Alles neu…

macht der… machen wir!

Wir bauen um, ziehen um, in ein neues grösseres Ladenlokal. Soweit so bekannt.

Aber nicht nur äusserlich bekommt der Bücherladen einen neuen Touch. Auch innerlich: wir tauschen unser praktisches, altbewährtes, internes Bestell- und Bibliografie Programm aus. Ein modernes, komplett anderes System wird uns ab Anfang nächsten Jahres (hoffentlich) bereichern.

Die Neuerungen in den folgenden Monaten kommen Schlag auf Schlag. Auch eine neue Kasse wird uns dann herausfordern.

Wir freuen uns auf all die Veränderungen, doch das neue System wird uns (und unsere Kund*innen) in der ersten Zeit wohl einiges an Geduld und Nerven kosten. Aber: wemakeit!

Sie dürfen ab Mitte Januar nicht nur unseren neuen Laden besuchen, sondern jetzt schon mithelfen, dass der neue Laden gemütlich und im besten Licht erstrahlt, denn unser Crowdfunding Projekt schreitet in die Zielgerade ein und es sind noch weitere tolle Belohnungen dazugekommen:

Ein grossartiges Bild von der Künstlerin Sabine Fässler-Luger wartet auf ein Zuhause. Acht weitere Male „einschliessen und geniessen“ laden zum Schmökern ein und 11 signierte Bücher freuen sich gelesen zu werden.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und bedanken uns jetzt schon herzlich für die über 40 000 Fr. die wir mit Ihrer goldigen Unterstützung für den Ladenumbau finanzieren konnten.

 

Noemi Lieberherr

 

V102

Wie wir ja längst wissen, manche Dinge kommen dann eben halt doch anders.

Das sportliche Vorhaben, die 700seitigen Abenteuer des Dr. Shiwago nicht in 700, sondern 40 Tagen zu lesen, deutet auf eine zuversichtliche Lesetruppe.
Bereits aus den Startlöchern vorpreschend, auf zu einer rasanten Bestellung, damit möglichst rasch losgelesen wird – muss man schon wieder alles neu denken.
Denn: V102. Aus buchhändlerischer Fachsprache übersetzt heisst das: Titel fehlt vorübergehend. Vorübergehendes ist oftmals schwer zu fassen, und auch hier kann es bedeuten, morgen oder in zwei Wochen kann es kommen, gehen. Letzteres ist die Lieferzeit für den Dr. Shiwago. Für die disziplinierten LeserInnen unter uns vielleicht kein Thema. Doch wollen wir auch die ausgedehnten und kurzangebundenen Belesenen in unserer Lesegruppe. So kurzerhand der Umschwenk auf: „Die Frau die liebte“ von Janet Lewis. Charmante 144 Seiten. Der Doktor wird ins neue Jahr vertagt.

Weiterhin am Samstag 21. Dezember bei Pia um 19 Uhr, Anmeldung via mail@buecherladen-appenzell.ch

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in Vorfreude, Vanja Hutter

 

Beim Muschelessen über Muschelessen sprechen – Gute Bücher für dicke Leser

Schuberts Winterlieder.
Muschelnudeln mit Speck, Pilzen und Crème double
Zwei Salate
Wein, Bier, Wasser, Tee und Kaffee
Und Süsses dazu

Worte marschieren über den Tisch, mäandern auch mal
Der Anfang ist blass, die Mitte grandios, der Schluss ok
Wie Muscheln sterben (und Hummer bei Foster Wallace)
Wie Väter waren und sind
Was Mütter tun sollten. Und vielleicht nicht können
Was tatsächlich notwendig ist und hinreichend zumal

So oder so:
Der Tyrann muss weg
Punk.

Melina Cajochen

 

BUCH VIER

Das Buch für die nächste Runde „Gute Bücher für dicke Leser“ ist gewählt: Dr. Shiwago von Boris Pasternak. Sprechen wir darüber! Am 21. Dezember um 19 Uhr bei Pia. Gerne anmelden über mail@buecherladen-appenzell.ch.

Gleich bestellen und loslesen mit Ausgabe „schön-alt“ oder „elegant-neu“

 

Warum nicht…

..Bach?

Das Konzept Musik und Literatur miteinander in Verbindung zu setzen, begeistert uns spätestens seit wir an unserem Buch Kunst Fest «Kleiner Frühling» begonnen haben, literarische Matinéen mit Musik zu umrahmen. Daher freuen wir uns besonders, dass wir Ihnen gleich drei tolle Bach-Belohnungen anbieten können! Denn Bach geht eigentlich immer.

Wie wäre es zum Beispiel mit Bachs wunderschönen Cellosuiten, persönlich für Sie gespielt in unserer neuen Buchhandlung? Sarah Weilenmann, geboren in Zürich, hat unter anderem in Boston und Wien Cello und Barockcello studiert und ist seit mehreren Jahren Cellistin des Pacific Quartet Vienna, mit dem sie europaweit und in Asien auftritt. Sie nimmt den Weg nach Appenzell auf sich, um Sie drei Abende lang (29. Februar, 1. März, 16. Mai) in Bachs Klangwelt zu entführen. Was für eine exquisite Freude!

pacific_strings-5278Sarah Weilenmann mit ihrem Cello

Musikgenuss pur bietet das Klavierrecital von Sir András Schiff am 9. Februar in der Tonhalle Maag in Zürich. Der Ausnahmekünstler spielt aus Bachs «Das Wohltemperierte Klavier» BWV 870-893. Er selbst meint zu Johann Sebastian Bach: «Die westliche Musik erreicht einen absoluten Gipfel bei und mit Bach».

Mit gutem Gewissen können wir Ihnen auch unser drittes «Bachangebot» ans Herz legen. Wer es lieber mit Pauken und Trompeten mag, der sollte Bachs «Weihnachsoratorium» auf keinen Fall verpassen. Am 17. Dezember wird der «Klassiker» in der Tonhalle Maag in Zürich vom Collegium Vocale Gent unter der künstlerischen Leitung von Christoph Prégardien aufgeführt und wir haben noch acht der begehrten Tickets!

An dieser Stelle möchten wir der Hochuli Konzert AG ganz herzlich für die sechzehn Tickets danken, die sie uns grosszügig für unser Crowdfunding zur Verfügung gestellt haben! Es ist schön, so gute Freunde zu haben!

Hier gehts zu unserer Zügelaktion – wemakeit.ch

Platz für Mischa

Mischa ist eine ruhige Natur. Sensibel, elegant, zurückhaltend und unaufdringlich aber immer da, wenn er gebraucht wird. Er hat ein untrügliches Gespür für die Nöte seiner Mitmenschen und einen geduldigeren Zuhörer muss man erst einmal finden. Mischa hat ein depressives Syndrom und ein krankes Herz – wahrscheinlich ein Geburtsfehler, aber das ist nicht das eigentliche Problem bei Mischa, einer der sympathischsten Nebenfiguren, die mir bis jetzt über den Weg gewatschelt ist.

Mischas Geschichte ist schlicht und einfach zu alt für uns und unseren Bücherladen. Die deutsche Erstausgabe von Andrej Kurkows Roman „Picknick auf dem Eis“ erschien 1999. Seit da sind schätzungsweise eineinhalb Millionen deutschsprachige Bücher veröffentlicht worden (ganz so genau möchte ich das gar nicht wissen), ein Bruchteil davon in unserem Bücherladen gelandet und dennoch zu viele, um so schöne Geschichten wie die von Viktor und Mischa ständig zu beheimaten.

Darauf freue ich mich fast am meisten in unserem neuen Laden. Platz zu haben für ein paar mehr Klassiker und Lieblingsbücher. Und wenn dann Kundin Karenina oder Kunde Stoner auf der Suche nach einer witzigen, intelligenten, nicht angestrengt antirealistischen aber auch nicht wirklich traditionellen Geschichte sind, die nebenbei noch von einer wunderbar speziellen Freundschaft erzählt (denn wer kann schon von sich behaupten, mit einem Pinguin namens Mischa befreundet zu sein), dann weiss ich, welches Buch ich heraussuchen werde.

 

Anna-Lena Fässler

Warum kein..

..Schnitzel mit Schnitzler?

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oder Bananensplit mit Frau Yoshimoto?

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Wir haben uns eben überlegt. Da wir nebst lesen auch unglaublich gerne essen und wir Freunde haben, die unglaublich gerne und fein kochen – warum nicht alles in einen Topf schmeissen für einen Buchgenuss durch Kopf und Bauch?

Die Bücherladen-Lesegruppe stellt sich Ihnen zur Verfügung: Wir lesen und sprechen gemeinsam mit Ihnen über Ihr Lieblingsbuch oder ein Buch, über das sie gerne diskutieren möchten. Und geniessen ein Essen, das so im Buch gekocht, verspeist oder durch das Buch inspiriert wurde. Vielleicht gibt’s die weisse Suppe aus «Stolz und Vorurteil» von Jane Austen? Buchgespräche mit Buchspeisen in guter Gesellschaft an einem schönen Ort – ein grosses Vergnügen für lesefreudige GeniesserInnen.

 

Felix_VexerVerleger Josef Felix Müller an der Frauenfelder Buch- und Druckkunstmesse 2018

Andere LeserInnen mit gutem Geschmack verweisen wir gern auf den bibliophilen Schmaus, der Ihnen der Verleger Josef Felix Müller bei „Vesper mit Vexer“ auftischt.

Seit 1985 publiziert der Vexer Verlag aus St.Gallen Kunstbücher und Editionen von Kunstprojekten. Viele bekannte Schweizer Autoren und Künstlerinnen finden sich im Verlagsprogramm – Roman Signer, H.R. Fricker, Anastasia Katsidis, Peter Liechti, Monika Dillier. Und solche hinter den Landesgrenzen hinaus genauso. 2016 ist Vera Ida Müller, Tochter und Künstlerin, in den Verlag eingestiegen und schafft und schöpft in Berlin Buchprojekte. Erweitert das Verlagsprogramm mit internationalen Neuentdeckungen. Immer wieder wird ausgelotet, was kann ein Buch, der Raum zwischen zwei Deckeln als Forschungsfeld. Oft überraschend und immer verführerisch.

Bei „Vesper mit Vexer“ lädt Sie der Verleger und Künstler Josef Felix Müller ins Hinterzimmer der Bücherwelt ein. Warum und wie Bücher machen? Er erzählt aus der Verlagsgeschichte und -arbeit und zeigt seine Lieblingsbücher aus dem Vexer Verlag. Und auf Wunsch zeichnet er bei dem feinen Apéro Ihr Portrait blind in ein Lieblingsbuch. Noch Fragen? Gerne sammeln und dann stellen.

hier gehts zum Vexer Verlag

und hier zu unserem Zügelprojekt wemakeit

Novembergedicht

Die zwei Wurzeln

Zwei Tannwurzeln gross und alt
unterhalten sich im Wald.

Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.

Ein altes Eichhorn sitzt dabei
uns strickt wohl Strümpfe für die zwei.

Die eine sagt: knig. Die andre sagt: knag.
Das ist genug für einen Tag.

 

 

In: Christian Morgenstern, Alle Galgenlieder, Diogenes 2014

…Neue Woche, neue Belohnungen, neues Glück!

tagtraumdeuter, gedankenspielsucht, blütezeitraubend und und und

Unsere Schatztruhe des Hauses ist das „Tröckli“ der Appenzeller Lyrikerin Andrea Maria Keller. Das „tagediebesgut“ ist eine inspirierende Fundgrube und Spielplatz der Gedankenpurzelbäume. 99 Karten. 99 Worte gibt es zu entdecken, wegzuschicken, aufzustellen, durchzublättern. 10 signierte Tröcklis sind ab sofort als Belohnung auf wemakeit.ch abzustauben!

 

EG

Wir sind freudig überrascht, dass der Strom begeisterter Einschliesser und Geniesserinnen nicht abreisst. Menschen, die gerne mehrere Stunden in einer Buchhandlung verbringen, sind uns sowieso sehr sympathisch. Aufgrund der grossen Nachfrage, starten wir eine zweite Runde „Einschliessen&Geniessen“ auf wemakeit.ch.

 

 

Zum Glück haben wir kein Klavier im fünften Stock

Dass es das Wort «zügeln» im Hochdeutschen nicht gibt, finde ich unbegreiflich.
Stattdessen Umziehen. Das Kleid, Gehäuse wechseln. Passt schon auch.

In meinem Leben bin ich sechsmal umgezogen. Ich habe eine Freundin, die ist schon achtzehnmal und Lucia Berlin, eine meiner Lieblingsautorinnen, ist schon mehr als fünfundzwanzigmal gezügelt. Fast schon zügellos.

Zügeln könnte das Verb von Züg, also Zeug sein. Das Zeug, dass man wieder und wieder halt doch mitnimmt. Das Zeug, dass man dann aussortiert, das Zeug auf das man sich besinnt, für das man sich von neuem bewusst entscheidet.
Das Zeug, das Leben ist.

Zügeln braucht Taktik. Ab wann kannst du die Leselampe einpacken? Erst ganz am Schluss natürlich. Am Zügeltag.

Das Zügeln von Büchern wird auf verschiedene Arten praktiziert. Die Geister scheiden sich in Kisten und Taschen. Für mich die erprobt idealste Methode, sind zwei Migros-Säcke ineinander (Stabilität) und dann mit Bücher gefüllt, nicht zu voll! Kisten schiessen so in den Rücken.

In unserer Branche herrscht sie, die Kiste, jedoch vor. In der Nacht werden darin die Bücher geliefert und am Morgen daraus ausgepackt. Jedes Buch geht durch unsere Hand, um seinen Platz im Laden zu finden. Die Menge der Bücher in Relation mit den zur Verfügung stehenden Regallängen und Tischtiefen, führt zu gut versteckten Bücherschauplätzen. Es lohnt sich somit in jede Ritze zu schauen, es könnte ein Buch drin stecken.

Darauf freue ich mich so im neuen Bücherladen – ein Buch für sich, die Ränder unberührt vom Buchnachbar.

Und aufs Auspacken. Einreihen. Das neue Kleid anprobieren, abändern. Die neuen Gänge einlaufen. Abläufe neu denken. Neues Licht. Altbekannte Gesichter. Ungeplantes. Unverhofftes.

Und auf das Zügeln selbst. Zusammen Kisten tragen geht so viel ringer.

 

Vanja Hutter

 

Warum nicht..

..ein Lachen an der Wand? Die Appenzeller Künstlerin Vera Marke hat uns fünf davon in den Laden gebracht und unterstützt unsere Zügel-wemakeit-Aktion damit auf beglückende Weise.

lachen

Anagramm von Vera Marke, Edition Marke
CHANEL Nº 2218, 2016
Öl auf Karton, 14,8cm x 21cm, verpackt

Lachen und viele andere Sachen haben wir erfunden, gesammelt und bekommen, um den Bücherladen am neuen Ort zu ermöglichen.
Dass wir selber nebst dem Lesen noch zu anderen Dingen kommen, ist erstaunlich und erfreulich. Zum Beispiel im Falle Anna-Lena. Bevor sie überhaupt lesen konnte, spielte sie schon auf der Geige. Die Appenzellermusik ist ihr, von Zürich herkommend, bald ans Herz gewachsen. Zusammen mit ihrem Mann Benjamin und dem Musikanten Hans sind sie seit einigen Jahren quasi unsere Bücherladenhausmusik.

Annabe

Wenn Sie Lust auf ein beschwingtes Kennenlernen unseres neuen Ladens haben, dann sollten Sie sich die Losi im Laden nicht entgehen lassen. Fürs leibliche und seelische Wohl ist gesorgt.

der Link zu unserer Zügelaktion: wemakeit.ch

Wir machen es – wir ziehen um – wemakeit.ch!

 

Liebe Freundinnen und Freunde des Bücherladens

Liebe Kundinnen und Kunden

Vor beinahe dreissig Jahren habe ich den Bücherladen am Postplatz beim Ditze Rössli eröffnet. «Hier liest doch keiner» hiess es damals, was natürlich nicht stimmte. Der Laden wuchs kontinuierlich und schon nach vier Jahren zogen wir um an die Poststrasse 1. Der Laden war nicht mehr aus dem Dorf Appenzell wegzudenken. Nun, nach dreiundzwanzig Jahren am Schmäuslemarkt, haben wir uns entschlossen, den Schritt an die Hauptgasse 10 zu wagen. Die Platzverhältnisse sind eng geworden, wir können die schönen Bücher oft nicht frontal präsentieren, die Bürosituation hinter den Kulissen ist seit je her beengt und irgendwie provisorisch. Und doch haben wir immer gerne hier gearbeitet und tun es noch heute.

Wieso also weiterziehen? Als das stimmige Ladenlokal der ehemals Klarer AG frei wurde, war uns sofort klar, dass wir die Gelegenheit packen und mit Büchern neues Leben in die Gemäuer bringen  möchten. Der Bücherladen muss im Dorf bleiben. Mit meinem jungen, hochmotivierten, mitdenkenden und schlicht grossartigen Team schien es plötzlich möglich, den grossen Sprung an die Hauptgasse zu wagen. Wir nehmen unsere Bücher mit, den Esprit und unsere gute Laune, lassen die alten Gestelle zurück, setzen unsere Bücher neu in Szene und freuen uns riesig über mehr Raum und mehr Luft und einen Neuanfang. Wir sind überzeugt, hier den Ort gefunden zu haben, an dem der Bücherladen Zukunft hat.

Dass eine Buchhandlung eine solche Veränderung nicht einfach so aus der eigenen Tasche finanzieren kann, liegt auf der Hand. Dennoch machen wir den Schritt, denn wir wissen, dass unsere Kundschaft mitziehen wird. Und mit Ihrer Hilfe über unsere Crowdfundingkampagne auf wemakeit.ch sind wir in der Lage, dieses Abenteuer gutgelaunt anzugehen und durchzustarten. Ziehen Sie mit uns mit, lesen Sie weiter, tauchen Sie ein in die Literaturen dieser Welt, reisen Sie in Büchern, machen Sie Halt in unserer schönen Buchhandlung, die eine Oase der Inspiration ist. Wir freuen uns auf Sie!

Ihre Carol Forster

 

Die ganze Crowdfundingaktion mit kreativen Belohnungen und Finanzierungsideen auf wemakeit.ch – vielen Dank für Ihre Unterstützung!

 

Neueröffnung am 18. Januar 2020 – Hauptgasse 10

 

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Ultimativ

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Eugen de Bodt und sein Team sind gefordert, und wie. Der Mann der Bundeskanzlerin wird entführt. Später geht es der Frau des französischen Präsidenten ebenso. Beide müssen Fingeer lassen und die Regierungen der beiden big player in Europa sind mit nicht erfüllbaren Forderungen konfrontiert. Ganz nebenbei verlieren russische Staatsbeamte in halb Europa seltsamerweise ihr Leben und ein deutscher AKW-Cheftechniker steht arg unter Druck. Soweit so unübersichtlich. Soweit so Christian von Ditfurth. „Ultimatum“ sein neustes Buch lebt von der Verwirrung, den Dialogen und dem Zusammenspiel von de Bodts Team. Herzerfrischen arrogant und vollkommen unorthodox ermittelt de Bodt, lässt dabei schnell einmal den einen oder anderen unfähigen Minister über die Klinge springen und löst – natürlich – den Fall.

 

Christian von Ditfurth stellt mit seinen schnell erzählten, auf vielen Ebenen spielenden Geschichten von einem System, das angreifbar ist, an seine Grenzen stösst und auch am Schluss nicht unantastbar bleibt. Jede der knapp 500 Seiten ist Spannungsaufbau pur. Dass dann am Schluss der Schluss zwar schlüssig ist, aber etwas allzu stürmisch kommt, ist nicht weiter schlimm. Wer danach auf den Geschmack gekommen ist – „Ultimatum“ ist bereits der fünfte Fall von Eugen de Bodt.

Reto Pfändler

 

Ultimatum, Christan Ditfurth, C. Bertelsman 2019

direkt bestellen und zwar hier

Die Bücherladenlesegruppe und die Wände

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In fast schon Jagdhütten-Atmosphäre bei Armin im Marktplatz trafen wir uns Bücherladenlesegruppenmitglieder und beschäftigten uns mit der Wand in „Die Wand“. Unter Anderem. Heiss diskutiert wurden Fragen wie: Ist die Wand eine Katastrophe oder eine Erlösung? Ist Frau um die es geht, besser dran ohne Menschen? Und wir selber, würden wir durchdrehen oder anpacken? Was wissen wir denn noch vom Anpflanzen, Melken und Überleben? Ist das beunruhigend oder völlig ok? Liegt in der harten Arbeit ein Glück, dass wir suchen sollten? Fünf verschiedene Ausgaben desselben Buches, sechs mitunter unterschiedliche Meinungen – es pulsiert und weckt, das Buchgespräch!

Gute Bücher für dicke Leser – weiter geht’s am Dienstag 12. November, um 18.45 mit
Das Muschelessen“ von Birgit Vanderbeke. Also Buch holen, anmelden, lesen und mitschwadronieren. Wir freuen uns auf euch! Ort geben wir alsbald bekannt.

 

Melina Cajochen

Familienbande

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Ob mit oder ohne Geleitwort von Ljudmila Ulitzkaja und Vorwort der Herausgeberin Irina Scherbakowa, zweier gewichtiger Stimmen in der russischen zeitgenössischen Kulturlandschaft, das Buch „Ich glaube an unsere Kinder“ ist ein Kleinod der Erinnerung, aber auch eine stille Mahnung, die Geschichte in all ihren Winkeln und mit all ihren Auswüchsen immer ernst zu nehmen. 14 Väter kommen zu Wort, die während der Stalinzeit aus ihrer Haft, ihrem Verbannungs- oder Lagerort, an ihre Familien schrieben. Dort lebten sie zumeist unter widrigsten Umständen und starben häufig auch dort. Sie hielten den Kontakt zu ihren Familien mit äussersten Anstrengungen aufrecht, denn sie wollten Anteil haben an deren Alltag und wollten wissen, wie ihre Kinder aufwuchsen und lebten. Nicht selten war unter ihren Lebensumständen dieser Kontakt der einzige Grund ihres Lebenswillens. Ihre Stimmen stehen stellvertretend für Millionen von Menschen – Mütter wie Väter – die im sowjetischen Lager- und Haftsystem lebten, litten und umkamen. Ihr Zeugnis und der lakonische, sorgfältige Stil der Buchgestaltung, der auch den Kindern eine Stimme gibt, sind beredte Zeugen für eine Zeit, die authentisch zu bezeugen immer weniger Menschen in der Lage sind. Nicht zuletzt auch deshalb ist die Arbeit der internationalen Gesellschaft MEMORIAL nicht genug zu würdigen, der auch die hier erhaltenen Briefe ihre Existenz und Veröffentlichung verdanken.

 

Brigitta Schmid

Irina Scherbakowa (Hg.): Ich glaube an unsere Kinder. Briefe von Vätern aus dem Gulag. Mathes & Seitz, Berlin 2019

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Oktobergedicht

Herbstsegen

behutsam öffnet die sonne
den milchigen schleier
über dem see

die strahlen fallen
auf die alte mauer an der strasse
die von zahllosen blättern
überwuchert ist

als bäumten sie sich ein letztes mal auf
als hätten sie ihre kräfte ein leben lang
für diesen einen augenblick gebündelt
entflammen sie zu einem feuerwerk aus farben

dich trifft es wie ein blitz
und noch stunden später
lodert ein jauchzen in dir

In: Andrea Maria Keller, Mäanderland, Edition Howeg 2013

Gute Bücher für dicke Leser, 2te Runde

Geschätzte Leserinnen, werte Leser

Unser Leseklub geht in die zweite Runde!
Die Lektüre ausgewählt hat diesmal Erwin Bolli, Stammkunde und Ladenfreund. Er hat es schon einmal gelesen, möchte wieder und vor allem freut er sich, endlich darüber
zu reden.

Und zwar über..

wand

Marlen Haushofer, die Wand

 

Wir treffen uns am Mittwoch 9. Oktober um 19 Uhr, mit Plättli irgendwo in Appenzell – Ort wird noch bekanntgegeben
Anmeldung gern via Bücherladen Telefon oder Mail

 

direkt bestellen im Bücherladenshop

Wir freuen uns, bis bald!