Oktobergedicht

Herbstsegen

behutsam öffnet die sonne
den milchigen schleier
über dem see

die strahlen fallen
auf die alte mauer an der strasse
die von zahllosen blättern
überwuchert ist

als bäumten sie sich ein letztes mal auf
als hätten sie ihre kräfte ein leben lang
für diesen einen augenblick gebündelt
entflammen sie zu einem feuerwerk aus farben

dich trifft es wie ein blitz
und noch stunden später
lodert ein jauchzen in dir

In: Andrea Maria Keller, Mäanderland, Edition Howeg 2013

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