudmila Ulitzkaja und Vorwort der Herausgeberin Irina Scherbakowa, zweier gewichtiger Stimmen in der russischen zeitgenössischen Kulturlandschaft, das Buch „Ich glaube an unsere Kinder“ ist ein Kleinod der Erinnerung, aber auch eine stille Mahnung, die Geschichte in all ihren Winkeln und mit all ihren Auswüchsen immer ernst zu nehmen. 14 Väter kommen zu Wort, die während der Stalinzeit aus ihrer Haft, ihrem Verbannungs- oder Lagerort, an ihre Familien schrieben. Dort lebten sie zumeist unter widrigsten Umständen und starben häufig auch dort. Sie hielten den Kontakt zu ihren Familien mit äussersten Anstrengungen aufrecht, denn sie wollten Anteil haben an deren Alltag und wollten wissen, wie ihre Kinder aufwuchsen und lebten. Nicht selten war unter ihren Lebensumständen dieser Kontakt der einzige Grund ihres Lebenswillens. Ihre Stimmen stehen stellvertretend für Millionen von Menschen – Mütter wie Väter – die im sowjetischen Lager- und Haftsystem lebten, litten und umkamen. Ihr Zeugnis und der lakonische, sorgfältige Stil der Buchgestaltung, der auch den Kindern eine Stimme gibt, sind beredte Zeugen für eine Zeit, die authentisch zu bezeugen immer weniger Menschen in der Lage sind. Nicht zuletzt auch deshalb ist die Arbeit der internationalen Gesellschaft MEMORIAL nicht genug zu würdigen, der auch die hier erhaltenen Briefe ihre Existenz und Veröffentlichung verdanken.

 

Brigitta Schmid

Irina Scherbakowa (Hg.): Ich glaube an unsere Kinder. Briefe von Vätern aus dem Gulag. Mathes & Seitz, Berlin 2019

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Oktobergedicht

Herbstsegen

behutsam öffnet die sonne
den milchigen schleier
über dem see

die strahlen fallen
auf die alte mauer an der strasse
die von zahllosen blättern
überwuchert ist

als bäumten sie sich ein letztes mal auf
als hätten sie ihre kräfte ein leben lang
für diesen einen augenblick gebündelt
entflammen sie zu einem feuerwerk aus farben

dich trifft es wie ein blitz
und noch stunden später
lodert ein jauchzen in dir

In: Andrea Maria Keller, Mäanderland, Edition Howeg 2013

Gute Bücher für dicke Leser, 2te Runde

Geschätzte Leserinnen, werte Leser

Unser Leseklub geht in die zweite Runde!
Die Lektüre ausgewählt hat diesmal Erwin Bolli, Stammkunde und Ladenfreund. Er hat es schon einmal gelesen, möchte wieder und vor allem freut er sich, endlich darüber
zu reden.

Und zwar über..

wand

Marlen Haushofer, die Wand

 

Wir treffen uns am Mittwoch 9. Oktober um 19 Uhr, mit Plättli irgendwo in Appenzell – Ort wird noch bekanntgegeben
Anmeldung gern via Bücherladen Telefon oder Mail

 

direkt bestellen im Bücherladenshop

Wir freuen uns, bis bald!

Matinée mit Ludwig Hasler

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Gerne und mit Vorfreude weisen wir auf unsere nächste Veranstaltung hin. Am 6. Oktober 2019 laden wir Sie herzlich zur Sonntagsmatinée mit Ludwig Hasler ein. Er liest aus seinem neuen Buch „Für ein Alter, das noch was vorhat“.

Ein grossartiges, philosophisches Plädoyer für ein aktives Wirken und Mitwirken in der Gesellschaft nach Abschluss des sogenannten Erwerbslebens. Es geht um die neue Dramaturgie des Alterns: zwischen Vitalitätsrekorden und Demenz.

Klug, poetisch, philosophisch, hintergründig und humorvoll animiert er uns Leser*innen, anders über die Jahre nach der Pensionierung nachzudenken. Und wir sind aufgefordert, den Blick jetzt schon kritisch auf unsere Leben zu richten und allenfalls die Laufrichtung zu ändern.

Wir freuen uns aufs Zuhören und die Gespräche danach.

 

Sonntag
6. Oktober 2019
11 Uhr 30
Altes Treibhaus
in Appenzell

 

ohne Anmeldung, dafür mit freiem Eintritt.

Septembergedicht

Sommer

Bei heissem Wetter
wird das Leben langsam
Menschen
liegen in Wiesen
bewegungslos
man meint in tiefem Schlaf
andere ausgestreckt rot wie
von der Sonne erschlagen
manche rollen träge
manche schnellen
hin wo sie auch
ihre Wurzeln finden
zum Ursprung
ins Feuchte
fallen anheim
dem Wasser
unweigerlich dem auch
was sie immer treibt
der Lust zu kopulieren
oder mindestens
der nasse Reibnähe
anderer Haut
und kein Mensch
denkt an den
in den Tiefen verborgenen
Schlund der Alten
mit verlassenen Schatten
der Vorfahren
es ist Sommer und
nicht die Zeit des Sterbens
sagen sie
und verziehen sich
in Büsche und Schattenplätze
und von der Böschung zieht
der süsse Atem herüber
des Lathyrus mit seiner roten Blüte
wie ein weibliches Geschlecht
oder der stille Duft reifer Marillen
es ist nicht die Zeit an
den Tod zu denken
es die Zeit der Sinne
des zärtlichen Genusses
im Herbst wird
überreich der Gaumen
dann verwöhnt um uns zu trösten
über den langsamen Verlust
der Wärme und
der langen hellen Tage
dann wird es Zeit
sich anders nah zu sein
und
vom Ende
auch
zu sprechen

Ivo Ledergerber

 

Ivo Ledergeber, Alltagsgrübeleien, Waldgut Verlag 2019.

Gute Bücher für dicke Leser – zum Ersten

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Bei Brot, Käse, Fleisch und Sprudelwasser, im wilden Garten, diskutierten wir angeregt über „Grosse Erwartungen“ von Dickens. Weshalb funktioniert dieses Buch so gut? Sind es die filmischen Szenen, die Landschaftsbeschreibungen? Und: Estelle und Pip kommen zusammen! Ist Erwin überzeugt. Vielleicht, vielleicht. Und wie das Buch geschrieben ist, Cliffhanger und grosse Liebe und Tod und Armut und Schuld – und wieder finden wir: Ganz grosses Kino. Wir schweifen dorthin, dahin und dann zurück zum Buch und amüsieren uns köstlich.

Ich freue mich riesig auf „Gute Bücher für dicke Leser“ zum Zweiten! Infos folgen.

 

Melina Cajochen

 

Augustgedicht

Ja, das Gas habe ich abgestellt,
die Einkäufe erledigt: alles
liegt schön im Kühlschrank.

Deine Barmherzigkeit
brauche ich nicht mehr, leichtfüssig
breche ich auf, und ein lebhafter
Wind trägt mich fort.

Donata Berra

 

Donata Berra, Maddalena, Limmat Verlag 2019.

Guten Buches auf dem Weg

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Unser Projekt „von Dorf zu Dorf“ hat uns schon an viele unverhoffte Orte geführt. Bis über die Hügel hin zum Bodensee. Wenn man sich von da eher südöstlich hält, durch ein paar Tunnel und über Berge steigt, kommt man dem Himmel, also dem Paradies schon sehr nah.

Seit einem Jahr bieten wir das Buch auch im Abo an. Wenn Sie risikobereit und neugierig sind, wählen wir eine Lektüre aus und überraschen Sie damit. Jeden Monat, jeden zweiten, oder wann Sie wollen. Die Einen holen die Bücher im Bücherladen ab, den Anderen schicken wir sie zu. Eben zum Beispiel ins Paradies. Das Gasthaus Avrona ist ein feines kleines Hotel im Unterengadin bei Tarasp, hat sieben Zimmer, Sommerterrasse, vier kurze und lange Esstische, eine wunderbare Köchin und Gastgeberin, einen charmanten Kellner, seit neustem auch ein Teleskop und eben auch ein Abo für eine feine Hotelbibliothek. Jeden Monat schicken wir ein Buch hoch, wo es sich einreiht oder auf dem Nachttisch bereit gelegt wird.

Claudia Kläger habe ich als Küchenchefin in Lavin im Hotel Piz Linard kennengelernt. Ich zum ersten Mal im Service, beschäftigt zu lernen wie man drei Teller auf einmal hält, und aus den Augenwinkeln damals schon nach den selbstgemachten Gnocchi gespienzelt, hätte ich die Teller am liebsten selber leergeputzt.

Einst im Hof Weissbad gekocht und Carols alte Vespa ausgefahren, ist sie jetzt weitergezogen, hat und macht ihr Eigenes. Am liebsten würde ich das Buch jeden Monat persönlich liefern. So schön und still und bezaubernd ist es da. Wege durch Wälder zu Wiesen rund um Seen. So still, dass man die Luft riecht und sich ausstreckt.

Aus dem Garten nebenan kommt der Salat, von den Bauern der Käse und das Fleisch ist auch aus Sichtweite. Am Abend gibt’s eine Überraschung aus vier Gängen. Eine Stunde hinter Mitternacht liegt man leicht und fedrig.

Wie schön, dass Auge und Mund so nah beieinander liegen. Bücherfreundschaft und Gaumenfreude. Wenn der Teer langsam zu heiss wird und die Badi zu klein – hier kanns langgehen: Gasthaus Avrona

 

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Vanja Hutter

Brieffreundinnen

file-58Bett und Avery wollen eigentlich nicht befreundet sein, denn sie SOLLEN unbedingt befreundet sein. Verlangen ihre Väter. Und so beginnt eine E-Mail-Bekanntschaft, bei dem sie sich schnell klarmachen, dass sie auch gar nichts gemeinsam haben. Als sie sich in einem Ferienlager treffen, merken sie, dass Unterschiede eigentlich ganz praktisch sein können. Und dass sie durch das Schreiben, durch den Austausch von persönlichen Gedanken und Geheimnissen, schliesslich doch Freundinnen geworden sind.

Ein E-Mail- und bisschen Brief-Roman, turbulent, frisch und mit Herz. Und, wie ich finde, hübschem Einband. Für Leser*innen ab 12.

Melina Cajochen

grad jetzt einkaufen

Holly Goldberg Sloan/Meg Wolitzer, An Nachteule von Sternenhai, Hanser 2019

Gute Bücher für dicke Leser!

Appenzell ist eigentlich recht gut dabei. Es zirkelt so einige Lesegruppe umher und diskutiert bis in den Bücherladen hinein. Immer schön und spannend.

Das wunderbare Leben als Buchhändlerin hat aber auch seine Nachteile..nämlich zwei! Erstens schenkt einem niemand mehr ein Buch (die glauben man habe sicher schon genug bis alle!) und zweitens muss man früher oder später der schockierenden Tatsache ins Auge sehen – man kann im Leben nicht alles lesen! So beigt und türmt es sich in unermessliche Höhen, und der Wunsch geht immer in beide Richtungen – Jagd auf Neuerscheinungen und Sehnsucht nach längst Geschriebenem, Aufgespartem, Wiederlesen, endlich einmal lesen. Besonders letzteres drängt sich immer mehr auf.

So haben Anna-Lena, Melina und ich beschlossen, es den Appenzeller*innen gleich zu tun – und gründen hiermit unsere erste Lesegruppe! Und laden euch herzlich ein, dabei zu sein.

Wir machen es so:

Wir lesen ein Buch bis zu einem bestimmten Dienstagmittag in ein paar Wochen und diskutieren, schwärmen, kritisieren, plaudern darüber. Bei einer Chäsladenplatte irgendwo in Appenzell. Der Ort wird sich wie das Buch immer ändern und jeweils bekannt gegeben. Die Bücher werden im Turnus der Mitlesenden ausgewählt. Je nach Buch entscheidet man, ob man dabei sein möchte. Die Einladungen erfolgen über den Blog. Es darf alles sein, alt, neu, jedes Genre, Hauptsache ein Buch, dass man schon immer lesen wollte!

Wir fangen an am

Dienstag 27. August
12.15 bis 14 Uhr
mit Charles Dickens „Grosse Erwartungen“
Anmeldung im Bücherladen gern bis am Montag 15. Juli

Wir lesen die neuste Übersetzung von Melanie Walz

grad bestellen und loslesen mit dem Taschenbuch

oder mit der schönen Leinenausgabe von Hanser

 

Warum ich dieses Buch unbedingt endlich lesen will?

Vor Jahren entdeckte ich die Erzählungen von Evelyn Waugh (seither nicht mehr aus den Augen gelassen) und da gab es diese eine Geschichte. „Der Mann, der Dickens liebte“. Und zwar so sehr, dass er über Leichen geht. Haarsträubend, absurd und genial. Seither ist meine Liebe für Dickens irgendwie erweckt.

 

Auf gehts, wir freuen uns – mit grossen Erwartungen, hoffentlich bis bald!

 

Vanja Hutter

 

Juligedicht

Blinde-Kuh-Flashmob

Jetzt
schliessen wir die Augen,
wir alle.
Dann greift jeder
nach seinem toten Winkel
und legt ihn zu den anderen,
auf den vorbestimmten
Platz.

Orsolya Kalász

 

In: Das Gedicht & sein Double. Die zeitgenössische Lyrikszene im Portrait, Edition Azur 2018.

Kinder lesen, empfehlen und verkaufen!

Bereits im Mai fand die erste Redaktionssitzung mit 13 Kindern aus Appenzell und Umgebung statt. Danach wurden die ausgewählten Bücher mit grosser Begeisterung gelesen und ganz wunderschön gestaltete Rezensionen verfasst. Kinder und ihre individuellen Leseinteressen wahrnehmen, ihre ganz persönlichen Meinungen über Gelesenes ernst nehmen, waren und sind oberste Ziele dieses Projekts. Vor allem an den beiden Verkaufstagen, wird zudem das Gespräch über Gelesenes im Zentrum stehen.

Wir hoffen und freuen uns auf möglichst viele Besucherinnen und Besucher an der Vernissage am Freitag 28. Juni um 17 Uhr.

Die Kinder werden sich über zahlreiche Kundinnen und Kunden an den beiden Samstagen freuen.

Kinder_ZeitungBild

Kinder_ZeitungText

kinderzeitungkinderflyer

So nicht!

sonicht

Jürgen Todenhöfer zählt zu den profiliertesten Kritikern der westlichen Aussenpolitik im Mittleren Osten. In seinem neusten und in den Augen vieler Kritiker wichtigsten Werk ‘Die grosse Heuchelei‘ legt Todenhöfer eine zeit- und zivilisationskritische Abrechnung mit der Aussenpolitik des Westens vor. Mittels Analyse mehrerer Militärinterventionen der kürzeren Vergangenheit, sowie anhand von Recherchen vor Ort in den gefährlichsten Krisengebieten der Welt, zeigt Todenhöfer auf, dass die Aussenpolitik westlicher Staaten nicht den edlen Zielen wie Menschenrechten oder Demokratisierung, sondern knallharten ökonomischen und geostrategischen Interessen dienen. Todenhöfer zeigt auf, dass die propagierten Werte der westlichen Aussenpolitik am ehesten Anklang finden würden, wenn diese vorgelebt und nicht mit gewaltsamen Interventionen durchgesetzt werden. Der Westen muss fair agieren und die Interessen anderer Völker mitberücksichtigen. Ansonsten befürchtet Todenhöfer, dass sich die Katastrophen der Vergangenheit wiederholen und ein weltweit friedliches Miteinander in weite Ferne rückt.

Ein interessantes Buch für Leserinnen, die sich auch für Weltgeschehen interessieren, das weiter weg passiert, als gleich jenseits unserer Landesgrenzen.

Tobias Wetter…

… ist am Frauenstreiktag eingesprungen für unsere Lernende Noemi und hat ihre Bücherladenarbeit, hier Blogschreibarbeit, übernommen.

 

Jürgen Todenhöfer, Die grosse Heuchelei. Wie Politik und Medien unsere Werte verraten, Propyläen 2019.

 

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