5….. 4…. 3… 2.. 1. ab ins Treibhaus!

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Appenzell – verstohlenes literarisches Zentrum

Appenzell hat mehr zu bieten hat als nur fotogene Ansichten, lebendiges Brauchtum und vielfältige Traditionen. Das wissen alle, die den Hauptort von Appenzell Innerrhoden regelmässig besuchen. Aber auch ein musikalisch unterfüttertes Literatur- und Kunstfestival. Vom 1. bis 5. Juni 2017 – über das Pflingstwochenende – geht in Appenzell nun schon zum zweiten Mal das über die Bühne, was sich bescheiden «kleiner Frühling» nennt: ein Stelldichein von Autorinnen und Autoren, von Kunstschaffenden, Verlagsleuten und allgemein kulturell und literarisch Interessierten – mit besonderen Aktivitäten und Attraktionen für Kinder.

Alles begann im Jahre 2012, als der Bücherladen in Appenzell sein 20-jähriges Bestehen mit einer Art Festival feierte. Kunstvermittlerin Agathe Nisple und Buchhändlerin Carol Forster taten sich zusammen und stellten mit einem ehrenamtlich arbeitenden Team ein Kulturfest auf die Beine, wie es das Dorf noch nie gesehen hatte. Das Ereignis rief nach einer Wiederholung, und so fand 2015 der erste «kleine Frühling» statt. Mittlerweile ist die Tradition etabliert: Wiederum gastiert in diesem Jahr über Pfingsten in Appenzell eine ganze Reihe von Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Den Auftakt macht am Donnerstag, 1. Juni der Oltener Autor Alex Capus. An der Lesung im Treibhaus an der Wührestrasse 1 beteiligen sich aber auch Appenzellerinnen und Appenzeller, die ausgewählte Lieblingssätze aus Capus neustem Buch vortragen. Am Freitag findet die Vernissage der Ausstellung zu einem längjährigen künstlerischen Dialog zwischen der Videokünstlerin Judith Albert und dem Lyriker Michael Donhauser statt. Sie ist während des ganzen Festivals geöffnet.

Das Festivalprogramm ermöglicht überraschende Kooperationen: An «verstohlenen Orten», bei privaten Gastgebern, präsentieren im Verlaufe des Samstags Verleger ihre Autoren: Julia Weber, Rolf Hermann, Frédéric Zwicker und Alfonso Hophan. Ebenfalls am Samstag tritt die Lyrikerin, Erzählerin und Essayistin Nora Gomringer zusammen mit dem Schlagzeuger Philipp Scholz auf, anschliessend bringen die Lucky Camels den Swing der 40er Jahre auf die Bühne. Am Sonntag liest der Schriftsteller Raoul Schrott aus seinem Buch «Erste Erde Epos» – eine literarische Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse; zuvor findet als klassische Sonntagsmatinée das Konzert des Pacific Quartet Vienna statt. Am Montag führt der Schriftsteller Klaus Merz durch sein Werk. Ein Kinderworkshop zu «Masking Tapes» findet am Samstagvormittag statt. Am Nachmittag vertont das Pacific Quartet Vienna ein japanisches Märchen und die Schauspielerin Fränzi Frick erzählt die japanische Version vom Däumling – auch für Erwachsene.

Das Bemerkenswerte am «kleinen Frühling»: Literatur und Kunst verweben sich in den Alltag des Dorfes. Es wird sichtbar, was Appenzell auch sein kann: Ein Ort, an dem man sich gut mit den grossen und den kleinen Fragen des Lebens beschäftigen kann, ein verstohlenes literarisches Zentrum, eine nicht versiegende, sich stets erneuernde Inspirationsquelle.

Text: Hanspeter Spörri

2 Gedanken zu „5….. 4…. 3… 2.. 1. ab ins Treibhaus!

  1. […] Das „kleine Frühling“-Team auf dem Rückweg von der Sonnenhalbkapelle. Die Gut-Wetter-Wallfahrt im Mai hat Wirkung gezeigt – auf die Minute genau waren Sonnenschein und Regen verteilt bei unserem Buch-Kunst-Festival! […]

  2. […] Spörri interviewte Raoul Schrott, als dieser für den „kleinen Frühling“ in Appenzell sich herumtat. Zum Nachlesen, exklusiv, in unserem […]

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