Mitlesen, Anlesen, Auflesen, VORLESEN!

Zum heutigen Vorlesetag 27. Mai 2020

Vorlesen soll Spass machen, nicht nur den zuhörenden Kindern, sondern auch Vorleserinnen und Vorleser. Frisch erschienen und wunderbar geschrieben ist das Buch: „Als ich die Pflaumen des Riesen klaute“ von Ulf Stark. 

 

Vorlesen_pflaume

In Ulfs kleinem Dorf lebt ein Riese. Unheimlich ist dieser hünenhafte Oskarsson, schaut immer mürrisch in die Gegend und spricht kaum ein Wort. Nur wenn Mama bei offenem Fenster Klavier spielt, da werden die Augen des Riesen ganz sanft. Ulf und sein bester Freund Bernt haben Angst vor diesem Oskarsson. Da helfen auch die ganzen Hypnosekünste nicht, die Bernt immer wieder ausprobiert. Um sich die Zeit in diesem nie enden wollenden Sommer zu vertreiben, stellen sich die beiden gegenseitig Mutproben. Ulf ist nur bedingt begeistert und trotzdem fasziniert davon. Die neuste Aufgabe, die erfordert wirklich all seinen Mut: Er soll in Oskarsson Garten Pflaumen klauen. Es stürmt an diesem Tag, alles wirbelt durcheinander, vielleicht ist dies mit ein Grund, weshalb Ulf zum ersten Mal mit Oskarsson spricht und etwas Wichtiges entdeckt: Grosse mürrische Menschen müssen nicht immer böse sein, möglicherweise sind sie nur so einsam, dass sie das Reden verlernt haben. Wie Ulf und Bernt es schaffen, dass Oskarsson plötzlich ziemlich nett ist und ihnen sogar beim Bau einer Hütte hilft, das sei hier noch nicht verraten, zu schön ist es, diese Geschichte selber nachzulesen.
Der leider verstorbene schwedische Autor Ulf Stark bleibt sich auch in seinem letzten Buch treu. Er ist bekannt für seine wunderschöne Sprache, für seinen Witz und für seine so liebenswerten Figuren. Man spürt beim Lesen die Wärme, das Licht, aber auch, dass manchmal Schatten zum Leben dazugehören. Und zwischendurch, da kann man immer wieder kichern. Das Buch erzählt von Lausbuben, die, wie sollte es anders sein, ein butterweiches Herz haben. Eine witzige, spannende und gleichermassen berührend poetische Geschichte, die sich hervorragend für vergnügliche Vorlesestunden eignet. Für Kinder ab 8 Jahren genauso wie für Erwachsene.

Urachhaus 2020, ISBN: 978-3-8251-5222-2

 

Weitere tolle Vorleseempfehlungen von Maria Riss, unsere Spezialistin für Kinderbücher,  finden Sie hier !

 

Unser Vorleser

Der TV-Entertainer aus dem Appenzell (und ehemaliger Bücherladennachbar) ist ein umtriebiger Tausendsassa. Für den Vorlesetag fand er trotzdem Zeit – schliesslich liegt ihm das Vorlesen ebenso am Herzen wie uns. Marco Fritsche liest Jugendlichen ab 12 Jahren aus Sunil Manns Jugendbuch «Totsch» (da bux) vor.

Regie und Kamera hat Carol Forster übernommen, die Buchhändlerin des Bücherladens Appenzell, wo Marco Fritsche vorliest.

 

 

Hier geht’s direkt zum „Totsch“ im Bücherladen Internet-Shop

Am 12. Mai ist es endlich soweit: Wir öffnen unsere Ladentüre wieder für Sie  

Bücher lesen heisst,
wandern gehen in ferne
Welten, aus den Stuben,
über die Sterne.

Jean Paul

 

Liebe Kundinnen und liebe Kunden

In unserem wunderschönen neuen Bücherladen steht eine grosse Auswahl an Neuerscheinungen bereit! Wir freuen uns riesig, Sie endlich wieder persönlich begrüssen und bedienen zu dürfen. Es wird also wieder möglich sein, während der gewohnten Öffnungszeiten, in all den spannenden Büchern zu schmökern und sich inspirieren zu lassen. Die Hygienevorschriften des Bundes gelten selbstverständlich auch für uns. Aus diesem Grund werden wir nur den Eingang an der Hauptgasse öffnen und die hintere Türe Richtung Kanzleiplatz als Ausgang nutzen. Unsere Kundinnen und Kunden werden also unseren Laden beim Stöbern gleichzeitig durchqueren, so können wir sicherstellen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Zur Sicherheit werden wir zudem vor dem Eingang an der Hauptgasse sechs Körbe bereitstellen. Die Eintretenden nehmen einen Korb. Ist kein Korb mehr vor der Türe, müssen nachfolgende Kundinnen und Kunden vor dem Geschäft warten. So können wir die Anzahl der Kundinnen und Kunden im Laden begrenzen. Ebenso werden Hand-Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt und unsere Arbeitsflächen regelmässig gereinigt.

Die Bestellungen über unseren Internet-Shop haben stark zugenommen, was uns sehr freut. Dienstag und Freitag fahren wir regelmässig unsere Bücherstationen in Bühler, Heiden, Oberegg, Rehetobel und Trogen an. Gerne können Sie dort Ihre Bestellung mit Rechnung entgegennehmen. Auf Wunsch liefern wir Ihnen an diesen Tagen bis auf weiteres auch direkt in Ihren Milchkasten. Ebenfalls auf Wunsch können die Bücher in der Metzgerei Fässler „de Chitzele“ im Coop abgeholt werden.

Wir freuen uns auf Ihre Besuche, sei es in unserem Laden oder in unserem Internet-Shop. Sie können auch weiterhin gerne per Mail oder telefonisch bestellen und sich beraten lassen.

Bleiben Sie gesund & lesefreudig

 

Carol Forster, Vanja Hutter, Anna-Lena Fässler, Maria Riss, Can Tolga

 

 

Maigedicht

Als teilte sich das Meer
Und zeigte ein weiteres Meer-
Und das ein weiteres – und die drei
Nur eine Ahnung wär’n

Von Meeren Zeit um Zeit –
Besucht von keinem Strand –
Ein jedes Rand von künftigem Meer –
Sie alle – Ewigkeit

 

Emily Dickinson, Guten Morgen, Mitternacht, Diogenes 1977

Vorübergehend geschlossen

Wir arbeiten hinter geschlossenen Türen. Tägliche Onlineshop-Bestellungen wollen bis Mittag bearbeitet, die Lieferungen ausgepackt und für unsere Kundinnen und Kunden verpackt und reisefertig bereit gestellt sein.

Anfänglich war es seltsam, morgens in unsere erst kürzlich neu wiedereröffnete Buchhandlung zu kommen und alleine in den schönen Räumen mit all den tollen Neuerscheinungen zu sein. Keine Kunden. Aber die Leute lesen weiter. Gerade in Krisenzeiten. Erinnerungen an Geschichten, Erlebtes, Erzähltes, Abtauchen in andere Welten, in Bücher versinken, danach sehnen wir uns, gerade in solchen Zeiten. Dennoch mussten alle Buchhandlungen schliessen. Wir haben das nicht wirklich nachvollziehen können. Gerade jetzt wäre es doch hilfreich und sinnvoll, in Buchhandlungen gehen zu können. Bücher sind Lebensmittel, sind Medizin und können bisweilen heilende Wirkung haben. Unsere Kundinnen und Kunden lesen weiter. Sie bestellen ihre Bücherwünsche, wir beraten am Telefon, durch die Schaufensterscheibe und via Mail. Surreal und doch so klar scheint die Wichtigkeit der Bücher zu sein. Die Kinder brauchen Beschäftigung, die Familie gemeinsame Lektüre, jeder sein Buch, seine Welt in einer Zeit, in welcher wir zwangsweise zusammenrücken müssen und doch jede und jeder das Bedürfnis hat, weg zu driften. In Büchern können wir das! Wir freuen uns jeden Tag über Ihre Bestellungen, die aufmunternden Worte, die Schokolade im Briefkasten und dies alles gibt uns Mut und Zuversicht und hilft uns, diese ausserordentliche Zeit zu meistern und trotz allem optimistisch in die Zukunft zu blicken. Das Erzählen hört nie auf, die Geschichten leben weiter und solange sie erzählt werden, bleiben wir lebendig. Ein riesengrosses Dankeschön an unsere treuen Leserinnen und Leser. Bleiben Sie uns verbunden, lesen Sie weiter und kommen Sie uns besuchen wenn das „vorübergehend geschlossen“ vorbei ist. Wir freuen uns euch endlich wieder zu sehen, Sie persönlich kennen zu lernen!

Carol Forster

 

Robert_Walser

Mein russisches Frühjahr

Dieser Frühling lässt mein Herz schneller schlagen vor lauter Freude über die vielen russischen Bücher, die eines nach dem anderen ihren Weg in unseren schönen neuen Laden finden, verbunden mit ein wenig Wehmut bei dem Gedanken, dass sie dort gerade ein einigermassen betrübliches Dasein fristen, aber immerhin kann ich über den Blog ein paar meiner Lieblinge vorstellen.

AnnaLena_russ

Von unglaublichen Entdeckungen (Gerhard Sawatzky «Wir selbst» – ein einzigartiger zeitgeschichtlicher Fund, ein grosser Gesellschaftsroman über die Russlanddeutschen, von Stalin 1938 verboten und erst jetzt wiederentdeckt oder Leonid Zypkin «Ein Sommer in Baden-Baden» – eine nicht nur sprachlich brillante Hommage des jungen Autoren an sein Idol Dostojewski) über wunderschöne bibliophile Ausgaben zum silbernen Zeitalter der russischen Literatur (Olga Forsch «Russisches Narrenschiff») bis zu tollen Neuübersetzungen (Fjodor Dostojewksi «Aufzeichnungen aus einem toten Haus») ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ein weiteres grosses Thema sind nach wie vor die stalinistischen Säuberungen und ihre Folgen für Individuum und Gesellschaft, die in den Romanen von Isabelle Autissier «Klara vergessen», Juri Buida «Nulluhrzug» und Sasha Filipenko «Rote Kreuze» thematisiert werden.

Letzterer schafft es in seinem nur gut 270 Seiten umfassenden Roman dank raffinierter Konstruktion, die Willkür des Systems an einem Einzelschicksal aufzuzeigen. Die 90-jährige Tatjana Alexejewna erzählt gegen das Vergessen ihre unglaubliche Geschichte, die von so schrecklichen Ereignissen geprägt ist, «dass mich die Alzheimer-Krankheit nur deswegen heimgesucht hat, weil Gott Angst hat vor einer Begegnung mit mir». Doch gewisse Dinge kann man nicht vergessen. Als ihr Mann im zweiten Weltkrieg in rumänische Kriegsgefangenschaft gerät, ersetzt sie, die als Sekretärin beim Volkskommissariat für Auswärtige Angelegenheiten arbeitet, aus Angst vor der Sippenhaft der als Deserteure abgestempelten Kriegsgefangenen, den Namen ihres Mannes auf den Listen der Kriegsgefangenen, die vom Roten Kreuz in Genf übermittelt werden, durch einen anderen Namen. Es nützt ihr nicht viel, sie wird dennoch festgenommen, die Tochter in ein Erziehungsheim gesteckt und sie landet wie so viele im Gulag. Zu allem Leid quält sie zeitlebens die Schuld, möglicherweise durch das Vertauschen der Namen eine andere Familie zerstört zu haben. Die überraschende Wendung folgt, als sie diese nach jahrelangen Recherchen und Korrespondenz mit dem Roten Kreuz endlich ausfindig machen kann. Die Grenzen zwischen Tätern und Opfern verschwimmt und Filipenko führt uns einmal mehr vor Augen, dass es in einem totalitären System einfach keine Gewissheiten gibt.

 

Anna-Lena Fässler

 

 

Aprilgedicht

Mein schönstes Gedicht?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.

 

Mascha Kaléko, In meinen Träumen läutet es Sturm, dtv

Spinat in allen Lagen

Liebe Freundinnen und Freunde auf dem Land und in den Städten
Liebe Geniesserinnen und Schlemmer des guten Ton’s und Geschmack’s.

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Gemeinsames Singen macht stark und erzeugt gute Laune.
Der Schweizer Musiker Bo Wiget hat eine ganze Sammlung mit Spinatkanons komponiert. Auf lose Blätter genotet und wunderbar zum Anhören auf CD interpretiert, hat sie der St.Galler Vexer Verlag herausgegeben. Ein ungeahntes Universum. Spinat als Zuversicht. Als Begleiter. Im Zweifel. Im Wandel der Zeit. Spinat in allen Lebenslagen.
Wie geht das genau, haben wir Bo gefragt. Prompt hat er samt Familie geantwortet:

„Ich koche grad“

„Im Zweifel“

„Manche Leute denken“

„Und der Spinat“

Lust mit einzustimmen?

Spinat1_web…es ist angerichtet.

 

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Der schöne Schuber „Fritz Schedlers Spinatkanons von Bo Wiget“ ist bei uns erhältlich – hier. Auf Wunsch grün verpackt.

Wir wünschen guten Appetit und beste Gesundheit!

 

 

 

„Giovannis Zimmer“ nicht verlassen

Dieses Buch!
Dieses schreckliche, wundervolle, wichtige Buch.

Auch in seinem zweiten Roman liess sich James Baldwin nicht von den herrschenden Wertvorstellungen seiner Generation in Ketten legen und bewies sich abermals als tabubrechender Denker und Vorreiter seiner Zeit.

Mit elegantem, erbarmungslosem und zutiefst menschlichem Feingefühl, schildert Baldwin die Geschichte des jungen Amerikaners David, der auf der Flucht vor sich selbst, im Paris der Fünfzigerjahre strandet.

Bereits früh stellt David mit Bestürzung fest, dass er sich zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlt. Da die Gesellschaft in der er lebt solcherlei Begehren aufs Schärfste verurteilt, beschliesst er diesen Teil seines Selbst in den Tiefen seiner Seele zu begraben und zu leugnen.

Als seine Verlobte eine Reise nach Spanien antritt, begegnet David in einer Pariser Bar dem schönen und ungestümen Italiener Giovanni, welcher nichts von Versteckspielen hält. Mit dieser Begegnung beginnt sich ein Riss durch Davids sorgfältig gebaute Fassade zu ziehen und ein Strudel von Fragen und Entscheidungen drohen ihn zu zerreissen.

Muss er sich seiner wahren Natur erwehren und eine Lüge leben oder findet er Zuflucht in Giovannis Zimmer? Welche Entscheidung kostet welchen Preis?

Baldwin ist es gelungen die Schicksale seiner Charaktere auf Gedeih und Verderb mit Davids innerem Kampf zu verflechten und den hausgemachten Irrsinn, welcher die menschliche Seele zu überschatten vermag, so dicht und bedrohlich zu vermitteln, dass sein Roman über Jahrzehnte nicht im Geringsten an Aktualität und Wichtigkeit verloren hat. Es ist fast unmöglich, sich dem unheilvollen und doch betörenden Sog dieses Buches zu entziehen.

Can Tolga

 

Giovanni

loslesen? hier gehts in „Giovannis Zimmer“, James Baldwin, dtv Verlag
oder „Giovanni’s room“, penguin books

Bleiben Sie gesund und belesen!

Liebe Bücherladenfreundinnen und Freunde, Belesene und Inhäusige

Wir hoffen es geht euch gut, ihr seid gesund und erfinderisch.
Die ersten Tage vom anderen Leben liegen hinter uns. Ungewohnt, ungewiss und beherzt machen wir weiter. Ein gutes Buch muss verfügbar bleiben, gerade jetzt!

Die Bücherladentür ist geschlossen, dahinter packen wir fleissig eure Bücher ein! Wir sind ganz beglückt von den vielen Bestellungen und der gegenseitigen Unterstützung. Ein grosses Dankeschön an die Metzgerei Fässler,  die uns in der Coop Filiale ein Bücherschaufenster und eine Buchabholstation bereit stellt.

D56649C4-26A4-4F26-96E4-017F2A495AD0 Vanja ……………….Metzger Reto Fässler……………..Anna-Lena

Wir freuen uns auch immer über eure freundlichen Gesichter, die beim Dorfspaziergang reinblitzen und die ausgefüllten Bestellzettel im Briefkasten.

Bei unseren Hauslieferungen lernen wir das Appenzellerland nochmals neu kennen und entdecken wunderschöne Zuhause, alle Arten von Briefkästen und durchfahren tolle Ortsnamen wie Hinterkau, Vorderhaslen und Schmalzgrub.

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Alle werden eingespannt. Hier Santo angeschnallt und bereit für die Hauslieferung. (Gstältli für Katze noch in Arbeit. )

In dieser Zeit sind wir auch sehr froh um besonders komplizierte Bestellungen!
Dem Buchhändlerberuf wohnt ja seit jeher auch ein Stück des Detektivischen inne, welches zu verfeinern wir nun endlich ausgiebig die Zeit haben. Sie suchen ein Buch, können sich aber nur noch an die Farbe, ungefähre Grösse oder Brillengestell des Autors erinnern? Kein Problem!
Sie wünschen einen Krimi aus der Perspektive eines Labradors mit zwielichtiger Vergangenheit und Hang zu Klaustrophobie? Sollte so ein Buch existieren, ist jetzt die Zeit danach zu forschen! Oder gar zu schreiben?!

Zögern Sie also nicht, uns mit Ihren Bücherwünschen herauszufordern – Wir sind weiterhin für sie da!

 

Plakat «Corona» ok[2] Kopie 2

Internet-Shop

 

Zeit zum Lesen

…auch Bücher sind lebensnotwendige Güter.

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Liebe Bücherladenfreunde, liebe Leserinnen und Leser

In diesen ungewissen Zeiten sind wir aufgefordert zu handeln und uns gegenseitig bestmöglich zu unterstützen. Unser Bücherladen bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Natürlich möchten wir Ihnen den Zugang zu Büchern dennoch ermöglichen. Lesen tut gut, davon sind wir überzeugt.

Unser bereits erprobtes und bewährtes Projekt «Von Dorf zu Dorf» (Bücherlieferservice in Geschäfte der umliegenden Dörfer) wird noch persönlicher. Wir liefern Ihnen Ihre Bestellung kostenlos direkt nach Hause, in den Milchkasten, an die Türklinke, durchs offene Fenster. Dies in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen. Pakete in fernere Regionen werden per Post verschickt, dies lediglich mit einem Unkostenbeitrag CHF 6 (Ab CHF 100 portofrei).

Unser Internet-Shop ist Tag und Nacht für Sie geöffnet. Das Bücherladentelefon ist während unseren Öffnungszeiten (ausser Sonntag) besetzt. Gerne beraten wir Sie auf diesem Weg oder stellen Ihnen ein tolles Überraschungspaket zusammen. Teilen Sie uns Ihre Vorlieben mit!
Zudem werden wir ab Donnerstag 19.3.2020  einen kleinen «Shop-in-Shop» in der Filiale der Metzgerei Fässler (Chitzele) im Coop eröffnen. Dort finden Sie eine kleine Auswahl an Neuheiten und Lieblingsbüchern. Sie können auch Bücher im Internet-Shop oder telefonisch bestellen mit dem Vermerk «Chitzele». Sie können ihre bestellten Bücher dann ebenfalls dort mit Rechnung abholen. Wir sind der Metzgerei Fässler sehr dankbar für diese solidarische Unterstützung!

Wir freuen uns auf Ihren Anruf, Ihre Mail und wünschen Ihnen guten Mut und Gesundheit in der kommenden Zeit.

 

Ihr Bücherladenteam

Carol Forster, Anna-Lena Fässler, Vanja Hutter, Maria Riss, Can Tolga

Zeit zum Lesen!

…auch Bücher sind lebensnotwendige Güter.

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Liebe Bücherladenfreunde, liebe Leserinnen und Leser

In diesen ungewissen Zeiten sind wir aufgefordert zu handeln und uns gegenseitig bestmöglich zu unterstützen. Unser Bücherladen bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Natürlich möchten wir Ihnen den Zugang zu Büchern dennoch ermöglichen. Lesen tut gut, davon sind wir überzeugt.

Unser bereits erprobtes und bewährtes Projekt «Von Dorf zu Dorf» (Bücherlieferservice in Geschäfte der umliegenden Dörfer) wird noch persönlicher. Wir liefern Ihnen Ihre Bestellung kostenlos direkt nach Hause, in den Milchkasten, an die Türklinke, durchs offene Fenster. Dies in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen. Pakete in fernere Regionen werden per Post verschickt, dies lediglich mit einem Unkostenbeitrag CHF 6 (Ab CHF 100 portofrei).

Unser Internet-Shop ist Tag und Nacht für Sie geöffnet. Das Bücherladentelefon ist während unseren Öffnungszeiten (ausser Sonntag) besetzt. Gerne beraten wir Sie auf diesem Weg oder stellen Ihnen ein tolles Überraschungspaket zusammen. Teilen Sie uns Ihre Vorlieben mit!
Zudem werden wir ab Donnerstag 19.3.2020  einen kleinen «Shop-in-Shop» in der Filiale der Metzgerei Fässler (Chitzele) im Coop eröffnen. Dort finden Sie eine kleine Auswahl an Neuheiten und Lieblingsbüchern. Sie können auch Bücher im Internet-Shop oder telefonisch bestellen mit dem Vermerk «Chitzele». Sie können ihre bestellten Bücher dann ebenfalls dort mit Rechnung abholen. Wir sind der Metzgerei Fässler sehr dankbar für diese solidarische Unterstützung!

Wir freuen uns auf Ihren Anruf, Ihre Mail und wünschen Ihnen guten Mut und Gesundheit in der kommenden Zeit.

 

Ihr Bücherladenteam

Carol Forster, Anna-Lena Fässler, Vanja Hutter, Maria Riss, Can Tolga

Eine Losi im Lade

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Just bevor der Virus begann, unser aller Leben in die Finger zu kriegen, fand die Losi im Lade statt. Eine Losi in einem Bücherladen, lustiges Treiben mit Musik zwischen Büchern? Passt! Vor allem, wenn eine der Bücherladenfrauen eine der ganz wenigen Geigerinnen ist, die sich Appenzeller Musik zuwendet.

Aber das Ganze von Anfang an: Anna-Lena, die seit Kindesalter Geige spielt, kam der Liebe wegen von Zürich nach Appenzell und nahm eine Stelle im Bücherladen an, wo ihre Buchpassion seither Blüten treibt. Zusammen mit ihrem Mann Chitzeles Be an der Bassgeige, mit Hans Keller am Hackbrett und dessen Vater Hans Keller an der Handorgel bestritten sie die Losi im Lade. Fast schon eine Familienformation also.

Und so sassen wir im neuen Bücherladen, zwischen Büchern, gut verpflegt und kamen in Genuss von traditioneller Appenzeller Musik in ihren verschiedensten Farben. Schottisch, Walzer, moderne Kompositionen von Josef Rempfler … Stücke wie die von Acker’gnazi aus dem vorvorletzten Jahrhundert überraschten, mit Anklängen aus klassischer Musik und Volksmusik. Ein „sauchog“ zum Spielen, wie Benjamin Fässler meinte. Und eine Freude zum Hören, waren wir Gäste uns einig. Füsse wippten, Köpfe wiegten hin und her und zwischendurch war Zeit und Platz für Plaudereien – ein Abend mit guter Musik, an dem die Freude am Zusammensein zelebriert wurde. Eine richtig gute Losi war das.

Ein herzliches Dankeschön an die, bis jetzt noch namenlose, Musikformation und ein grosses Danke an all die lieben Leute, die durch ihre Unterstützung auf Wemakeit (hier Nachschauen) diesen Abend im neuen Bücherladen an der Hauptgasse 10 möglich machten.

Melina Cajochen

Elektrische Fische

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Emma muss mit ihrer Mutter und den beiden Geschwistern von Dublin nach Mecklenburg-Vorpommern umziehen. In ein winziges, gottverlassenes Kaff am Ende der Welt. Die Mutter will nach einer gescheiterten Ehe an den Ort ihrer Kindheit zurückkehren und mit den Kindern erstmal im Haus bei ihren alten Eltern wohnen. Die Ankunft in Deutschland wird für die ganze Familie zu einem einzigen Desaster. Emmas Mama hat sich das alles ganz anders vorgestellt. Sie kennt hier kaum noch jemanden und findet keinen Job. Der ältere Bruder zieht sich vollständig zurück und die kleine Schwester Aoife spricht kein Wort mehr, seit ein Mitschüler sie «Affe» genannt hat. Auch Emma tut sich schwer, ihr Deutsch reicht hinten und vorne nicht, sie findet keinen Anschluss und vermisst ihre vertraute Welt in Irland mit jedem Tag mehr. So reift in ihr der Plan, einfach abzuhauen. Ausgerechnet Levin, ein Mitschüler, der eigentlich selber einen grossen Sorgenrucksack trägt, hilft ihr bei der Planung. Fast zu spät merkt sie, dass sie sich Illusionen hingegeben hat, dass sie hier gebraucht wird und vor allem, dass sie hier einen wunderbaren, einmalig guten Freund gefunden hat.
Selten wurde das Gefühl von «Heimweh» so eindringlich und nachempfindbar beschrieben. Susan Kreller schreibt in einer einfachen, ruhigen Sprache. Manche Sätze sind so wunderbar treffend formuliert, dass man sie mehr als einmal lesen möchte. Vielleicht kann man nicht so genau sagen, welche Freundschaft besser ist, die gekippte oder die weit geöffnete, die Freundlichkeit, die gross ist, aber gleich verschwindet, oder die, die klein beginnt und ewig dauert. Elektrische Fische gehört zum Besten, was an literarischen Texten für Jugendliche in den letzten Jahren geschrieben worden ist. Und nebenbei erfahren Lesende eine ganze Menge über Irland, über irisches Essen, über Bräuche und wie man in Irland am schönsten flucht. Für Jugendliche.

Maria Riss

 

Susan Kreller: Elektrische Fische, Carlsen 2019

Märzgedicht

Die Mädchen in den ersten Tagen
Des Frühlings sind so wunderbar.
Noch wissen sie es nicht zu sagen
Und fühlen doch wie Kronentragen
Die Blüten hoch im Haar.

Des Windes leisen Violinen
Wandern sie nach im Lenzgebet,
Und eine Sehnsucht ist in ihnen,
Die ihre blassen Träumermienen
Mit vielen Feuern überweht.

Und aller Dinge dumpfes Streben
Gewinnt in ihnen seinen Sinn.
Der jungen Erde Rausch und Beben,
Sie tragen mit ihren Leben
Schon träumend in den Frühling hin.

 

 

Stefan Zweig, Silberne Saiten Gedichte,
Fischer Taschenbibliothek 2018

Darf ich mich vorstellen …

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Liebe Bücherladenfreundinnen und Bücherladenfreunde

Es könnte durchaus sein, dass Sie bei Ihrem nächsten Besuch im Bücherladen auf ein neues Gesicht treffen werden. Dabei würde es sich dann, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit,  um meines handeln. Es ist mir eine Freude als  neues Teammitglied im Bücherladen mitwirken zu dürfen. Mein Name ist Can Tolga.
Da die Liebe bekanntlich hinfällt, wo es ihr beliebt, habe ich den Weg vom fernen Thun in das Appenzellerland gefunden.
Ich durfte meine Lehre in der grössten Buchhandlung der Schweiz, dem Stauffacher in Bern absolvieren. Dort habe ich die letzten 6 Jahre im Englishbookshop und in der Comicabteilung  gearbeitet. Mit Leidenschaft sammle ich nach wie vor Comics und verschlinge englische Bücher, sollten Sie also die eine oder andere Leidenschaft mit mir gemeinsam haben, zögern Sie nicht auf mich zuzukommen.
Ansonsten lese ich Bücher aller möglichen (sowie unmöglichen) Genres, von Belletristik bis zum Sachbuch ist nichts vor mir sicher.
Durch meine Zeit an der Jazzschule Luzern begleitet mich die Musik – singend –  durch mein Leben. Überhaupt fasziniert mich kreativer Ausdruck in all seinen Facetten.
Ebenso fasziniert bin ich von den verschiedenen Kulturen die unsere Erde bevölkern und uns mit Lebensfülle und Vielseitigkeit bereichern.
China, das grosse Reich der Mitte, hat es mir besonders angetan. Wann immer möglich bereise ich dieses geschichtsträchtige und eigensinnige Land.
Mit Freude treibe ich Sport und verbringe Zeit in der Natur beim Wandern oder Pilze sammeln.
Im Leben versuche ich jeweils dass „Jetzt“ zu geniessen und mit grossem Herzen und offenem Geist auf Menschen zuzugehen, denn ein jeder ist ein Tor zur Welt und einer neuen Weltsicht.