Starke Bücher für Kinder gross und KLEIN

Unser Laden ist ein Überraschungsei. Voll mit tollen, frischen Neurescheinungen für jede Lese- und Lebenslage. Umso besser und schöner, können wir endlich wieder ganz für euch da sein – wir haben euch vermisst!

Maria Riss hat schon ein paar Perlen raussortiert..

Judith Kleinschmidt: Sofabanditen oder die verrückte Befreiung der Hühner

Ada ist 9 Jahre alt. Sie hat sich selten dermassen mies gefühlt wie an diesem Morgen. Der Umzugswagen steht vor der Tür, vollbepackt mit Möbeln. Ada will nicht umziehen, sie liebt ihr Zimmer und sie wird am neuen Ort noch mehr Mühe haben, Freundschaften zu knüpfen. Ihre Eltern suchen die letzten Habseligkeiten zusammen, während Ada schon mal in den Umzugswagen klettert. Was sie da allerdings sieht, verschlägt ihr erstmal die Sprache. Ein Schaf sitzt am Steuer, mit einer grossen Zigarre im Mundwinkel. Es grinst Ada an und meint: «Ich bin Lilli. Lust auf ein richtiges Abenteuer?» Bevor Ada antworten kann, gibt das Schaf Gas und fährt los, raus aus der Stadt. Schaf Lilli hat eine Mission, es will die Hühner einer riesigen Farm befreien und Ada soll ihr dabei helfen. Was Ada an der Seite des tollkühnen Schafs erlebt, das wird ihr später wohl niemand je glauben. Ada fühlt sich neben Lilli aber plötzlich unheimlich stark und sie erlebt, dass man Dinge verändern kann, auch wenn dies zuerst unmöglich erscheint. Nach einer Fahrt voller Überraschungen und komischer Zufälle kommt schliesslich wirklich alles gut: Ada und ihre Eltern ziehen in ein altes Haus, wo es genug Platz für Schafe und Hühner gibt. Hier kann Ada nicht nur mit ihrer heissgeliebten Lilli zusammenleben, sondern sie lernt auch den gleichaltrigen Pepper kennen, der bald zu einem treuen Freund wird.

Judith Kleinschmidt hat ein witziges und vor allem spannendes Buch geschrieben. Viele Kinder werden sich in Ada wiederfinden, dieser anfangs miesepetrigen Heldin, die sich aber im Lauf der Geschichte so sehr verändert, mutiger wird, endlich über ihre Sorgen reden kann und lernt, sich für ihre Bedürfnisse zu wehren. Die Geschichte ist ziemlich schräg, aber das ist ja gerade das Wunderbare an Geschichten, dass darin Unmögliches passieren kann. Das Buch ist gleichzeitig aber auch berührend, weil es von einem Mädchen erzählt, das es momentan nicht eben leicht hat und ganz dringend Unterstützung braucht – auch wenn diese von einem verrückten Schaf kommt. Ein Lese- und Vorlesevergnügen, illustriert mit vielen grossartigen, schwungvollen Bildern für Kinder ab etwa 9 Jahren.

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Malin Klingenberg: Elchtage

Nach den langen Sommerferien ist alles anders. Johannas beste Freundin Sandra verbringt ihre Freizeit lieber mit den beliebtesten Mädchen der Klasse, interessiert sich nur noch für Nagellack, schicke Klamotten und Jungs. Johanna vermisst die wunderschönen Tage mit Sandra im Wald, wo sie früher zusammen so viel Zeit in ihrer selbstgebauten Hütte verbracht haben. Jetzt ist Johanna stets alleine in der Waldhütte. Stundenlang beobachtet sie dort die Tiere und eines Tages, da kommen sie: zwei riesige Elche. Ganz nah ist Johanna ihnen und das ist zum Fürchten schön. Mit jedem Tag traut sich Johanna näher an die Tiere heran und bald kann sie die Elche sogar streicheln. Die Elche im Wald, das soll vorderhand Johannas Geheimnis bleiben. Es hilft ihr, sich in der Schule gegenüber Sandra abzugrenzen und all die doofen Sprüche zu ignorieren. Im Wald lernt sie eines nachmittags Six kennen. Einen geheimnisvollen Jungen, der ihre Leidenschaft für diese imposanten, eindrücklichen Tiere teilt. Die beiden verbringen viele Stunden zusammen im Wald und verstehen einander ohne grosse Worte. Six erzählt ihr von den Elchjägern, die sich in der Gegend herumtreiben. Bald ist der Zwist mit Sandra zweitrangig, es geht nur noch darum, gemeinsam mit Six die geliebten Elche zu retten.

«Elchtage» ist das erste Jugendbuch der finnischen Autorin Malin Klingenberg. Wunderbar zart und einfühlend erzählt sie davon, was es heisst, erwachsen zu werden und diese schwierige Zeit der Veränderungen zu durchleben. Die Geschichte erzählt aber auch davon, was im Leben wirklich wichtig ist und wofür es sich zu kämpfen lohnt. In einer klaren, schlichten Sprache ist es der Autorin zudem wunderbar gelungen, die erste zarte Liebe zwischen Johanna und Six zu Papier zu bringen. Die Geschichte ist spannend und berührend zugleich und wird wohl hauptsächlich Leserinnen ab etwa 11 Jahren begeistern.

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Lauren Wolk: Echo Mountain

Die Geschichte spielt im US-Bundesstaat Main, im Jahr 1934. Ellies Familie ist nach dem Börsenkrach völlig verarmt und musste aufs Land ziehen. Hier leben sie nun in einer armseligen, einfachen Hütte, ohne Geld und Habe, immer begleitet von der Angst vor Krankheiten und Hunger. Als Ellies Vater nach einem schweren Unfall im Koma liegt, weiss Ellie, dass sie irgendetwas unternehmen muss. Sie kann nicht wie ihre Mutter und Schwester ständig am Bett sitzen und darauf warten, dass ihr Vater ins Leben zurückkehrt. Ellie liebt die Natur, das Leben draussen. Sie weiss, wie man Honig aus einem Bienenstock holt und wo man die meisten Fische fängt. Sie kennt sich mit Kräutern und wilden Tieren aus. Immer wieder wird sie von ihrer Mutter aber zur Hausarbeit gezwungen, Ellie soll daheim bleiben, ihrem Vater vorlesen und sich endlich wie ein anständiges Mädchen benehmen. Ellie widersetzt sich, sie muss einfach raus und nach irgendeiner Lösung suchen, auch wenn ihre Mutter sie immer wieder dafür bestraft. Auf ihren Streifzügen durch die Natur lernt Ellie Cate kennen. Cate, die als Hexe verschrien ist und mutterseelenallein oben auf dem Berg wohnt. Cate kennt sich aus mit Krankheiten, sie weiss Bescheid über Kräuter, Blutegel und andere Heilmethoden. Aber Cate braucht selber Hilfe, sie hat eine schrecklich tiefe, eiternde Wunde am Bein. Ellie handelt, sie setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um ihrem Vater und auch Cate zu helfen. Da ist es gut, dass sie Larkin kennenlernt, Cates Enkel, der genau so stur ist wie sie selber und verbissen an ihrer Seite kämpft. Die beiden tun dies alles nicht nur, um das Leben zweier Menschen zu retten, sie wollen auch ein Zeichen gegen Vorurteile und Verleumdungen setzen, denn nur, wenn alle zueinander halten, können die Menschen in dieser Wildnis überleben.

Einmal mehr ist Lauren Wolk ein wunderschöner, spannender und berührender Roman geglückt. Sie erzählt von einem mutigen, willensstarken Mädchen, das Vieles besser weiss als die Erwachsenen und das man sich von der ersten Seite an zur Freundin wünscht. Die Geschichte begeistert vor allem durch die so gelungene Beschreibung der Figuren und deren warmherzige, feinfühlige Beziehung zueinander. In einer wundervoll umsichtigen Sprache schreibt die Autorin über Wahrheit und Lüge und deren moralische Einordnung, über Vorurteile und in Folge letztlich über Mut und Gerechtigkeit. Das wundervolle Buch findet hoffentlich möglichst viele jugendliche Leserinnen und Leser und sei auch Erwachsenen wärmstens empfohlen.

Bereit loszulesen?

Juli Zeh: Socke und Sophie. Pferdesprache leicht gemacht

Wie viele andere Mädchen träumt die etwa 9-jährige Sophie von einem eigenen Pferd oder Pony. Und es geht ihr nicht besser als den meisten anderen Mädchen auch: Die Eltern sind strikte dagegen und dies nicht nur wegen der fehlenden Finanzen. Aber dann geht für Sophie doch noch ein Türchen auf, sie darf Pony Socke als Pflegepferd übernehmen. Was Sophie zu Beginn nicht weiss, dieses Pony wurde früher schwer misshandelt und hat jegliches Vertrauen in Menschen verloren. Wenn es Sophie nicht gelingt, das Pony in nützlicher Frist zu reiten, wird es weggegeben, vielleicht droht sogar der Schlachthof. Jede freie Minute verbringt Sophie nun auf dem Reiterhof und oft genug gibt es auch gefährliche Situationen, weil Socke einfach nicht verstehen will, was Sophie beizubringen versucht. will. Sophie wird bewusst, dass sie unbedingt die Sprache des Ponys lernen muss, und dies so schnell wie möglich. Sie hat sich das niemals so schwierig vorgestellt und sie braucht ihre ganze Kraft für dieses Vorhaben. Aber dann wird sie für ihre immense Geduld und ihren Durchhaltewillen belohnt: Sophie versteht eines Tages Sockes Sprache so gut, dass sie auf seinem Rücken reiten darf. Langsam zwar, aber mit einem unbeschreiblichen Glücksgefühl in ihrem Bauch.

«Socke und Sophie» hebt sich wohltuend von den meisten gängigen Pferdebüchern für Mädchen ab, die oft so viele Klischees bedienen. Der richtige Umgang mit Pferden will gelernt sein, es braucht mehr dazu als ein paar schicke Reitstiefel und einige Reitstunden auf dem Hof. Pferde sind keine niedlichen

 Spielzeuge, sie haben einen starken Willen und natürliche Instinkte, deshalb brauchen sie Menschen, die ihre «Sprache» verstehen genauso wie eine sehr intensive Pflege. Dies wird auch erwachsenen Lesenden, die kaum Wissen und Erfahrung auf diesem Gebiet mitbringen, bei der Lektüre bewusst. Juli Zeh kombiniert in ihrem Pferdebuch fundiertes Fachwissen mit einer spannenden Geschichte. Das Buch gehört unbedingt in die Bibliothek junger Pferdefans, die meisten von ihnen werden es mit grossem Interesse und Begeisterung lesen.

Lust durch die Seiten zu galoppieren?

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