Aprilgedicht

Anders sein

etwas, wofür ich kein Wort weiss
liegt vor mir, eingewickelt in sich selbst
wie Schnee, der im Schnee steckt
oder Gras, gehüllt in Gras
etwas sehr Einhelliges, in sich
Gefestigtes, das jedem Versuch
es zu benennen, widersteht
ich gebe alles, um die Kraft der
Namenlosigkeit zu brechen
ich schau es fest mit beiden Augen
an und halte solange die Luft an
bis es endlich explodiert:
und zwar in grüne Grashalme und
weisse Schneeflocken

Gerhard Falkner

In: Gerhard Falkner, Hölderlin Reperatur, Berlin Verlag 2011.

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