Juligedicht

Anti-liebesgedicht

Manchmal willst du denjenigen den du liebst nicht lieben
du drehst dein gesicht weg von diesem gesicht
dessen augen lippen dich zorn vergessen lassen könnten
beleidigung vergessen   hinwegrauben den kummer nicht lieben
zu wollen   wegdrehen bloss wegdrehen   beim frühstück
am abend   blick nicht auf von der zeitung
vor dir dieses gesicht mit all seinem ernst   eine
sanftmütige konzentriertheit   er hält sein buch
in der hand   die knöchelharten winterlichen holz-
narbigen finger   wegdrehen   mehr kannst du nicht
tun   alt wie du bist um dich zu retten   vor der liebe

Grace Paley

aus: Grace Paley, Manchmal kommen und manchmal gehen, Gedichte, Schöffling & Co. 2018.

Frisch vom Markt für Jugendliche

Maria Riss empfiehlt spannende Sommerlektüren!

dearmartinYustyce ist einer der besten Schüler seines Jahrgangs. Yustice sieht gut aus und kann auch im Sport mithalten. Fürs nächste Jahr hat er sich gar einen Studienplatz in Yale gesichert. Aber Yustice wird völlig willkürlich verhaftet und in Handschellen gelegt, obwohl er nur einem betrunkenen Mädchen helfen wollte. Denn Yustice ist schwarz. Er kommt zwar frei, weiss aber nicht, wie er mit seiner Wut umgehen soll. So beginnt er zu schreiben. Er schreibt Briefe an Martin Luther King, bittet um Rat, weil er einfach nicht weiss, wie er mit den vielen, oft kleinen rassistischen Beleidigungen im Alltag umgehen soll, und er weiss auch nicht, wem er sich anschliessen soll. Da gibt es die Gruppe der radikalen schwarzen Kämpfer, die mit roher Gewalt ihr Recht einfordern, manche von ihnen kennt Yustice seit dem Kindergarten. Da ist seine weisse Mitschülerin Sarah-Jane, die er so mag und die ihm nicht nur beim Debattieren zur Seite steht. Und da ist seine Mum, die für ihren Sohn alles tut, es aber niemals verstehen würde, wenn Yustice sich in ein weisses Mädchen verlieben würde. Egal wem sich Yustice anschliesst, er wird sich Feinde machen. Und von Martin Luther King bekommt er auch keine Antwort. Aber all die Briefe, die vielen Überlegungen, das Ordnen der Gefühle beim Schreiben, das ist trotz allem hilfreich. Und ganz zum Schluss weiss Yustice, welchen Weg er gehen will.

Gleich mit ihrem ersten Roman ist der jungen Autorin Nic Stone ein Wurf geglückt. Nicht nur, weil das Thema nach wie vor so aktuell ist, sondern auch, weil sie Yustice mit seinem Durcheinander an Gefühlen, seiner Suche nach dem für ihn richtigen Weg so glaubhaft und eindringlich beschrieben hat. Yustice gerät immer wieder zwischen die Fronten und wird bedroht. Dies ist nicht nur in Amerika so. Jugendliche werden Yustice Konflikte sehr gut nachvollziehen können. Es geht im Buch darum, seine Rechte einzufordern, sich über die eigene Haltung klar zu werden und dafür auch gerade zu stehen, ganz egal, ob man sich damit Feinde macht. Das spannende Buch sei Jugendlichen ab etwa 14 Jahren wärmstens empfohlen.

Nic Stone: Dear Martin
Aus dem Englischen von Karsten Singelmann
Rowohlt 2018
ISBN: 978-3 499-21833-0

 

philippullman

Malcolm lebt mit seinen Eltern und seinem Daemon Asta in Oxford. Er ist etwa 12 Jahre alt und ein ungemein kluger und hilfsbereiter Junge. Gegenüber dem Fluss gibt es ein Nonnenkloster, Malcolm hilft dort immer wieder aus. Eines Tages wird im Kloster ein Baby abgegeben, ein kleines Mädchen mit dem Namen Lyra. Zur gleichen Zeit passieren merkwürdige Dinge: Malcolm beobachtet einen Mord und belauscht beim Helfen in der Gaststube seiner Eltern geheime Gespräche über Macht, Krieg und Religion. Malcolm erfährt auch, wer der Vater der kleinen Lyra ist. Lyras Vater wird verfolgt und kann sich nicht um seine kleine Tochter kümmern. Malcolm verspricht ihm, was immer auch kommen möge, er werde Lyra beschützen. Man munkelt in diesen Tagen auch von einer Flut, die kommen werde, so gross, wie sie noch nie jemand erlebt habe. Es ist Malcom, der zusammen mit dem Küchenmädchen Alice das kleine Baby vor den schrecklichen Fluten rettet. In Malcolms kleinem Boot gelingt ihnen die Flucht. Um das Baby Lyra scheinen sich die Mächtigen des Landes zu streiten, deshalb wird Malcoms Boot verfolgt. Nicht nur die riesigen Wassermassen, auch bewaffnete Verfolger bedrohen das Leben der drei Flüchtenden. Alice und Malcolm haben Lyra vom ersten Moment an in ihr Herz geschlossen und verteidigen ihr Leben mit allen Mitteln. Erst ganz am Schluss, nach dem Bestehen von unglaublich vielen Gefahren, können sie Lyra endlich in die Hände ihres Vaters legen.

Philip Pullman hat einen ganz fantastischen Roman geschrieben, dies in jeder Beziehung. In welcher Zeit und Welt die Geschichte spielt, ist unklar, im Vordergrund steht aber der Konflikt zwischen mächtigen Religionsführern und den Gelehrten der Wissenschaft. Der Autor hat den Plot mit vielen fantastischen Elementen ausgestattet, so wird etwa jede Figur von einem passenden Daemon begleitet, dies macht die Lektüre zusätzlich spannend und geheimnisvoll. Auch die Beschreibungen der Figuren sind so treffend, dass Lesende Alice und Malcolm zu kennen glauben und wohl mit allen beiden gern befreundet wären. Obwohl das Buch fast 600 Seiten umfasst, würde man gerne weiterlesen, so eindrücklich ist diese Lektüre, auch wegen der vielen, aktuellen und politischen Anspielungen. Da ist es gut, dass bereits im Herbst der nächste Band «Ans andere Ende der Welt»erscheinen wird.

«Über den wilden Fluss» ist Teil der Vorgeschichte zur unvergesslichen Trilogie «Der goldene Kompass».

Philip Pullman: Über den wilden Fluss
Aus dem Englischen von Antoinette Gittinger
Carlsen 2018
ISBN: 978-3-551-58393-2

Direkt bestellen im Bücherladen oder per Whatsapp – +41 77 484 09 48

Unsere Bücherstation in Trogen

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Von Dorf zu Dorf – von Dorfladen zu Dorfladen

Der Bücherladen Appenzell möchte seine Bücher von Dorf zu Dorf bringen, überall dorthin, wo es keine Buchläden mehr gibt. Und dafür hat er Partner in Teufen, Heiden, Trogen, Oberegg, Rehetobel und Rorschach gesucht und gefunden. Partner sind Geschäfte, Dorfläden, und Restaurants, wie der Bücherladen selbst: Da arbeiten Menschen, denen Service und Qualität am Herzen liegt. Die mit ihrem Laden und Gasthaus das Dorf lebenswert machen, die ein Treffpunkt sind und die die Dorfnachbarschaft leben wollen.

Das Gasthaus Schäfli ist ein umtriebiger Ort, mitten in Trogen, hangabwärts vom alten Landsgemeindeplatz, quasi ein Kreuzpunkt für Begegnung und Hallo’s über die Strasse! Wir freuen uns sehr über unsere Bücherstation bei Madleine und Ueli Künzli und hatten einen tollen Tag unter Trogner und Trognerinnen.

Wie es das Schicksal will, hat die Tochter der Schäfliwirten ein eigenes Traktormuseum in Rehetobel (Enkelausflug?)! Und so stand er schon da, am frühen Morgen, der grüne Drache..
Mittwoch und Samstag von 9 bis 12 hat das Schäfli einen Laden mit frischem Gemüse von den Bauern rundherum. Da haben wir uns natürlich gleich freudig eingedeckt. Vis a vis gibt’s seit Kurzem den Bio Ohne. Also alles nebst Gemüse. Von Hirseflocken über Olivenöl bis zum Abwaschmittel – immer ohne Hülle. Wunderschöner Laden mit genialer Idee.

An so einem Mittwochmorgen kommen fast alle einmal an diesem Platz vorbei. Es war toll neue Leute kennenzulernen, unverhofft Bekannte zu treffen und die eine und andere Bestellung durften wir grad entgegen nehmen. Spontan schön.

Apropos bestellen! Bei uns kommt man ab sofort auch via Whatsapp zum gewünschten Buch.
Einfach Buch knipsen, oder Titel schreiben – Name und Adresse angeben – Vermerk abholen oder zuschicken – abschicken – bestellt!

Whatsapp an den Bücherladen : +41 77 484 09 48

Junigedicht

Schmetterling

An einem heissen,
gleissend stillen Sommertag
wurde ich gewahr,
          dass es Schmetterlinge gibt,
          die auch über das Meer schwärmen können.

Michiko, Kaiserin von Japan

In: Michiko, Nur eine kleine Maulbeere. Aber sie wog schwer, Herder 2017.

 

Maigedicht

Ich glaube das, was man mir sagt.

Und nichts, worin eine Warnung ist.

Ich glaube das Gute und das Belanglose,
denn es ist ungefährlich.

Das Gefährliche und Böse glaube ich nicht.

Wegweisern glaube ich nicht.

Ich glaube einem Berg nicht, dass er ein Weg ist.
Und Schwierigkeiten nicht.

Personen, die warnen wollen, glaube ich nicht.
Ich glaube ihrem Himmel und ihrer Hölle nicht.

Von allem, was stimmt, glaube ich, dass es stimmt.

Allem, was stimmt, glaube ich aufs Wort.

Ich bin gehorsam und taub.
Ich höre taub.

Elke Erb

In: Elke Erb, Sonnenklar Meins: Das Hündle kam weiter auf drein, roughbooks 006/28/32 2018.

Hier kommt unser Fanfutter!

klüpfinger
Für Serienleser und Provinzliebhaberinnen mit Charme.

 

Murakami
Für Philosophinnen, Maler, unter anderem Surrealisten.

 

Palmen
Für Freundinnen und den Sitznachbar im Bus.

 

poe
Für Gerngrusler und Augenschmeichlerinnen.

 

Schätzing
Für Nachtfalter, Götterbaumspinner, Sammlerinnen und Zukunftsinteressierte.

 

lika
Für Freunde des feinen Strichs und Tiefgängerinnen.

 

direkt zum Bücherregal

Unsere Bücherstation in Oberegg

Von Dorf zu Dorf – von Dorfladen zu Dorfladen

Der Bücherladen Appenzell möchte seine Bücher von Dorf zu Dorf bringen, überall dorthin, wo es keine Buchläden mehr gibt. Und dafür hat er Partner in Teufen, Heiden, Trogen, Oberegg, Rehetobel und Rorschach gesucht und gefunden. Partner sind Geschäfte, Dorfläden, und Restaurants, wie der Bücherladen selbst: Da arbeiten Menschen, denen Service und Qualität am Herzen liegt. Die mit ihrem Laden und Gasthaus das Dorf lebenswert machen, die ein Treffpunkt sind und die die Dorfnachbarschaft leben wollen.

Die Feinbäckerei Bischofberger ist ein Ort, an dem alle willkommen sind, ein Ort zum Wohlfühlen und Geniessen. Schön, dass die Bücherstation in Oberegg so ein wunderbares Plätzchen gefunden hat!

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Und immer wieder öffnen sich die Türen und Brot geht über die Ladentheke, Milch und Früchte kommen in den Korb und Kaffee mit Kuchen wird aufgetischt. Hier wird gearbeitet, hier wird gelebt, hier kann man sich wohlfühlen. Ein reges Treiben herrscht und doch, Zeit für einen Schwatz haben alle. So kommt man sich näher, wir von Appenzell und die Obereggerinnen und Oberegger, und wir beiden Bücherladenfrauen sagen zueinander: Es gefällt uns hier.
Doris und René Bischofberger haben uns und unser Projekt mit offenen Armen empfangen – ein ganzes Schaufenster mit Bücher und Brötli. Eigentlich wollten sie das sofort machen, aber dann. Silber in Pyeongchang! Der junge Marc Bischofberger (leider kein Bäckerssohn) hat es tatsächlich im Skicross auf den zweiten Platz geschafft. Da war dann in Oberegg einiges los. Passend gabs in der Bäckerei feine Olympia-Berliner. Natürlich für uns auch toll – eine Bücherstation in einem Weltdorf!

Feinbäckerei Bischofberger

 

Melina Cajochen & Vanja Hutter

 

PS: Sehr zu empfehlen ist das Oberegger-Brot!
PPS: Der Trick mit dem „Schlüssel-nicht-verlieren-drum-häng-etwas-grosses-dran“ hat sich laut den Mitarbeiterinnen extrem bewährt!

 

Julia Linnea Fässler ist da!

annalena_julia

 

Am 17.2.2018 war das Glück für Anna-Lena und Benjamin wohl 3180g schwer und
49 cm lang.

Zweimal war Julia Linnea schon bei uns im Bücherladen.. Früh übt sich,
bald wird sie wohl zu einer kleinen Leserin werden! Denn auf  den Touren zu unseren Bücherstationen ist sie bereits dabei. Das ganze Team des Bücherladens freut sich mit.

Rehetobel Bücherstation

Von Dorf zu Dorf – von Dorfladen zu Dorfladen

Der Bücherladen Appenzell möchte seine Bücher von Dorf zu Dorf bringen, überall dorthin, wo es keine Buchläden mehr gibt. Und dafür hat er Partner in Teufen, Heiden, Trogen, Oberegg, Rehetobel und Rorschach gesucht und gefunden. Partner sind Geschäfte, Dorfläden, und Restaurants, wie der Bücherladen selbst: Da arbeiten Menschen, denen Service und Qualität am Herzen liegt. Die mit ihrem Laden und Gasthaus das Dorf lebenswert machen, die ein Treffpunkt sind und die die Dorfnachbarschaft leben wollen.

Im Volg Rehetobel gibt’s alles und von allem etwas.

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Ein eiskalter Tag im Volg in Rehetobel, doch wir wärmen uns auf, im Gespräch mit interessierten Einheimischen, mit Geplauder mit Tanja und Desirée, hüpfend, mit Kaffee aus dem Pausenraum und mit frisch gekauften langen Unterhosen vom Volg. Wir geben alles, dass die Bücherstation Wurzeln schlagen kann und treffen die aufhorchenden Ohren der Rehetobler. Auch die Jungen sind recht angetan und sehen Sinn und Möglichkeit unseres Projekts. Im Volg kommen alle einmal vorbei, Peperonis oder Postpaket, die ersten Bestellungen durften wir schon liefern!
Da wir Ostern fein und warm im Rücken haben, findet sich das Buch-Ei im Gemüse (Foti oben) bestimmt leicht.

Next step: Oberegg!

der Volg in Rehetobel

mehr zu unseren Bücherstationen

Aprilgedicht

Anders sein

etwas, wofür ich kein Wort weiss
liegt vor mir, eingewickelt in sich selbst
wie Schnee, der im Schnee steckt
oder Gras, gehüllt in Gras
etwas sehr Einhelliges, in sich
Gefestigtes, das jedem Versuch
es zu benennen, widersteht
ich gebe alles, um die Kraft der
Namenlosigkeit zu brechen
ich schau es fest mit beiden Augen
an und halte solange die Luft an
bis es endlich explodiert:
und zwar in grüne Grashalme und
weisse Schneeflocken

Gerhard Falkner

In: Gerhard Falkner, Hölderlin Reperatur, Berlin Verlag 2011.

Auftritt Appenzell

Wir freuen uns auf die Vernissagen vom Auftritt Appenzell!

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Unsere Bücherstation in Heiden

Von Dorf zu Dorf – von Dorfladen zu Dorfladen

Der Bücherladen Appenzell möchte seine Bücher von Dorf zu Dorf bringen, überall dorthin, wo es keine Buchläden mehr gibt. Und dafür hat er Partner in Teufen, Heiden, Trogen, Oberegg, Rehetobel und Rorschach gesucht und gefunden. Partner sind Geschäfte, Dorfläden, und Restaurants, wie der Bücherladen selbst: Da arbeiten Menschen, denen Service und Qualität am Herzen liegt. Die mit ihrem Laden und Gasthaus das Dorf lebenswert machen, die ein Treffpunkt sind und die die Dorfnachbarschaft leben wollen.

Und deshalb haben wir uns im Bionat Naturladen in Heiden gleich heimisch gefühlt.

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Zwischen Biowein und Gewürzen, zwischen Gemüse und Käse, zwischen Tür und Theke erfüllen Urs Schmidlin, Susanne Zogg und Roger Stieger Kundenwünsche. Seit 30 Jahren! Der Pioniergeist ist noch spürbar, in diesem sorgfältig und originell arranigerten, schönen Laden. Auf wenig Platz gibt es in unergründliche Tiefen zu entdecken, vom Kindheits-Backflash Süssholz zur guten alten Gemüsebürste, allen Sorten der Zotter-Schokoladen, die mit den schönen gezeichneten Bildli, und noch vieles mehr (2300 Bioprodukte auf 65m2!). Urs hat uns ein altes Weinfass bereitgestellt und wir machen uns bereit, die ersten Kunden abzufangen. Die Türglocke klingelt den ganzen Morgen in regelmässigen Abständen und wir machen nette, lustige, interessante Bekanntschaften. Viele Zettel werden hinaus getragen, hoffentlich an den Kühlschrank gehängt und bald ausprobiert.
Für das Mittagessen bekommen wir von Urs und Susanne den Tipp: Koreanisch. Probieren wir natürlich gerne aus und unsere Münder jubeln zwischen den Bissen. Der junge sympathische Mann zeigt uns, wie man es in Korea macht und richtet am Tisch unsere Teller an. Toll.
Während Melina am Nachmittag ihren Einkaufswagen füllt, führt mich Urs durch das Weinregal, und weiss soviel zu den einzelnen Flaschen zu erzählen, dass wir bald zwischen den Reben irgendwo in der Toskana schlendern. Bionat und Delinat sind nämlich verwandt. Die spannende Geschichte hier: Bionat
Zufrieden, gut versorgt und freudig über unsere neue Nachbarbekanntschaft, machen wir uns auf den Heimweg über die Hügel. Wer wieder einmal einen Süssholzstengel will, dem bringen wir das nächste Mal gerne einen mit.

 

mehr zu:

Bionat – Naturladen Heiden
Koreanisches Restaurant CHARM

 

Melina Cajochen & Vanja Hutter

Bücherstation in Rorschach

Von Dorf zu Dorf – von Dorfladen zu Dorfladen

Der Bücherladen Appenzell möchte seine Bücher von Dorf zu Dorf bringen, überall dorthin, wo es keine Buchläden mehr gibt. Und dafür hat er Partner in Teufen, Heiden, Trogen, Oberegg, Rehetobel und Rorschach gesucht und gefunden. Partner sind Geschäfte, Dorfläden, und Restaurants, wie der Bücherladen selbst: Da arbeiten Menschen, denen Service und Qualität am Herzen liegt. Die mit ihrem Laden und Gasthaus das Dorf lebenswert machen, die ein Treffpunkt sind und die die Dorfnachbarschaft leben wollen.

Wie das Café Treppenhaus in Rorschach!

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Der erste Frühlingstag. Und das auch noch an einem Sonntag! Ich bin unterwegs nach Rorschach, ins Café Treppenhaus, mitten in der Altstadt.

Unser neues Projekt „von Dorf zu Dorf“ beschert uns immer wieder Überraschendes. Erfreuliche Begegnungen, neue Aussichten, gemütliche Ecken, feine Sachen.
Und jetzt fängt es endlich an. Wir haben lange gefeilt – geplant – recherchiert – entwickelt  – umgedacht – visioniert – um unserem Wunsch einen Weg zu bahnen. Denn wir sind fest überzeugt, Buch und Buchhandlung sind Überleben und wichtig!

Der Cappuchino ist so fein, ich muss grad noch einen zweiten bestellen. Somit lerne ich Rebekka kennen, die ihn zubereitet und heute hier arbeitet. Am Tresen sitzen ihre Freunde und haben’s lustig, eine Frau liest an einem Tisch in ihrem eBook und zwei drei junge Pärchen runden die gemütliche Sonntagsstimmung ab.
Einen ganzen Tisch hat uns Samuel, der Kopf vom Treppenhaus, zur Verfügung gestellt, um unsere Idee zu präsentieren und unter die Leute zu bringen. Ich schnappe mir einen Zettel und lerne die jungen Leute kennen. Thomas, Adrienne, Karim und Rebekka sind sofort dabei! Auch sie bedauern, dass es in Rorschach, das natürlich kein Dorf mehr ist, keine einzige Buchhandlung mehr gibt! Unsere Idee, Bücher in die Dörfer zu bringen, kommt ihnen daher sehr gelegen.

 

Mit dem Treppenaus in Rorschach haben wir einen wunderbaren Partner gefunden. Das Kulturcafé lädt tagsüber zum gemütlichen Kaffee, Kuchen und Buch ein. Zusammensein mit Freunden und (noch) Unbekannten. Am Abend verwandelt es sich des öfteren in ein Konzertlokal, gleich nebenan gibt es einen Konzertsaal, und man kann die Nacht lang tanzen und an der Bar ausklingen lassen. Ein offenes Haus für alle, die sich gern begegnen und überraschen lassen.

Vanja Hutter

Ein Besuch macht Freude! Veranstaltungsprogramm und weiteres hier : Café Bar Treppenhaus

Mehr über uns, das Projekt und was wir sonst noch alles machen : Bücherladen Appenzell

 

Wir freuen uns, euer Dorf beliefern zu dürfen!

Weitere Bücherstationen:
Heiden – Naturladen Bionat / Oberegg – Bäckerei Bischofberger / Rehetobel – Volg
Trogen – Gasthaus Schäfli / Teufen – Bäckerei Böhli

 

Wie das Buch in den Dorfladen, ins Gasthaus kommt? Sie bestellen im Bücherladen – telefonisch, per E-Mail oder im Internet-Shop via Website. Bezahlen können Sie per Rechnung und im Internet-Shop auch via Paypal. Ihnen wird Bescheid gegeben, wenn die Buchbestellung in Ihrer gewünschten Bücherstation eingetroffen ist.

Plakata4_web

Märzgedicht

Besagter Lenz ist da

Es ist schon so. Der Frühling kommt in Gang.
Die Bäume räkeln sich. Die Fenster staunen.
Die Luft ist weich, als wäre sie aus Daunen.
Und alles andere ist nicht von Belang.

Nun brauchen alle Hunde eine Braut.
Und Pony Hütchen sagte mir, sie fände:
Die Sonne habe kleine warme Hände
und krabble ihr mit diesen auf der Haut.

Die Hausmannsleute stehen stolz vorm Haus.
Man sitzt schon wieder auf Caféterrassen
und friert nicht mehr und kann sich sehen lassen.
Wer kleine Kinder hat, der führt sie aus.

Sehr viele Fräuleins haben schwache Knie.
Und in den Adern rinnt’s wie süsse Sahne.
Am Himmel tanzen blanke Aeroplane.
Man ist vergnügt dabei. Und weiss nicht wie.

Man sollte wieder mal spazieren gehn.
Das Blau und Rot und Grün war ganz verblichen.
Der Lenz ist da! Die Welt wird frisch gestrichen!
Die Menschen lächeln, bis sie sich verstehn.

Die Seelen laufen Stelzen durch die Stadt.
Auf den Balkons stehn Männer ohne Westen
und säen Kresse in die Blumenkästen.
Wohl dem, der solche Blumenkästen hat!

Die Gärten sind nur noch zum Scheine kahl.
Die Sonne heizt und nimmt am Winter Rache.
Es ist zwar jedes Jahr dieselbe Sache.
Doch ist es immer wie zum ersten Mal.

Erich Kästner

In: Erich Kästner, Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke, Atrium Verlag 2017.

Eine Insel zwischen Himmel und Meer

Maria_Tulp

Vor fast zwölf Jahren entdeckte der alte Osh ein kleines Boot vor der Küste. Erst beim Näherkommen sah er das kleine Baby darin. Er nannte das kleine Mädchen Crow. Seither leben die beiden zusammen auf dieser kleinen abgeschiedenen Insel im Einklang mit der Natur. Später will Crow wissen, woher sie kommt, will herausfinden, wer ihre Eltern sind und weshalb sie in einem alten Kahn ausgesetzt wurde. Osh hat zwar grosse Angst, seine geliebte Pflegetochter zu verlieren, aber er hilft bei der Suche, wo er nur kann. Die Geschichte begeistert vor allem durch die so gelungene Beschreibung der Figuren und deren warmherzige, feinfühlige Beziehung zueinander.  In einer wundervoll umsichtigen Sprache erzählt die Autorin von Crow’s Suche nach ihrer Identität, aber auch vom kargen und einfachen Leben in dieser unwirtlichen Gegend. Dies beeindruckt und berührt gleichermassen. Ein spannendes, anspruchsvolles und wunderbar stilles Buch, dessen Figuren und auch die Handlung lange nachhallen. Für Jugendliche.

 

Maria Riss

Lauren Wolk: Eine Insel zwischen Himmel und Meer
dtv. Reihe Hanser 2018

 

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