So viel Blut, dachte Susan Frobisher

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Kaum zu fassen – der Banküberfall ist geglückt. Vielleicht einmal davon abgesehen, dass ein Mann von der Polizei gefasst wurde. Anderseits: Er ist alt und seine Nützlichkeit mehr als fragwürdig. Den Überfall durchgezogen haben vier ältere bis alte Frauen, die alle ihre guten Gründe haben, das nicht ganz so beschauliche Leben hinter sich zu lassen. Die Geschichte in „Old School“ von John Niven beginnt natürlich schon vor dem Bankraub mit einer Auslegeordnung der Leben von vier Frauen zwischen 60 und 80 im heutigen England. Die eine lebt im Altersheim, die zweite arbeitet dort, die dritte hat einen schwerkranken Enkel und die vierte hat gerade ihren Mann auf hässliche Weise verloren. Noch hässlicher ist für sie allerdings, dass besagter Mann sie mit einem Schuldenberg in ihrer einst satten Vorortsbeschaulichkeit zurücklässt. Witzig und schräg schickt Niven die Frauen auf die Flucht vor der Polizei durch England, an den Kanal und dann hinüber nach Frankreich, wo die wilde Jagd weitergeht. Denn zwei englische Dorfpolizisten haben sich ihnen an die Fersen geheftet, sorgen für internationale Misstimmigkeiten und auch sonst für viel Fröhlichkeit beim Leser.

Wer Lust auf vergnügliche Stunden, einen Schuss Spannung und ganz viel verqueren Humor hat, ist mit John Nivens neustem Streich sehr gut bedient. Und wem „Old School“ gefallen hat, findet weitere Bücher des bissigen Schotten, die zwar ganz andere Themen haben, aber trotzdem vor Phantasie und Witz sprühen.

Reto Pfändler

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